Paket mit SNES-Spielen im Wert von 10.000 Dollar wieder aufgetaucht

Sandro Kipar

Letzte Woche haben wir über den Sammler Byuu berichtet, der SNES Spiele sammelt und digital archiviert. Nachdem eine Lieferung im Wert von 10.000 US-Dollar verloren ging, stand das Projekt jedoch vor dem Aus. Nun nahm das Schicksal eine glückliche Wendung.

RS SNES 3.

Der Sammler und Entwickler von Emulatoren Byuu hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Titel, die jemals auf Nintendos SNES erschienen sind, digital zu archivieren. Besonders in den sogenannten PAL-Regionen, also große Teile Europas, Südamerikas, Asiens, Afrikas und Ozeanien, sind die Spiele im Originalzustand sehr selten und dementsprechend teuer. Mit dem deutschen Sammler Smarthuman konnte Byuu jedoch eine Vereinbarung treffen: In Paketen mit jeweils 100 Spielen wollte Smarthuman dem amerikanischen Sammler die Spiele zur Archivierung leihen. Doch auf dem Weg nach Amerika ging eines dieser Pakete im Wert von insgesamt 10.000 US-Dollar verloren. Byuu versuchte über den amerikanischen Postdienst und die sozialen Netzwerke die Lieferung ausfindig zu machen, doch vergebens: Das Paket blieb verschollen. Frustriert erklärte er sein Vorhaben für beendet und verkündete, dass er nun Geld auftreiben wolle, um Smarthuman zu entschädigen.

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Wie sich nun herausstellte, hat die Geschichte ein Happy End: Auf seiner Website schrieb Byuu, dass das Paket aufgetaucht sei. Weiter erklärte der Sammler, dass er nach dem großen medialen Echo von einem leitenden Angestellten von USPS kontaktiert wurde. Der Postdienst wolle der Sache nun verstärkt nachgehen. Es stellte sich heraus, dass während der maschinellen Verarbeitung des Paketes der Aufkleber mit der Zieladresse abgerissen wurde, weswegen das Paket irrtümlich nach Atlanta statt Ohio geliefert wurde, knapp 975 Kilometer weiter. Ganz so lange wie der Reddit-User, der seinen geklauten SNES wieder fand, musste Byuu also nicht warten.

Auch wie es mit der Archivierung nun weiter geht, erklärt Byuu auf seiner Website: In das Verschicken wertvoller Pakete hat er verständlicher Weise das Vertrauen verloren. In Zukunft würde er nur noch deutlich kleinere Lieferungen von Smarthuman entgegennehmen. Doch selbst dann fehlen ihm noch weitere Spiele aus den PAL-Regionen. Hierfür möchte Byuu den Patreon Account, den er ursprünglich für die Entschädigung für Smarthuman verwenden wollte, nutzen. Mit den Spenden könne er die restlichen Spiele kaufen, digitalisieren und wieder verkaufen. Der Erlös daraus würde wieder in den Spendenpool fließen.

Dieser Prozess verlangsamt das Projekt natürlich deutlich. Byuu vermutet, dass es noch mehrere Jahre dauern könnte, bis die Sammlung vollständig ist. Bezüglich der Post hat er nach eigener Aussage jedoch etwas gelernt: Nicht allzu wertvolle Dinge verschicken und wenn doch: eine Versicherung dafür abschließen.

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