Eigenwilliges Design oder doch ein Fake? Ein neues Renderbild des Nokia C1, das seit kurzem durch die Gerüchteküche geistert, spaltet die Gemüter. Bei näherem Hinsehen kommen in der Tat Zweifel an der Echtheit des Bildes. 

Dass Nokia, genauer gesagt der nicht von Microsoft gekaufte Rest des Unternehmens, den Wiedereinstieg in den Mobilfunkmarkt plane, ließ der Traditionshersteller bereits Mitte Juli verkünden. Wie bereits beim Nokia N1 Tablet, möchten sich die Finnen starke Partner ins Boot holen und ihren bekannten Markennamen lizenzieren. Konkret würde das bedeuten: Nokia kümmert sich um das Design und die Software des Smartphones, während Fertigung, Marketing und Vertrieb von den Partnern übernommen werden. So eine Arbeitsteilung würde in der Tat Sinn ergeben: Nach dem Nokias Mobilfunksparte 2013 an Microsoft verkauft wurde, besitzt das Unternehmen nämlich keine Kapazitäten mehr, um selbständig Smartphones zu bauen. Zeigt das unlängst aufgetauchte Renderbild also tatsächlich das erste Smartphone, das Nokia wieder komplett unter eigener Regie entwickelt hat? Einige Indizien sprechen aus unserer Sicht dagegen.

Zunächst einmal sticht der Powerbutton ins Auge, der beim Nokia C1 auf der Oberseite des Smartphones angebracht ist. Von den Renderbildern her nach zu urteilen, dürfte das Nokia C1 aber eine Displaydiagonale jenseits der 5 Zoll besitzen, weshalb die Positionierung des An/Aus-Knopfes an dieser Stelle nicht allzu praktikabel erscheint. In dieselbe Kerbe schlägt auch die Lautstärke-Wippe, die für ein Gerät dieser Größe viel zu weit oben platziert ist. Insgesamt hinterlässt das Renderbild auch einen sehr künstlichen Eindruck, wenngleich es eine gewisse Ähnlichkeit zum Leak besitzt, der Anfang September aufgetaucht ist (Bild unten).

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Wieso sollte Nokia erneut auf Microsoft setzen?

Zudem dürfte es wohl höchst zweifelhaft sein, dass das Nokia C1 wahlweise mit Android oder Windows 10 Mobile ausgeliefert wird. Zur Erinnerung: Als Nokia 2011 exklusiv auf Windows Phone umstieg, wollte der Hersteller damit wieder zur Spitze der Smartphone-Branche aufsteigen und Samsung und Apple das Fürchten lehren. Stattdessen blieben Nokias Windows Phones wie Blei in den Regalen liegen, was am Ende dazu führte, dass der Konzern seine Mobilfunksparte an Microsoft verkaufen musste. Nokia ist also ein „gebranntes Kind“, wenn es darum geht, auf Microsofts mobiles Betriebssystem zu setzen. Von der Tatsache, dass Windows Phone mit einem Marktanteil von mickrigen 1,7 Prozent nicht unbedingt rosige Zukunftsaussichten versprüht, ganz zu schweigen. Denkbar wäre höchstens, dass Nokia und Microsoft einen Deal eingegangen sind: Microsofts Bereitschaft, Nokias neue Smartphone-Avancen zu tolerieren, im Austausch gegen eine Windows 10-Version des Gerätes und eine standardmäßige Bündelung von Microsoft-Apps auf der Android-Version des Gerätes, wie sie aus dem Bildschirm ersichtlich ist.

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Nokias darf Ende 2016 wieder den eigenen Namen verwenden

Ist das Renderbild des Nokia C1 nun ein Fake, hat uns ein böswilliger Zeitgenosse mit seinen Photoshop-Künsten mutwillig hinters Licht geführt? Zumindest die Indizien zeigen aus unserer Sicht in diese Richtung. Gewissheit gibt es wohl erst nächstes Jahr – wenn die Nokias Vereinbarung mit Microsoft ausläuft und der Hersteller ab dem vierten Quartal 2016 wieder Smartphones unter eigenem Namen auf den Markt bringen darf.

Quelle: NokiaPowerUser, via: PhoneArena 

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