Nokia Normandy: Kachel-UI detailliert im Bild, Microsoft hat das letzte Wort zum Marktstart [Gerüchte]

Rafael Thiel 14

Das Gerücht, dass Nokia an einem Android-Smartphone mit dem Codenamen Normandy bastelt, kursiert seit geraumer Zeit. Nun konkretisiert sich dieses Vorhaben nach zahlreichen Leaks. Insider gehen von einem baldigen Start aus – oder gar keinem. Denn wie Microsoft zu der geplanten Konkurrenz steht, die praktisch aus eigenem Hause kommt, ist noch ungewiss.

Nokia Normandy: Kachel-UI detailliert im Bild, Microsoft hat das letzte Wort zum Marktstart [Gerüchte]

Unter dem Namen Normandy arbeitet Nokia seit einiger Zeit an einem neuen Smartphone, das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Doch der Finnen neuester Coup soll ein Einsteiger-Smartphone sein – basierend auf Googles Android-OS. Nokia hat sich zuletzt mit seinen Modellen der Lumia-Reihe einen Namen gemacht – unter Windows Phone-Liebhabern. Das trotz der anstehenden Eingliederung in Microsofts Welt der Fenster und Kacheln, nachdem Nokia fast komplett von Microsoft aufgekauft wurde. Beim Software-Riesen aus Redmond wird diese Idee jedoch nicht jedem behagen, weswegen ein baldiges Release nicht als sicher gelten kann. Wie ein weiterer Leak vom bekannten Tech-Whistleblower @evleaks zeigt, weicht Nokias Interpretation von Android deutlich von Googles Vanilla-Oberfläche ab. Vielmehr ähnelt es dem bekannten Kacheldesign, welches Microsoft mit seinen Windows Phone-Geräten vertritt.

Nokia-Normandy-Leak-Oberflaeche

Windows Phone meets Android: So soll die Oberfläche des Normandy aussehen

Wie der Screenshot ebenfalls indiziert, könnte es sich bei Nokias „Project Normandy“ um ein Dual-SIM-Gerät handeln. Die Märkte für solche Geräte sind üblicherweise nicht Länder wie die USA oder auch Deutschland, sondern vielmehr Entwicklungsländer mit vergleichsweise geringem Lohn. In solchen Schwellenländern bietet Nokia seine Lumias in der Regel gar nicht erst an, sondern setzt auf die populäre Asha-Reihe, preiswerte Smartphones mit WhatsApp, Facebook & Co für wenig Geld. Spinnt man diesen Gedanken nun weiter, landet man bei einem günstigen Androiden aus dem Hause Nokia, der für jedermann erschwinglich ist.

nokia-normandy-engineering-sample

Bild: Ein Engineering-Sample des Nokia Normandy

Gestützt wird diese Theorie auch von den kolportierten Low-End-Specs. Demnach soll das Normandy über ein kleines 4 Zoll-Display verfügen, angetrieben durch einen Qualcomm S4 Prozessor, unterstützt von 512 MB RAM. Dazu gesellen sich eine 3 MP-Kamera und 4 GB interner Speicher, per micro SD-Karte erweiterbar.

Damit könnte Nokias erster Androide die angestaubte Series 40-Plattform ablösen, die auf den Nokia Asha-Geräten läuft. Dies brächte, selbst ohne teure Google-Anbindung, einige Vorteile für den Nutzer mit sich. Mit Android als Fuhrwerk kann Nokias Fork, ähnlich wie es Amazon bereits vormacht, auf eine breite User- und Entwickler-Community zurückgreifen. Auch wenn auf den Geräten Google Play Store und die Google-Apps nicht vorhanden wären, könnten viele Entwickler ihre bereits bestehenden Android-Apps mit wenig Aufwand für die Androiden von Microsoft und Nokia bereitstellen.

Der Vorteil für Microsoft wäre eine Verbreitung der Modern-UI durch die offensichtliche Anlehnung an diese der modifizierten Oberfläche. So könnte Windows Phone für potentielle Käufer schmackhaft werden. Gleichzeitig werden Microsoft keine Kunden abspenstig gemacht, da Nokias Trojanisches Pferd im Vergleich zu den Lumia-Modellen mit deutlich niedrigeren Specs aufwartet. Außerdem behält Windows Phone somit sein Image als Premium-OS. Das Nokia Normandy könnte vieles vereinen: Microsofts gute Office-Anbindung, Nokias Kartenservice Here mit seinen zahlreichen Features und Androids Offenheit für so ziemlich alles andere. Das funktioniert allerdings nur, wenn sich Microsoft nicht im letzten Moment querstellt und Nokias Android-Avancen einen Strich durch die Rechnung macht.

Noch handelt es sich hierbei um Gerüchte, welche man grundsätzlich mit Skepsis genießen sollte. Microsoft und Nokia halten sich bislang bedeckt bezüglich all dieser Gerüchte und Theorien. Sollte sich daran etwas ändern, werden wir natürlich weiter berichten. Denkbar wäre eine Vorstellung auf dem Mobile World Congress 2014 Ende Februar.

Quellen: GSM Arena, TechnoBuffalo, picturepan2 @ Twitter, evleaks @Twitter, GigaOM

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