Nintendo Russland-Chef rastet im Livestream aus und erhält eine Verwarnung

Daniel Kirschey 3

Im November 2018 ist der General Manager von Nintendo Russland während eines Livestreams vor laufender Kamera ausgerastet. Nach Nintendos abgeschlossener Untersuchung stehen nun die daraus gezogenen Konsequenzen fest.

Update vom 17. Januar 2019, 12:25 Uhr: Diese fallen überraschend mild aus: Außer einer formellen Verwarnung hat Yasha Haddaj nichts zu befürchten und muss offenbar nicht um seine Position bangen. Und das obwohl sein hitzköpfiges Verhalten laut Nintendo wohl auch gelegentlich im Büroalltag zu beobachten war. In einem Statement gegenüber Eurogamer heißt es seitens des Spielentwicklers:

„Die Überprüfung des Sachverhaltes ergab, dass das im Video zu sehende Verhalten von Herrn Haddaji zuweilen auch im Büroalltag vorkam. Die Vorwürfe der Belästigung jedoch, die als Reaktion auf das Video vorgebracht wurden, konnten durch die Untersuchung nicht belegt werden. Herr Haddaji erkennt voll und ganz an, dass sein Handeln einen Verstoß gegen unseren Verhaltenskodex darstellt und drückt sein Bedauern gegenüber allen Betroffenen aus. Er erhielt eine formelle Verwarnung und entschuldigte sich mit einem Schreiben bei allen Mitarbeitern von Nintendo Russland.

Wie es scheint, hat sich damit die Sache erledigt. Nintendo betont jedoch, dass ein „sicheres und unterstützendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter oberste Priorität“ habe und gibt eine Aussicht auf das künftige Vorgehen:

„In Zukunft werden Nintendo Russland mehr Ressourcen durch Nintendo of Europe zur Verfügung gestellt, um das Team dabei zu unterstützen, russischen Spielern Nintendo-Erlebnisse zu ermöglichen und ihnen Nintendo-Produkte zugänglich zu machen.“

Hier wird vermutlich auf den Vorwurf angespielt, dass in Russland lediglich die Pokémon: Let’s Go Pikachu-Version erhältlich ist. Weiter heißt es: „Wir wollen sicherstellen, dass das Verhalten aller unserer Mitarbeiter mit den Unternehmenswerten von Nintendo übereinstimmt: Wir verpflichten uns auch weiterhin auf die Einhaltung dieser Standards.“

Nicht ganz so rosig sah es hinter den Kulissen von Rockstar Games während der Entwicklung von Red Dead Redemption 2 aus. Darüber sprechen wir unter anderem in unserem Podcast.

RUSH - Der Gaming-Podcast: Red Dead Redemption 2 // Spiel mir das Lied vom Erfolg.

Nintendo bezieht Stellung

Wir haben im November selbst bei Nintendo nachgefragt, ob sie zu dem Vorfall in Russland Stellung beziehen wollen. Dort hatte sich der General Manager von Nintendo Russland deutlich daneben benommen, als er Mitarbeiter anschrie und beleidigte – und das während eines Livestreams. Nachfolgend die Stellungnahme von Nintendo vom 20.11.2018:

„Wir wissen von dem kürzlich auf YouTube hochgeladenen Video, in dem zu sehen ist, wie der General Manager von Nintendo Russland, Yasha Haddaji, bei einer Auseinandersetzung mit einem externen Dienstleister, der für einen Mario Kart-Livestream verantwortlich war, seine Beherrschung verliert. Sowohl Verhalten als auch Wortwahl von Herrn Haddaji stehen in keinem Fall im Einklang mit unseren Unternehmenswerten.

Wir sind uns auch der weiteren Vorwürfe bewusst, die im Nachgang zu diesem Video veröffentlicht worden sind. Diese werden derzeit einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Wir nehmen die ganze Angelegenheit sehr ernst. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir daher während der laufenden Untersuchung keine weiteren Kommentare abgeben.“

Ausraster während Live-Stream – Das ist passiert

Der Stream läuft, ist live und sendet in die ganze Welt. Doch einer glaubt es einfach nicht – latscht in den laufenden Stream hinein und beleidigt seine Angestellten. Die Rede ist vom russischen Chef von Nintendo.

Zu Nintendos Level Up-Day hatte der russische Ableger von Nintendo eine klassische Idee: Zwei Moderatoren und zwei Spieler sollten vor der Kamera live Mario Kart 8 Deluxe spielen. Über VKontakte sollte dies dann live gestreamt werden. Wer jetzt bei dem Wort VKontakte verwundert aufschaut: Das ist das russische Pendant zu Facebook, welches dort sehr beliebt ist. Was soll bei einem Livestream schon schiefgehen, dachten sich wahrscheinlich die Moderatoren.

Na ja, so einiges, wenn der russische Nintendo-Chef Yasha Haddaji überzeugt ist, dass der Stream nicht läuft – obwohl er läuft. Zuerst beginnt die Sekretärin in den Stream hineinzureden. Die beiden Moderatoren versuchen ihr mitzuteilen, dass der Stream läuft, doch da läuft auch schon der CEO von Nintendo in Russland ins Bild und beginnt zu zetern, wie der Stern berichtet.

Er will wissen, warum der Stream nicht laufe; er habe keine Push-Benachrichtigung bekommen, da VKontakte, wie es scheint, nicht an alle Follower eine Push-Nachricht schickt. Beide Moderatoren werden nervöser und versuchen auch ihm mitzuteilen, dass der Stream schon läuft. Das dringt jedoch ebenfalls nicht ganz zu ihm hindurch.

Inzwischen haben die Moderatoren den Stream auf Mario Kart umgestellt, damit Yasha Haddaji nicht mehr im Bild ist. Im Hintergrund hören Zuschauer ihn trotzdem noch, wie die Mitarbeiter anschnauzt: „Bist du geistig behindert? Ich werde dich feuern! Ich bin dich leid.“ Kurze Zeit später entdeckt der Nintendo-Russland-Chef, dass der Stream läuft, regt sich auf, weil ihm niemand Bescheid gegeben hätte und rennt aus dem Bild – nur um eine Zeit später wieder in den Stream zu laufen, um diesen abzubrechen.

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Dabei ist der Chef von Nintendo Russland bei Nintendo-Fans sowieso nicht gerade beliebt, machen die ihn doch dafür verantwortlich, dass es in Russland lediglich die Pokémon: Let’s Go Pikachu-Version gibt, weil er der Meinung war, dass Evoli nicht bekannt genug sei. Das originale Video des Streams wurde natürlich gelöscht; ein paar Findige haben es jedoch aufgezeichnet und auf YouTube gestellt. Selbstverständlich haben wir Nintendo zu diesem Vorfall angefragt. Sobald wir mehr wissen, erfährst du es hier.

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