Chiptausch bei Nvidia: Deswegen könnten die Preise einiger RTX-Grafikkarten bald fallen

Robert Kohlick

Während Nvidia bislang die Grafikchips der RTX 2070 und RTX 2080 in unterschiedlichen Güteklassen verkaufte, soll die Produktion ab Ende Mai vereinheitlicht werden. Das könnte für potenzielle Käufer einen interessanten Einfluss auf die Preisgestaltung der Grafikkarten haben.

Chiptausch bei Nvidia: Deswegen könnten die Preise einiger RTX-Grafikkarten bald fallen
Bildquelle: Nvidia.

Zwei Chip-Typen bei Nvidia: Wo liegt der Unterschied?

A-Chip oder Non-A-Chip, das ist hier die Frage – oder zumindest war sie das bislang für viele Interessenten der RTX 2070 und RTX 2080. Während die Grafikkarten-Modelle mit A-Chip von Board-Partnern wie Asus, MSI und Co. werkseitig problemlos übertaktet werden können, fällt die Funktion bei GPUs ohne A-Chip flach. Diese Modelle können zwar auch manuell vom Kunden  übertaktet werden, der Verkäufer darf sie jedoch nur mit den Referenztaktraten ausliefern. Der Vorteil dieser „beschnittenen“ Chips: Sie sind für die Board-Partner günstiger im Einkauf und eignen sich somit für die Herstellung günstigerer Grafikkartenmodelle.

Lohnt sich die Investition in eine RTX-Grafikkarte alleine wegen der Raytracing-Funktion? Im Video könnt ihr sehen, was der Einsatz der neuen Grafiktechnologie in Shadow of the Tomb Raider für einen optischen Unterschied macht: 

Shadow of the Tomb Raider: Offizielle Vorstellung von Raytracing.

Konsolidierung bei Nvidia: Bald nur noch Grafikkarten mit A-Chip?

Doch das könnte sich Ende Mai ändern. Ab diesen Zeitpunkt soll Nvidia die zweiteilige Produktion der Grafikchips einstellen und stattdessen nur noch Modelle verkaufen, die vom Hersteller übertaktet werden können, so berichtet Tom’s Hardware. Das könnte Einfluss auf die Preisgestaltung der teureren Grafikkarten-Modelle haben. Wenn Nvidia die neuen übertaktbaren Chips zum Preis der alten Non-A-Chips anbietet, könnten die Hersteller einiges an Kosten sparen und dadurch ihre Grafikkarten günstiger anbieten. Zudem könnte man als Kunde dann unbesorgt eine RTX 2070 oder RTX 2080 kaufen, ohne sich dabei Sorgen machen zu müssen, einen „schlechten Chip“ zu erwischen. Wer eine RTX 2070 oder RTX 2080 besitzt und wissen will, was für ein Chip in seiner Grafikkarte verbaut ist, kann das mit Hilfe des Software-Tools GPU-Z auslesen.

Das Online-Magazin berichtet des Weiteren, dass die Board-Partner keine Angst haben müssen, dass Nvidia ihre alten Grafikkarten mit Non-A-Chip vergessen hat. Diese sollen vor der Auslieferung mit einem BIOS-Update versehen werden, welches die werkseitige Übertaktungsmöglichkeit freischaltet.

Chiptausch bei Nvidia: Eine Reaktion auf AMDs kommende Navi-Grafikkarten?

Doch warum stellt Nvidia seine Produktion überhaupt um? Derzeit gibt es dazu zwei heiß diskutierte Theorien:

  • Die Non-A-Chips waren bislang Nvidias „B-Ware“ – Produkte, die zwar den Ansprüchen des Unternehmens genügen, aber keine Spitzenergebnisse bei der Qualitätskontrolle erzielen. Inzwischen hat die Chipproduktion aber „den Dreh raus“. Die Masse an Chips mit verminderter Qualität ist so weit abgesunken, dass es für Nvidia keinen Grund gibt, diese weiterhin zum Verkauf anzubieten. Dieser Theorie widerspricht jedoch die Aussage, dass Nvidia die alten Non-A-Chip-Grafikkarten mit einem BIOS-Update versorgen will.
  • Nvidia will die Board-Partner durch den geringeren Verkaufspreis der neuen Chips dazu bringen, die Preise für hochwertige Grafikkarten-Modelle zu reduzieren. Das tut das Unternehmen jedoch nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern will damit den Preisunterschied der RTX 2070 und RTX 2080 zu den kommenden Navi-Grafikkarten von AMD möglichst gering halten. Ersten Gerüchten zufolge könnten sich die Radeon RX 3080 XT (Navi 10) und RX 3090 XT (Navi 20) in Sachen Leistung auf dem Niveau einer RTX 2070 bzw. RTX 2080 bewegen, sollen zum Marktstart jedoch nur 330 bzw. 500 US-Dollar kosten – das wäre ein echter Kampfpreis.

Nvidia vs. AMD – Beide Unternehmen buhlen um die Gunst der PC-Spieler. Diese Grafikkarten sind hierzulande besonders gefragt: 

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Top-10-Rangliste: Die aktuell beliebtesten Grafikkarten in Deutschland.

Eine offizielle Aussage seitens Nvidia gibt es zu dem Sachverhalt noch nicht. Wir haben bei der Pressestelle des Unternehmens um ein Statement gebeten und werden den Artikel entsprechend aktualisieren, wenn wir eine Antwort erhalten. Was denkt ihr zu dem Thema? Wird Nvidia wirklich die Produktion seiner Grafikkartenchips umstellen? Wenn ja, warum unternimmt das Unternehmen diesen Schritt? Schreibt uns eure Vermutungen dazu gerne in die Kommentare.

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