Vsenn: Ex-Nokia-Manager entwickeln modulares Smartphone mit Stock Android – kommt Anfang 2015

Andreas Floemer 8

In Finnland bauen sie Handys – zwar nicht mehr direkt bei Nokia, aber einige ehemalige Entwickler des Unternehmens sind nicht Müde, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Nach Jolla, das sich teils auch aus Ex-Nokianern zusammensetzt, kommt nun Vsenn dazu. Das Unternehmen beabsichtigt die Nokia X-Reihe weiterführen, allerdings mit modularen Bauteilen und Stock Android. Ein erstes Smartphone soll bereits Ende des ersten Quartals 2015 erscheinen.

Vsenn: Ex-Nokia-Manager entwickeln modulares Smartphone mit Stock Android – kommt Anfang 2015

Ein Team aus Unternehmern und Entwicklern hat heute den Startschuss für eine neues Smartphone-Unternehmen mit Sitz im nordfinnischen Oulu gegeben. Vsenn, so der Name, setzt sich unter anderem aus ehemaligen Nokia-Mitarbeitern zusammen, zu denen auch ein ehemaliger Programm-Manager von Nokias X-Reihe gehört. Die Firma hegt offenbar die Absicht, die Arbeit an eben jener X-Serie, die auf einem Android-Fork basiert, weiterzuführen. Microsoft stampfte dieses Projekt nach vollendeter Übernahme der Mobilsparte Nokias ein.

Obwohl das Unternehmen gerade frisch gegründet wurde, scheint die Entwicklung des ersten Produkts schon relativ weit fortgeschritten zu sein. Ziel des Unternehmens ist es, ein Smartphone zu konzipieren und anzubieten, das sich in Teilen nach Nutzerwünschen anpassen lässt und höchste Ansprüche an die Sicherheit erfüllt. Überdies soll eine vierjährige Update-Garantie gewährleistet sein – softwareseitig will man auf Stock Android setzen. Auf Anfrage von ITespresso erläuterte man, dass die Entwicklung vollkommen In-House erfolgen wird, da sich nur so das geistige Eigentum schützen lasse.

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Laut Vsenn werde die Eigenentwicklung nicht so umfangreich modularisierbar sein wie Googles Project Ara – lediglich Kamera, Akku und Prozessor mitsamt Arbeitsspeicher sollen sich durch den Nutzer auswechseln lassen. Außerdem wird es offenbar austauschbare Rückseiten geben, die sich Andeutungen zufolge auch per 3D-Druck anfertigen lassen. Durch den geringeren Umfang der austauschbaren Module können die Entwickler eine geringere Bautiefe als Google erreichen. Die Ara-Geräte werden anfangs circa 11,8 Millimeter dick sein, das Smartphone aus dem Hause Vsenn lediglich 9 Millimeter. Die Bauteile sollen auf eine „traditionelle Weise“ ausgetauscht werden – ein regelrechtes Endoskelett, kurz Endo, und Module, die sich per Hot-Swap auswechseln lassen, wird es demnach nicht geben.

Das erste Smartphone des finnischen Startups soll zudem nicht nur in Sachen Hardware anders sein, denn softwareseitig werde man, wie erwähnt, auf Stock Android setzen, und „auf die Installation von mehr oder weniger nützlichen Zusatzprogrammen“ – sprich „Bloatware“ – verzichten. Darüber hinaus lege man bei Vsenn Wert auf Sicherheit: Alle Daten sollen auf dem Smartphone per Triple-Layer-Encryption verschlüsselt sein, des Weiteren will das Unternehmen freien Zugang zu einem VPN-Netzwerk und einer sicheren Cloud offerieren.

Was Ausstattung und Preis des Geräts angeht, so hält der Hersteller sich bedeckt – es heißt lediglich, dass man die beste und schnellste Hardware verbauen und Hardware zu einem niedrigeren Preis als die derzeitigen Marktführer anbieten wolle. Interessant ist überdies, dass man sich in Sachen Verkaufsstrategie offenbar an den chinesischen Größen wie Xiaomi und OPPO orientiert und das Smartphone ausschließlich über einen eigenen Online-Store weltweit vertreiben möchte.

Das Ganze klingt wahrlich zu schön, um wahr zu sein – vier Jahre Update-Garantie, Stock Android, austauschbarer Prozessor, RAM und mehr – hätten wir nicht November, so könnte man vielleicht auf einen guten Aprilscherz tippen, doch dem ist wohl nicht so. Wir werden gespannt gen Nordfinnland blicken und abwarten, was das Startup aus dem Hut zaubern wird.

Was haltet ihr von den Versprechen, die Vsenn uns da macht? Würdet ihr so ein Smartphone kaufen wollen, sofern der Preis stimmt?

Quelle: Vsenn, ITespresso [via ZDnet]

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