Teure Image-Pflege vor der NX: Darum war die Wii U doch ein Erfolg für Nintendo

Sebastian Moitzheim 14

Die Image-Pflege war teuer, aber erfolgreich

Die Wii U war finanziell kein Riesenerfolg für Nintendo, egal wie man es dreht und wendet. Und Nintendo hat in diesem Aspekt ohne Frage Fehler gemacht: Das Gimmick der Wii U haben sie weder gut vermarktet, noch selbst ausreichend genutzt, und zwischenzeitlich gab es eine Phase, da sah es so aus, als hätte Nintendo die Wii U aufgegeben (also, bevor sie sie wirklich aufgegeben haben - noch vor Splatoon).

Doch schaut man sich Nintendos Strategie an, erkennt man, dass Erfolg für die Japaner nicht bloß auf die finanzielle Ebene reduzierbar ist. Fast genauso wichtig war für Nintendo immer, sich als eine bestimmte Art von Game-Publisher zu positionieren: Einer, bei dem Innovation über allem und Respekt vor den Spielern/Spielerinnen - Casual und Hardcore - über Geldmacherei steht. Und in dieser speziellen Generation kam dazu, dass Nintendo einige Fragen zu beantworten hatte, Zweifel zerstreuen musste, ob die Firmenphilosophie im Online-Zeitalter noch zeitgemäß ist. Selbst einige von Nintendos größten Fans hatten nach der Wii-Ära Zweifel, ob Nintendo jemals den Anschluss an Sony und Microsoft finden würde, was Online-Unterstützung angeht. Nach der Wii U hat diese Zweifel niemand mehr, oder zumindest niemand, der sich wirklich mit der Konsole beschäftigt hat. Und wo ich nach der Wii-Ära zweifelte, ob Nintendo noch irgendwelche neuen Ideen hat, zeigte das Traditionsunternehmen sich in der Wii-U-Ära so kreativ und ideenreich wie zu seinen Anfangszeiten.

Man darf dabei eines nicht außer Acht lassen: Nintendo ist in der komfortablen Situation, sich einen finanziellen Misserfolg “leisten“ zu können (Nintendo hat große finanzielle Rücklagen und die Absicherung durch die Gelddruckmaschine 3DS und ist aufgrund seiner Firmenstruktur und -geschichte weniger der Börse verpflichtet als die meisten Großfirmen; diese Firmen-Struktur, das sei angemerkt, ändert sich gerade etwas, wohl auch aufgrund der WiiU-Performance, dennoch kann Nintendo einen solchen Verlust besser verkraften als die Konkurrenz).

3ds
Wie gesagt wirken einige Entscheidungen (gegen Motion Controls als Gimmick, gegen Mikrotransaktionen bei Splatoon), als hätte Nintendo sich bewusst für den finanziell weniger erfolgversprechenden Weg entschieden. Und das hat einen Grund: Eine schwache Performance einer Konsole kann Nintendo eher verkraften als den Verlust des Kundenvertrauen. Dieses war zum Ende der Wii-Zeit durchaus in Gefahr - die Konsole erreichte viele Menschen, die sonst nichts mit Videospielen anfangen können, doch die assoziieren die Konsole nicht unbedingt mit der Marke Nintendo, und einige alteingesessene Nintendo-Fans waren unzufrieden mit dem Angebot und der Qualität von “richtigen“ Spielen (also Spielen, die keine Party-Spielesammlungen waren). Viele dieser alten Fans hat Nintendo mit der Wii U zurückgewonnen, und mit Splatoon kamen einige neue dazu. Das reichte nicht zum großen wirtschaftlichen Erfolg, doch es ist eine Investition in die Zukunft und könnte genau das gewesen sein, was Nintendo nach der Wii-Ära brauchte.

Bist Du der ultimative Nintendo-Fanboy?

Nintendo ist eines der wichtigsten und traditionsreichsten Gaming-Unternehmen der Welt. Selbst Nicht-Gamer kennen Super Mario. Was weißt Du aber als echter Gamer über das japanische Studio? Kannst Du wirklich von Dir behaupten, ein Nintendo-Fanboy zu sein?

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