Nintendo: Schwache Zahlen von Wii U und 3DS sorgen für größten Verlust in fünf Jahren

Martin Eiser 13

Im letzten Jahr konnte Nintendo im Zeitraum von April bis Juni 2015 noch einen Gewinn einfahren, in diesem Jahr steht im ersten Geschäftsquartal ein dickes Minus in der Bilanz – das höchste seit 2011. Schuld sind vor allem die schwachen Verkaufszahlen von Wii U und 3DS.

Liegt die Wii U im sterben?

Während Nintendo bereits fleißig an einer neuen Plattform arbeitet, die derzeit nur den Projektnamen NX trägt, gehen die Verkaufszahlen für Wii U und Nintendo 3DS weiter zurück: Im ersten Geschäftsquartal vom 1. April 2016 bis zum 30. Juni 2016 wurden lediglich 220.000 Einheiten der Wii U verkauft. Im Jahr davor waren es noch 470.000 Einheiten. Die Wii U steht damit inzwischen bei knapp 13 Millionen verkauften Einheiten.

Die Verkaufszahlen des Nintendo 3DS fielen von 1,01 Millionen Einheiten auf 940.000. Schauen wir aber genau hin, dann ist das vor allem dem Nintendo 2DS zu verdanken: Der vorrangig für Kinder konzipierte Handheld konnte sich im Vergleich zum Vorjahr 190.000 Mal mehr verkaufen, während von den beiden Modellen des New Nintendo 3DS exakt 190.000 weniger verkauft wurden. Den 2DS gab es im Bundle mit den Pokémon-Klassikern der ersten Generation, das kam vor allem in den USA gut an. Der Nintendo 3DS hat sich bisher weltweit 59,79 Millionen Mal verkauft.

Während die Verkaufszahlen sinken, steigen sicherlich parallel die Kosten im Zusammenhang mit NX, der neuen Plattform von Nintendo. Am Ende steht für das erste Quartal somit ein Nettoverlust von umgerechnet 211 Millionen Euro in der Bilanz. Es ist der höchste Verlust im ersten Geschäftsquartal für Nintendo seit 2011. Allerdings gibt es auch ein paar gute Nachrichten: Miitomo sorgte für eine leichte Entlastung. Die Sparte für „Smart devices and IP related income“ stieg von umgerechnet 8 Millionen Euro auf 13,8 Millionen Euro. Außerdem wurden 1,6 Millionen Amiibo-Figuren verkauft.

Der Umsatz für das Gesamtjahr soll laut Prognose von Nintendo inklusive der Einnahmen durch Pokémon GO bei 4,3 Milliarden Euro liegen – ein Prozent mehr als im Vorjahr. Da ein Release der neuen Plattform NX sich merklich positiver auf die Umsatzprognose auswirken dürfte, ist demnach eine Veröffentlichung erst gegen Ende März oder sogar noch später denkbar.

Quelle: gamesindustry.biz

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