Optischer Bildstabilisator aus Nokia Lumia-Geräten: Jetzt auch für Geräte anderer Hersteller lizenzierbar

Andreas Floemer 5

Auch wenn Windows Phone als Betriebssystem nicht unbedingt jedermanns Sache ist, die Kameras von Nokias Lumia-Smartphones genießen einen sehr guten Ruf. Unter anderem ist dies der verbauten Bildstabilisierungs-Technik (OIS) zu verdanken, durch die die Modelle Lumia 920, 1020 und 1520 so gute Fotos zu produzieren vermögen. Eben diese Technologie steht nun allen Herstellern offen, sodass wir womöglich auch bald in Android-Smartphones die sogenannte gyroskopische Bildstabilisierung vorfinden könnten.

Wer schon einmal mit einem Lumia-Smartphone hantiert und fotografiert hat, weiß um die Vorteile der Kamera-Fähigkeiten (und die großartige dazugehörige Kamera-App). Zwar laufen die Geräte nicht mit Android (auch wenn Nokia mit dem Normandy in Kürze ein Low-End-Gerät mit Android vorstellt), dennoch haben die Lumias so ihre Schokoladenseiten, die an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden müssen. Im Fokus soll hier schließlich die gyroskopische Bildstabilisierung mit der etwas kryptischen Bezeichnung L2G2IS aus dem Hause ST Microelectronics (STM) stehen, welche die Finnen bislang als exklusiver Lizenznehmer nutzen konnten.

Dank dieser mechanischen Bildstabilisierungs-Technologie in Form eines Zwei-Achsen-Gyroskops ist es möglich, dass die Kamera-Blende länger geöffnet bleiben kann, um mehr Licht auf den Sensor zu lassen, ohne dass es zu den üblichen Verwacklern kommt. Selbst bei mäßiger Ausleuchtung sind gute bis sehr Foto-Resultate zu verzeichnen. Auch Videos sind dank dieser OIS-Technik beinahe ruckelfrei. Hier ein Beispielvideo, in dem die Bildstabilisierung eines Nokia Lumia 920 mit der Kameraqualität eines Galaxy S3 (ohne OIS) verglichen wird:

Mit der Nokia-Exklusivität dieser OIS-Technik ist es jetzt aber wohl Sense, wie The Register zu berichten weiß. Sie steht nun für weitere Hersteller von Smartphones zur Lizenzierung zur Verfügung. Es ist davon auszugehen, dass nicht wenige Hersteller reges Interesse an dem 2,3 x 2,3 x 0,7 Millimeter großen Chip zeigen. Allerdings ist der Preis eines solchen Moduls nicht gerade gering, denn bei einer Abnahmemenge von 1.000 Einheiten fallen 1,70 US-Dollar pro Stück an, was in etwa das Dreifache ist, was ein Hersteller für Standard-Kopfhörer hinlegen muss. Wenn man aber bedenkt, was für einen Mehrwert eine auf diesem Wege verbesserte Kamera mit sich bringt, sofern Sensor und Linse ebenso von hoher Qualität sind, dürften diese Kosten wohl zu vernachlässigen sein.

Optische Bildstabilisierung ist zwar auch schon in manchen Android-Smartphones angekommen – hier seien exemplarisch das HTC One, Nexus 5 und das LG G2 zu nennen, jedoch kommt die in diesen Geräten verwendete OIS-Technologie nicht an den L2G2IS-Chip von ST Microelectronics heran. In einem Videovergleich zwischen dem HTC One und dem Nokia Lumia 920 wird dies recht deutlich:

Wie erwähnt setzen schon manche Smartphone-Hersteller auf eine optische Bildstabilisierung, einige große Player wie Apple und Samsung verzichten derzeit sogar noch auf diese Technologie – doch wer weiß – vielleicht werden wir schon bald ein Samsung-Smartphone mit ebenjenem OIS-Chip auf dem Markt wiederfinden. Angeblich könnten bereits erste Geräte mit diesem Chip im Zuge des MWC 2014 vorgestellt werden, da STM bereits mit ein paar großen Playern seit einer Weile in Verhandlungen stehen soll.

Quelle: The Register [via WPCentral]

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