Im Rahmen der heute endenden SIGGRAPH-Konferenz im kalifornischen Anaheim hat Grafikspezialist NVIDIA erstmals einen Blick auf zwei recht beeindruckende Grafikdemos ermöglicht, die die Fähigkeiten der in der Entwicklung befindlichen Mobilversion der 2012 für den PC-Markt vorgestellten Kepler-Grafikchips eindrucksvoll unter Beweis stellen — und die Erwartungen an den kommenden Tegra-5-Chipsatz beflügeln.

 

Nvidia

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NVIDIAs Start auf dem Markt für Mobilprozessoren verlief mit dem aus heutiger Sicht stark limitierten, zweikernigen Tegra 2 von 2011, der vorzugsweise in Honeycomb-Tablets verbaut wurde, zwar etwas holperig, inzwischen sind die Grafikspezialisten mit den Nachfolgern Tegra 3 und Tegra 4 aber zu einer festen Größe im Mobile-Sektor geworden, die in vielen Benchmark-Vergleichen ganz vorne mitspielt. Dabei hat NVIDIA die Angewohnheit entwickelt, Neuentwicklungen stets schon gefühlte Ewigkeiten vor dem eigentlichen Marktstart zu präsentieren, sodass sich unweigerlich der Eindruck einstellt, dass NVIDIA in Sachen Marktreife seiner Chipsätze fortwährend in Verzug ist.

Das Projekt, das hinter der Entwicklung des Nachfolgers des gerade erst in den Handel gekommenen Tegra 4 steckt, trägt den Codenamen Logan und beinhaltet die Integration des Mobile-Kepler-Chips in die nächste SoC-Generation von Nvidia, die wahrscheinlich den Namen Tegra 5 tragen wird. Der mobile Kepler-Chip basiert auf derselben, laut Hersteller sehr gut skalierbaren Architektur wie die natürlich nach wie vor deutlich potenteren Pendants, die auf Grafikkarten für den PC-Markt zum Einsatz kommen. Als Folge wird der Tegra-5-Chipsatz das erste mobile SoC überhaupt sein, das Unterstützung für die vom PC stammenden Programmierschnittstellen DirectX 11 und OpenGL 4.4 mitbringt, was Entwicklern gegenüber dem bisher auf Mobilgeräten standardmäßig eingesetzten, stark abgespeckten OpenGL ES ganz neue Möglichkeiten eröffnet und auch die Portierbarkeit etwa von Spielen zwischen den beiden Plattformen erleichtern dürfte. Sogar Nvidias wegweisende CUDA-Technologie, durch die die Auslagerung von eigentlich von der CPU zu berechnenden Aufgaben auf die Grafikkarte ermöglicht und so die Kapazität des Gesamtsystems erhöht wird, wird in der Version 5.0 unterstützt.

Die beiden auf einer Referenzplattform für Tablets gezeigten Demo-Videos wissen denn auch tatsächlich zu beindrucken: Vorgeführt werden bisher auf Mobilgeräten ungesehen realistische Wasseroberflächen, weiche Schatten und polygonreiche, durch Tessellation verbesserte Objekte wie Felsen. Das zweite Video zeigt die „Ira“-Techdemo, die eigentlich die Fähigkeiten der aktuell schnellsten Singlecore-Grafikkarte Nvidia GeForce GTX Titan für über 900 Euro demonstrieren soll und die ein menschliches Gesicht mit seinen Regungen in beeindruckenden, realistisch wirkenden Details rendert. Vergleicht man die Ergebnisse des mobilen Chips, der lediglich über 192 Shadereinheiten (TDP: 2 Watt) verfügt, mit denen, die die Titan mit ihren 2.688 Shadereinheiten (TDP 250 Watt) produziert, staunt man über den geringen Qualitätsunterschied zu Lasten der Mobilplattform, der in keinem Verhältnis zur massiv beschnittenen Hardwarepower zu stehen scheint.

tegra-5-kepler-vs

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit Nvidias Veröffentlichungspolitik rechnen wir mit dem Marktstart des Tegra 5 mit Kepler-GPU nicht vor Mitte 2014.

Quelle: Nvidia, [via DroidGamers]

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