Satoru Iwata: Die unbekannten Seiten des Nintendo-Chefs

Selim Baykara

Satoru Iwata - der Tod des Nintendo-Chefs letzte Woche ließ die oft schnelllebige Spielebranche für einen kurzen Moment innehalten. Sowohl Entwickler als auch Spielefans ließen ihrer Trauer auf Twitter freien Lauf und beklagten den Tod eines Mannes, der Nintendo in den letzen Jahren wie kein Zweiter geprägt hat - im Guten wie im Schlechten. Wir nehmen die traurige Nachricht zum Anlaß für eine kleine Retrospektive und zeigen euch einige Seiten aus dem Leben von Satoru Iwata, die ihr vielleicht noch nicht kanntet.

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Satoru Iwata - Immer fair zu seinen Angestellten

Satoru Iwata war zwar der Kopf eines milliardenschweren Unternehmens, trotzdem behandelte er seine Angestellten äußerst fair. Nachdem die Nintendo-Profite 2013 in den Keller rutschten, wurde er auf einem Aktionärstreffen gefragt, warum er keine Entlassungen vornehme, um den Verlust auszugleichen. Seine Antwort: „Damit können wir zwar kurzfristig unsere finanzielle Situation verbessern - allerdings glaube ich nicht, dass Angestellte, die um ihre Entlassung fürchten müssen, Software entwickeln können, die Menschen auf der ganzen Welt beeindruckt. Außerdem vorbildlich: Im gleichen Jahr übernahm Satoru Iwata persönlich die Verantwortung für die Nintendo-Misere und kürzte seine Gehalt für fünf Monat auf die Hälfte.

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Satoru Iwata - Eine echte Programmiererlegende

Satoru Iwata war nicht der typische Firmenboss, der nur mit Bilanzen hantiert, von Spielen aber keine Ahung hat. Seinen Ruf verdankte er vor allem einem außergewöhnlichen Programmier-Talent. Bereits als Schüler programmierte er ein Baseball-Spiel - auf einem Taschenrechner, der eigentlich gar keine Grafik darstellen konnte. Als Chef des Nintendo-Parterunternehmens HAL Laboratories rettete er später das SNES-Mammut-Rollenspiel Earthbound, indem er ganz alleine die komplette Weltkarte in einem einzigen Monat programmierte. Bei der Entwicklung von Pokemon Gold and Silver entschied Iwata schließlich, dass die Spieler mehr als eine Region verdient hätten. Deshalb nutzte er eine spezielle Komprimierungstechnik um die gesamte Spielwelt des Vorgängers Pokemon Blue and Red - effektiv also ein komplettes Spiel - auf die Cartridge zu packen.

Kein abgehobener Firmenboss

Auch als Nintendo-Boss war sich Satoru Iwata nicht zu schade, selbst Hand anzulegen. Es gibt eine nette Anekdote, aus der Zeit kurz vor dem Release der Wii U: Satoru Iwata ist im Nintendo Hauptquartier in Kyoto unterwegs und inspiziert das Launch-Lineup der neuen Konsole - darunter befindet sich auch die Minispiel-Sammlung , die das Spiel Balloon Trip Breeze enthält - eine Hommage an Balloon Fight, eines der ersten kommerziellen Spiele von Satoru Iwata. Der Chef bemerkt sofort, dass etwas nicht mit den Animationen und dem Spiel-Flow stimmt. Anstatt es bei einem Kommentar zu belassen, krempelt Satoru Iwata zum Erstaunen der Anwesenden die Ärmel hoch und macht sich daran, den Code an Ort und Stelle zu optimieren. Ein Firmenboss, der selbst programmiert - in einem anderen Unternehmen als Nintendo ist das nur schwer vorstellbar.

Iwata und Miyamoto

Nintendo-Legende Shigeru Miyamoto war - wie allen anderen - anlässlich des Todes von Satoru Iwata tief bestürzt. Die Beziehung zwischen den beiden war aber nicht immer ganz so harmonisch - zumindest am Anfang der Karriere man Iwata. Bereits vor seiner Zeit bei Nintendo stellte sich Iwata immer wieder die Frage: „Warum wird alles, was Miyamoto-San anfasst zu Gold?“ In einem Interview aus dem Jahr 2014 gab Satoru Iwata dann zu, dass er Miyamoto zunächst als Rivalen betrachtet hätte: „Damals als ich bei Nintendo anfing entschied ich - irgendwie aus einer zufälligen Laune heraus - dass Miyamoto mein Rivale sei - auch wenn es mir jetzt leicht peinlich ist, das zuzugeben. Heute lache ich darüber, aber für eine sehr lange Zeit betrachtete ich Miyamoto als meinen Rivalen und wollte ihm das Leben zur Hölle machen.“

Satoru Iwata der Querdenker

Iwata wollte nie den gleichen Weg wie andere beschreiten. Als er am Beginn des HD-Zeitalters erkannte, dass der Markt für Spielekonsolen zu überfüllt geworden war, entwickelte er eine Firmenstrategie, die Nintendo einen phänomenalen Höhenflug bescherte. Sowohl Wii als auch Nintendo DS gehen direkt auf Ideen von Satoru Iwata und überraschten die Spiele-Community mit revolutionären Controllern. Der Erfolg der beiden Konsolen machte Nintendo für einige Jahre zum erfolgreichsten Spielehersteller und zu einem der größen japanischen Unternehmen. Der Nachfolger konnte die Spiele-Community - trotz hervorragenden Spielen - leider nicht im gleichen Maße überzeugen - man darf allerdings auf den Nachfolger Nintendo NX gespannt sein, die letze Konsole, die auf Ideen von Satoru Iwata zurückgeht und offenbar die Grenzen zwischen portablen und stationären Konsolen beseitigen will.

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Bildquellen: Nintendo

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