Nintendo: Virtual Console-Spiele stammen doch nicht aus dem Internet

Lisa Fleischer

Lange Zeit kursierte das Gerücht, Nintendo hätte Virtual Console-Spiele nicht etwa selbst entwickelt, sondern von ROM-Seiten heruntergeladen. Jetzt haben Entwickler den Code nochmal genau unter die Lupe genommen – und wissen, von wem die Spiele wirklich stammen.

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Zuerst berichtete Eurogamer darüber, dass Nintendos Virtual Console-Spiele auf ROMs basieren, die im Internet kursieren, später griff Emulator-Advocat Frank Cifaldi die Theorie auf der Games Developer Conference auf. Beweise wollen beide Quellen in dem Code des Virtual Console-Ports von Super Mario Bros. gefunden haben, der an eine seit den 90er-Jahren kursierende ROM von iNES erinnert.

Allerdings fiel Reddit-Nutzer PPLToast vor wenigen Wochen auf, dass Tomohiro Kawase, der an iNES beteiligt war, später bei Nintendo angestellt wurde. So steht es zumindest im Nintendo-Wiki, Beweise für seine Täitgkeit bei iNES finden sich tatsächlich auf deren Webseite. Bei Nintendo wiederum arbeitete Kawase an dem ersten Animal Crossing – besser gesagt an dem darin integrierten NES-Emulator, wie man den Credits entnehmen kann.

PPLToast vermutet, dass Kawase die bei iNES gelernten Fähigkeiten auch beim Animal Crossing-internen Emulator angewendet hat – schließlich findet sich auch darin immer eine Zeile, die an den iNES erinnert. Auch wenn die Virtual Console-Spiele keine Credits haben, ist es natürlich denkbar, dass Kawase auch an diesen Ports beteiligt war. Natürlich handelt es sich dabei nur um eine Theorie, allerdings wird sie zusätzlich von Resetera-Nutzer Krvavi Abadas gestützt. Abadas verglich den Code der NES-Spiele in Animal Crossing mit denen der Virtual Console. Und siehe da: Tatsächlich sind die Dateien tatsächlich exakt dieselben!

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Daraus schließt Abadas, dass PPLToasts Theorie wohl stimmen muss: Anstatt Kawase aufgrund seiner Tätigkeiten in der ROM-Szene zu verklagen, stellten sie ihn einfach bei sich selbst an und profitierten dadurch von seinen Fähigkeiten. Er wiederum wendete seine bei iNES gelernten Tricks an, um für Nintendo eigene ROMs zu erstellen. Jetzt wissen wir also, dass uns Nintendo bei der Virtual Konsole nicht einfach für aus dem Internet heruntergeladene ROMs zahlen lässt, sondern die Spiele tatsächlich selbst entwickelt hat – wenn auch mit Hilfe von ehemaligen ROM-Entwicklern. Wieder etwas gelernt.

Glaubst du der Theorie von PPLToast und Krvavi Abadas oder klingt es für dich plausibler, dass Nintendo zumindest die neueren ROMs einfach aus dem Internet stibitzt hat? Kannst du mit den Retro-Titeln überhaupt noch etwas anfangen oder spielst du sowieso lieber aktuelle Titel?

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