Nokia: Neue Smartphones für 2016 geplant – Update: Dementi

Tuan Le 18

Nokia könnte bereits im kommenden Jahr wieder Smartphones auf den Markt bringen: Wie das US-Tech-Magazin re/code unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, wird mit dem Ablauf der mit Microsoft vereinbarten Sperrfrist Ende 2016 wieder neue Geräte von den Finnen zu sehen sein werden. Beim Vertriebsmodell wird man allerdings unkonventionelle Wege bestreiten und eine ähnliche Strategie wie schon beim Nokia N1-Tablet fahren.

Update vom 26. April 2015:  Da war Nokias Mike Wang wohl etwas zu voreilig mit der Ankündigung eines Comebacks auf den Smartphonemarkt. Nokia erklärt in einem offiziellen Statement, dass man derzeit keine Pläne hege, Smartphones herzustellen oder zu verkaufen. Das Zitat aus dem Magazin Sichuan Daily, demzufolge man wieder Smartphones herzustellen gedenkt, wäre fälschlicherweise dem Nokia-Manager Mike Wang zugeschrieben worden, so das Unternehmen.

„Nokia reiterates it currently has no plans to manufacture or sell consumer handsets.“ – Nokia.

Update vom 24. April 2015: Jetzt ist es offiziell: Mike Wang, Nokia-Geschäftsführer für Hongkong, Taiwan und Macau, hat das Smartphone-Comeback des finnischen Unternehmens bestätigt. Demnach soll das Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum von Nokia in der chinesischen Provinz Sichuan ausgebaut werden und als Ausgangspunkt für die Smartphone-Entwicklung dienen. Auch über das Betriebssystem ließ sich Wang bereits die Aussage entlocken, dass Nokia die Möglichkeiten von Android aktuell erkundet.
Bilderstrecke starten(8 Bilder)
Nokia Ion Mini: Dieses besondere Handy hat man uns vorenthalten

Sollten sich die aktuellen Gerüchte bewahrheiten, könnte Nokia als Smartphone-Hersteller schon bald wie der berühmte Phönix aus der Asche steigen. Nachdem 2013 ein Verkauf der mobilen Division von Nokia an Microsoft stattgefunden hatte, vereinbarten die beiden Unternehmen auch einen vorläufigen Ausschluss der Finnen vom Smartphone-Markt. Nokia war es bislang daher untersagt, neue Smartphones unter eigenem Namen zu verkaufen. Während neue Smartphones schon Anfang 2016 produziert und auf den Markt gebracht werden müssen, darf eine Lizenzierung des Namens an andere Unternehmen erst nach Ablauf des dritten Quartals nächsten Jahres stattfinden. In der jüngeren Vergangenheit tauchten immer wieder Gerüchte darüber auf, dass Nokia bald wieder den Einstieg in den Smartphone-Markt wagen möchte. Zuletzt war gar von einer Kooperation mit Meizu die Rede, aktuell haben Insider gegenüber re/code entsprechende Informationen verlauten lassen.

Nokia-Smartphones sollen von Drittunternehmen hergestellt werden

nokia-n1

Den Insiderinformationen zufolge laufen bei Nokia die Vorbereitungen für das Comeback bereits auf Hochtouren: Pünktlich zum Ablauf der Sperrfrist im dritten Quartal 2016 sollen die Finnen wieder neue Smartphones auf den Markt bringen. Das Geschäftsmodell wird sich hierbei, da ein Großteil der Produktionsressourcen schließlich an Microsoft veräußert worden ist, am Vertrieb des Nokia N1-Tablet orientieren. So werden die mobilen Geräte zwar völlig eigenständig entwickelt – allen voran von der innovativen Nokia Technologies-Abteilung, die mehr als 10.000 Patente innehält -, allerdings nicht selbst produziert.

Stattdessen will Nokia die Geräte-Designs mitsamt des renommierten Namens lizenzieren und die Produktion sowie den Verkauf dann interessierten Drittunternehmen überlassen, so zumindest die Insider. Auch Richard Kerris, ein ehemaliger Nokia-Mitarbeiter, äußerte sich erwartungsvoll über Nokia und deutete an, dass die Finnen noch einiges auf Lager haben. Neben Smartphones sollen sogar Virtual Reality-Projekte in Angriff genommen werden.

Nokia N1 vorgestellt.

Ein Lizenzierungsmodell scheint noch die vertretbarste Theorie zu sein, wie Nokia den Wiedereinstieg auf den Smartphone-Markt bewältigen will. Falls dieser denn überhaupt tatsächlich ansteht. Selbst etablierte Smartphonehersteller wie Sony und HTC haben hart zu kämpfen und Nokia könnte sich als nach wie vor erfolgreiches Unternehmen in der Netzwerk-Branche eigentlich wirtschaftlich zufrieden geben. Dass man nach dem Verkauf der mobilen Abteilung an Microsoft gewillt ist, viele Risiken einzugehen und Ressourcen aufzuwenden, nur um neue Nokia-Smartphones auf den Markt bringen zu können, erscheint fraglich. Sollte es neue Informationen hierzu geben, werden wir selbstredend berichten.

Quelle: re/code, Sichuan Daily Home via G for Games, Der Standard

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung