Miitomo: Nintendos erste Mobile-App ist offiziell – und enttäuscht

Kaan Gürayer 2

It’s me, Mario – seit mehr als 30 Jahren sorgen diese Worte für Begeisterung bei großen wie kleinen Gamern gleichermaßen. Nachdem Nintendo unlängst den Einstieg ins Mobile-Gaming verkündete, waren die Hoffnungen dementsprechend groß, dass der pummelige Klempner und Prinzessinnen-Retter bald auch auf Smartphones und Tablets herumhüpfen würde. Was das japanische Traditionsunternehmen heute aber stattdessen vorgestellt hat, dürfte für viele eine herbe Enttäuschung sein. 

Miitomo: Nintendos erste Mobile-App ist offiziell – und enttäuscht

Bislang scheute Nintendo das Mobile Gaming wie der Teufel das Weihwasser. Doch da die Wii U alles andere als ein Verkaufserfolg ist und seit geraumer Zeit auch der 3DS – eigentlich das „Brot und Butter“-Gerät des Konzerns – mehr und mehr von Smartphones und Tablets in die Mangel genommen wird, überraschte es im März nur noch wenige Beobachter, dass auch Nintendo auf den wachsenden Markt des Mobile-Gaming setzen und Spiele für Android und iOS entwickeln würde. Eine erste Ankündigung vor sieben Wochen war Pokémon Go, das aber von den Ingress-Erfindern Niantic Labs entwickelt wird und dabei „nur“ auf die Figuren aus dem Pokémon-Universum zurückgreift.

Im Rahmen eines Investorengesprächs hat Tatsumi Kimishima, seines Zeichens Nintendo-Präsident und Nachfolger des kürzlich verstorbenen Satoro Iwata, nun das erste echte Mobile-Game aus dem Hause Nintendo präsentiert: Miitomo. Im Grunde handelt es sich hier aber um eine App zur sozialen Interaktion und kein Spiel im engeren Sinne. Miitomo benutzt, der Name verrät es bereits, die Mii-Avatare aus dem Nintendo-Universum. Im Free-to-Play-Game, das sich über In-App-Käufe finanziert, können Spieler ihre eigene Miis entwerfen, die im Anschluss mit Miis anderer Spieler kommunizieren. Auf diese Weise möchte Nintendo den sozialen Aspekt des Gamings und die Interaktion zwischen Spielern stärken.

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Eigentlich wollte Nintendo die App zum Ende dieses Jahres veröffentlichen, doch Miitomo wurde nun auf den März 2016 verschoben. Das Spiel, sofern man es denn als solches bezeichnen möchte, soll der Auftakt zu vier weiteren Games sein, die Big N bis dahin auf den Markt bringen möchte. Die sollen dann aber klassische Download-Titel zum Kaufen sein.

Kommt Mario zu einem späteren Zeitpunkt?

Bis auf Weiteres werden Mobile-Gamer also auf Mario, Zelda und andere zentrale Nintendo-IPs verzichten müssen – zumindest auf offiziellem Wege, denn über Emulatoren lassen sich besagte Titel natürlich ohne Probleme auch auf Smartphones und Tablets zocken. Zudem ist es nicht auszuschließen, dass Nintendo zu einem späteren Zeitpunkt doch noch seine Franchise-Schatztruhe öffnet und seine bekannten Spielcharaktere auch auf Mobile-Gamer loslässt. Es ergibt ja immerhin auch Sinn, dass die Japaner den neuen Pfad erst einmal mit einem unbekannten Game testen, bevor sie auf Mario, Zelda und Co. zurückgreifen.

Quelle: Nintendo Japan, via: Wall Street Journal, Polygon

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