iPhone-Hack 2018: So schützt ihr euer Smartphone

Selim Baykara

Der iPhone-Hack ist ein Thema, das in regelmäßigen Abständen immer mal wieder auftaucht und für Verunsicherung sorgt. Zwar weist Apples geschlossenes Betriebssystem iOS im Allgemeinen weniger Gefahren auf als etwa Android, dennoch gibt es auch hier Sicherheitslücken. Lest hier, was sich hinter dem iPhone-Hack verbirgt und wie ihr euer Apple-Smartphone vor Schadsoftware schützt.

Video: iPhone 7 im Hands-On

iPhone 7 im Hands-On.

Smartphones entwickeln sich immer mehr zu einer zentralen Schnittstelle, um unseren Alltag zu organisieren. Auf den Alleskönnern finden sich inzwischen Termine, Kontakte, persönliche Daten, Aufenthaltsorte und sogar Gesundheitsdaten. Das bietet zwar einerseits viele Vorteile und ist bequem – andererseits birgt dieser Trend aber auch ernsthafte Risiken. Besitzer eines Smartphones mit dem offenen Betriebssystem Android sind hier besonders gefährdet, aber auch Apple-Anhänger sind nicht ganz davor gefeit. In diesem Zusammenhang macht immer wieder das Stichwort iPhone-Hack die Runde.

iPhone Hack Artikelbild

iPhone-Hack und Jailbreak: Was ist das?

Unter einem iPhone-Hack versteht man zweierlei:

  • Eine eigentlich nicht vorgesehener und von Apple nicht erlaubter Eingriff, bei dem ihr das iPhone per Jailbreak modifiziert und um neue Funktionen erweitert.
  • Ein Zugriff von Unbefugten, die euer iPhone mittels Schadsoftware infiltrieren und dadurch die Kontrolle über euer iPhone übernehmen.

Entscheidender Unterschied: Den Jailbreak führt ihr selbst (und höchstwahrscheinlich freiwillig) durch, während ihr beim iPhone-Hack von Unbefugten Opfer eines nicht genehmigten Zugriffs werdet. Zum Thema Jailbreak haben wir uns schon an anderer Stelle ausgelassen (Siehe auch: Der Jailbreak ist tot und das ist gut so und Jailbreak von iOS 8: Acht Gründe, die dagegensprechen) Im folgenden Artikel widmen wir uns daher den Gefahren, die von einem iPhone-Hack drohen, bei dem andere Personen versuchen, euer iPhone zu knacken.

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iPhone-Hack per Nachricht, WhatsApp und Co. Was geht, was geht nicht?

Zunächst einmal: Es gibt nicht den einen iPhone-Hack, der universell alle iPhone-Modelle befällt und übernimmt. Stattdessen gibt es verschiedene Programme, die Schwachstellen auf dem iPhone ausnutzen und eventuell das Smartphone knacken. Hierbei handelt es sich meist um sogenannte Zero-Day-Exploits: Damit werden Lücken im Programmcode bezeichnet, die den Entwicklern noch unbekannt sind und daher zunächst von Hackern und Kriminellen ausgenutzt werden.

Auf dem iPhone gab es schon mehrere solcher Schwachstellen. Hier einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

  • Im Juli 2016 wurde ein Hack in Form einer Bildatei im TIFF-Format verschickt – der Hack machte sich einige Schwachstellen in OS 9.3.2 zunutze und wurde aktiv, wenn man die Nachricht auf seinem iPhone aktivierte.
  • Daneben konnte der Exploit auch im Safari-Browser aktiviert werden – dazu musste der Nutzer allerdings auf eine spezielle Webseite gelockt werden.
  • Ein weiterer bekannter Hack, der erst kürzlich für Aufsehen sorgte (August 2016) nennt sich „Pegasus„.
  • Diese Schadsoftware konnte alle iOS-Versionen ab iOS 7  befallen und umfassenden Zugriff auf das iPhone erhalten.
  • Pegasus konnte z.B. Anrufe mitschneiden, Aufenthaltsorte verfolgen, Kontaktlisten einsehen, E-Mails lesen und Daten von Facebook WhatsApp, Skype, Telegram, Viber oder WeChat abgreifen.

Video: Spionagesoftware Pegasus für iPhone entdeckt

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle werden solche iPhone-Hacks in der Regel sehr schnell entdeckt. Dennoch bleibt die Unsicherheit und man kann man sich natürlich nie zu 100% sicher sein. Nicht erst seitdem Edward Snowden bekanntgab, dass er nie ein iPhone benutzen würde, wissen wir: Die NSA und andere internationale Geheimdienste haben ein großes Interesse daran, Zugriff auf Smartphones zu erlangen. Bereits 2013 wurde eine Software namens Dropout Jeep bekannt, mit der die NSA gezielt iPhones infiltrieren wollte.

Die Überwachungsversuche des NSA wurden seinerzeit unter anderem vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ enthüllt – man darf allerdings davon ausgehen, dass es auch danach Bemühungen gegeben hat (und noch gibt), ZugrifF auf iPhones und andere Smartphones zu bekommen. Als Endverbraucher drängt sich schnell der Verdacht auf, dass man gegen das geballte technische Know-How der Geheimdienste völlig machtlos ist. Dennoch kann man sich auch als Einzelner zumindest teilweise schützen.

Smartphone Sicherheit

So schützt ihr euch vor Hacks und unbefugten Angriffen auf dem iPhone

In der Vergangenheit wurden viele Hacks und Zero-Day-Exploits auf dem iPhone nach relativ kurzer Zeit durch Sicherheitsupdates und Patches entfernt. Den oben genannten Hack mit den Bildern im TIFF-Format konnte man z.B. durch ein Versions-Update von iOS unschädlich machen. Noch besser ist es natürlich, Vorsicht walten zu lassen und sich erst gar keine Hacks einzufangen. Gegen die NSA und andere Geheimdienste ist man als Endverbraucher vermutlich tatsächlich weitgehend machtlos, dennoch solltet ihr im Alltag die folgenden Vorsichtsmaßnahmen befolgen:

  • Ladet euch keine Software oder Apps auf euer iPhone, bei denen ihr euch nicht sicher seid, woher sie stammen.
  • Meidet Seiten, die illegale und kostenlose Software und Streams anbieten – teilweise reicht es für einen Befall schon, wenn ihr nur auf diesen Seiten surft.
  • Im AppStore tauchen auch immer wieder verseuchte Versionen von echten Anwendungen auf, so z.B. letztes Jahr beim Weihnachtstrojaner. Lest euch daher immer aufmerksam die Kundenrezensionen durch.
  • Öffnet generell keine E-Mail-Anhänge, von denen ihr den Absender nicht kennt bzw. bei denen ihr den Verdacht habt, dass es sich hierbei um Betrug handeln könnte.
  • Teilweise enthalten diese Anhänge Schadsoftware im .exe-Format – öffnet ihr den Anhang, kann es zum Befall des iPhones kommen.
  • Ein Beispiel für einen solchen Hack findet ihr hier: Giropay24: E-Mail mit Mahnung und Anhang – Achtung Falle!
  • Mit einem Jailbreak könnt ihr auch Software auf dem iPhone installieren, die nicht aus dem AppStore stammt – hier solltet ihr natürlich doppelt aufmerksam sein.

Tipps, wie ihr euch vor Phishing schützt findet ihr außerdem in unserem Special zum Thema: Phishing – Was ist das und wie erkenne ich den Betrug?

Bildquellen: Zerohedge.com/NSA, igorstevanovic, Antonio Guillem

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