NVIDIA: Samsung verklagt Chiphersteller wegen irreführender Werbung und Patentverletzungen

Rafael Thiel 5

Während Raufbolde ihre Meinungsverschiedenheiten vor der Tür klären, zieht es Tech-Unternehmen in die Gerichtssäle. Neuester Fall: Samsung verklagt NVIDIA wegen Patentverletzungen und irreführender Werbung. Der Chiphersteller hatte den hauseigenen Tegra K1-Prozessor in verschiedenen Benchmarks mit dem Exynos 5433 verglichen. Die Ergebnisse ließen das Konkurrenzprodukt aus dem brandneuen Galaxy Note 4 alt aussehen.

NVIDIA: Samsung verklagt Chiphersteller wegen irreführender Werbung und Patentverletzungen

Im September ging NVIDIA erstmals vor Gericht und reichte in den USA eine Patentklage gegen Qualcomm und Samsung ein. Das wollten die Südkoreaner offenbar nicht auf sich sitzen lassen und nutzten die ihnen dargebotene Chance zum Konter gegen den US-Chiphersteller. In den USA wurde Klage wegen sechs Patenten sowie irreführender Werbung gegen NVIDIA und dessen Kunden Velocity eingereicht. Der kleine Gaming-PC-Hersteller aus Virginia gerät dabei zwischen die Fronten zweier Weltkonzerne.

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Bei dem Vorwurf der absichtlichen Verwirrung von Kunden bezieht sich Samsung auf einen umfassenden Benchmark-Vergleich des Tegra K1-Prozessors mit dem Exynos 5433. Der Vergleich zeigt eindeutig, dass der Chip aus dem NVIDIA Shield Tablet den Kontrahenten aus dem Galaxy Note 4 in nahezu allen Disziplinen aussticht – womit NVIDIA auch aggressiv wirbt; Stichwort: „Der schnellste mobile Prozessor der Welt.“ Der Chiphersteller betont zudem, dass beide Geräte jeweils jungfräulich und unberührt getestet wurden und der Test demzufolge absolut objektiv sei.

Dennoch ist man in Seoul mit den Ergebnissen nicht einverstanden und reicht jetzt Klage ein. Aus welchem Grund Velocity dabei ebenfalls ins Zielvisier gerät, ist nicht ganz ersichtlich. Im offiziellen Blog von NVIDIA äußert sich das Unternehmen dazu und geht davon aus, dass Samsung ebenfalls gegen den PC-Hersteller klagt, um die Verhandlungen in Virginia abhalten zu können, wo ein Vorwurf in der Regel vergleichsweise schnell vor Gericht geht und somit womöglich ein – zumindest temporärer – Verkaufsstop des Shield Tablets erwirkt werden könnte. NVIDIA stellt sich derweil eindeutig vor seinen Partner: „Das ist nicht Velocitys Kampf.“, und gibt sich zuversichtlich, schließlich sei die eigene Klage aus dem September für Samsung ein weitaus größeres Problem.

Das Spiel geht also in die nächste Runde: Klage und Gegenklage bei Patentstreitigkeiten – leider das übliche Prozedere. Die Zukunft wird zeigen, wie es zwischen den beiden Parteien weiter gehen wird und wie Velocity am Ende aus dem Konflikt herausgehen wird.

Quelle: NVIDIA Blog [via Android Authority, Golem]

Bild „Justitia Justizpalast München“: waugsberg/Wikimedia Commons (CC-Lizenz)

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