Nokia HERE: Entwicklung für Android und iOS an erster Stelle; Offline-Navigation soll kostenlos bleiben

Tuan Le 8

Seit dem Verkauf der mobilen Division konzentriert sich Nokia verstärkt auf die Entwicklung der Navigationssoftware HERE Maps. Im Interview mit The Next Web erläuterte der Senior Vice President der HERE-Entwicklung, Sean Fernback, die künftige Vorgehensweise. Nach der Akquisition der Handysparte durch Microsoft soll die Entwicklung für Windows Phone zurückgefahren werden, der Fokus wird auf Software für Android und iOS verlagert.

Nokia HERE: Entwicklung für Android und iOS an erster Stelle; Offline-Navigation soll kostenlos bleiben

Nokia haben die meisten zwar vermutlich als Hersteller von Smartphones im Kopf, doch seit dem Verkauf der mobilen Sparte an Microsoft besinnt sich das finnische Unternehmen wieder auf andere Stärken, so zum Beispiel den Sektor Navigationssoftware. Schließlich stellt man bereits in mehr als 80 Prozent aller Autos mit integriertem Navigationssystem die benötigten Karteninformationen zur Verfügung und auch bei Bing Maps, Yahoo Maps und Amazon hat man die Finger mit im Spiel. Das nächste große Projekt stellt die Einführung der HERE Maps-Applikation für iOS und Android dar, wobei im Android-Sektor zunächst nur Samsung-Kunden bedient werden. Sean Fernback, seines Zeichens Senior Vice President of Everyday Mobility bei Nokia HERE, ließ hierzu im Interview einige weitere Details verlauten.

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Vor allen Dingen die Verlagerung der Entwicklung von Windows Phone zu Android und iOS steht bei Nokia HERE offenbar auf dem Plan. Zwar wird die App für Windows Phone weiterhin in Stand gehalten, doch es findet keine „aktive Investition“ mehr statt, wie Fernback sagt. Es muss aber an dieser Stelle hinzugefügt werden, dass die HERE-Anwendung für Windows Phone schon sehr gut ist. Vielmehr werde durch die Transaktion mit Microsoft die Entwicklung an der Windows Phone-Applikation zurückgefahren und der Fokus auf Android und iOS gelegt, wie vor einigen Monaten bereits ersichtlich geworden ist. Das ist im Prinzip kaum verwunderlich, denn da Windows Phones-Geräte nun nicht mehr Bestandteil der eigenen Produktpalette darstellen, verliert die Weiterentwicklung von HERE Maps für Windows Phone aufgrund der geringen Marktdurchdringung an Reiz. Während zuvor die Offline-Navigation mit HERE Maps eines der Haupt-Kaufargumente für die Lumia-Smartphones gewesen ist und die Entwicklung der App dementsprechend zuträglich für die Hardware-Verkäufe war, fällt dieser Aspekt seit der Übernahme durch Microsoft weg.

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Durch die Verlagerung erhofft sich das Unternehmen vermutlich eine größere Kundenbasis – bei Release von HERE Maps für Android und iOS sollen sämtliche Funktionen völlig kostenfrei und ohne Werbung genutzt werden können. Das beinhaltet auch das wohl spannendste Feature der HERE-Navigation: Anders als bei Google oder Apple Maps kann Kartenmaterial für ganze Länder völlig kostenlos heruntergeladen und zur Offline-Navigation verwendet werden. Damit verschaffen sich die Finnen einen erheblichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, doch bleibt es fraglich, wie man aus der Sache Gewinn schlagen möchte. Laut Fernback habe man sich darüber noch keine Gedanken gemacht, doch am Beispiel von Facebook sehe man, dass das Erreichen der kritischen Masse für den Dienst wichtiger ist, als an Monetarisierung zu denken. Werbung könnte in Zukunft eine Möglichkeit der Finanzierung werden, es gebe jedoch prinzipiell auch andere Optionen laut Fernback, um die kostenlose Nutzung von HERE Maps zu monetarisieren.

Seid ihr an HERE Maps interessiert? Wird sich Nokia hier gegen die Konkurrenz durchsetzen können? Meldet euch in den Kommentaren zu Wort.

Quelle: The Next Web

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