Nvidia in der Krise? Umsatzzahlen stürzen ins Bodenlose – aus guten Gründen

Robert Kohlick 12

„Team Grün“ sieht schwarz! Während das vierte Quartal vielen Herstellern stets einen echten Goldregen beschert, muss Nvidias in der Gaming-Sparte einen massiven Umsatzrückgang verkraften. Doch woran liegt das?

Nvidia in der Krise? Umsatzzahlen stürzen ins Bodenlose – aus guten Gründen
Bildquelle: Getty Images / JONGHO SHIN; SARINYAPINNGAM.

Nvidia blutet Geld: Umsatz der Gaming-Sparte stürzt ab

Ein Unglück kommt selten allein. Erst springt einer der wichtigsten Investoren ab, wie Tom’s Hardware berichtet, und nun gehen auch noch Nvidias Umsätze in der Gaming-Sparte in den Keller. Im vierten Quartal 2018 büßt das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr satte 45 Prozent ein: Während durch den Verkauf von Gaming-Grafikkarten im Q4 2017 noch 1,74 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt werden konnte, fiel diese Zahl 2018 auf beinahe besorgniserregende 954 Millionen US-Dollar.

Nvidias neueste Grafiktechnologie demonstriert:

Nvidia GeForce RTX – Graphics Reinvented (Trailer).

Kleiner Ausrutscher oder echte Krise? Wie kommen die miserablen Zahlen zustande?

Nach diesem drastischen Rückgang wünscht sich der Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang wahrscheinlich die Umsatzzahlen des Q3 2018 zurück. Hier lag der Umsatz immerhin fast doppelt so hoch.

Doch der schleppenden Verkaufszahlen kommen nicht von ungefähr. Nvidia nannte im letzten Earning-Call drei Gründe, die zum Absatzdebakel geführt haben sollen:

  • Die Lieferungen neuer Grafikkarten wurden zurückgefahren, um das überschüssige Inventar aus dem Krypto-Hype verkaufen zu können.
  • Es gab eine Verschlechterung der makroökonomischen Bedingungen, vor allem in China.
  • An die RTX 2070 und RTX 2080 wurden zu hohe Absatzerwartungen gestellt.

Den letzten Punkt führt das Unternehmen noch weiter aus: Demnach bekommen die Kunden zwar mit der RTX 2070 und der RTX 2080 einen „revolutionären Sprung in Sachen Performance und Innovation“ geboten, warten aktuell jedoch noch auf einen Preisverfall der Grafikkarten oder weitere Beweise, dass Raytracing ihnen einen echten Mehrwert bietet.

Ein weiterer Punkt für die ausbleibenden Umsätze, den Nvidia jedoch nicht erwähnte, dürfte die späte Veröffentlichung ihrer neuen Mittelklasse-Grafikkarte sein, der RTX 2060. Da diese erst seit dem 15. Januar 2019 verfügbar ist, konnte Nvidia nicht vom starken Weihnachtsgeschäft profitieren.

Verkaufsflaute bei Nvidia: Was bedeutet das für das Unternehmen?

Spätestens jetzt sollte auch Nvidia klar sein, dass man den Kunden nicht die Katze im Sack verkaufen kann. Zur Veröffentlichung der ersten RTX-Grafikkarten sorgte das namensgebende Raytracing-Feature nicht nur für satte Einbußen bei der Performance, sondern wurde zudem von kaum einem Spiel unterstützt – das hat sich auch Mitte Februar noch nicht geändert.

Mit der Veröffentlichung der RTX 2060 und des bevorstehenden Markstartes der GTX 1660 Ti dürften sich die Umsatzzahlen des Hardware-Herstellers etwas erholen. Zwar sind auch diese beiden Grafikkarten-Modelle nicht gerade günstig, aber wenn Nvidia und die Dritthersteller an der Preisschraube drehen, um den zu unterbieten, könnten die Grafikkarten das „Volkswagen-Potenzial“ der GTX 1060 erreichen.

AMD kann sich derweil nicht über den Misserfolg der Konkurrenz freuen, da sie mit ihrer neuen Radeon VII ihre ganz eigene Baustelle offen haben.

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Was sagt ihr zu Nvidias Umsatzeinbußen? Denkt ihr, dass das Unternehmen den herben Verlust auf die eigene Kappe nehmen muss? Oder gibt es vielleicht ganz andere Gründe, die für die schlechten Verkäufe gesorgt haben? Schreibt uns eure Meinung zum Thema gerne in die Kommentare.

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