o2 Free Unlimited: Echte Handy-Flatrate mit unschönem Schlupfloch

Johann Philipp 7

Mit dem neuen Free-Unlimited-Tarif bietet o2 eine echte Flatrate für mobiles Internet an. Kunden können damit eigentlich so viel Datenvolumen verbrauchen, wie sie wollen. Trotzdem gibt es ärgerliche Einschränkungen.

o2 Free Unlimited: Echte Handy-Flatrate mit unschönem Schlupfloch
Bildquelle: MagicMockups.

o2 Unlimited: Videos können auf 480p gedrosselt werden

Mit den neuen Free-Unlimited-Tarifen hat o2 letzte Woche als letzter großer Anbieter nun auch eine vollständige Flatrate für mobiles Internet im Angebot. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen das Datenvolumen schon nach kurzer Zeit aufgebraucht war. Klingt verlockend, doch im Kleingedruckten zeigen sich einige Einschränkungen.

Wie teltarif herausgefunden hat, drosselt o2 in einigen Fällen die Videoqualität, um das Netz nicht zu überlasten. In Fußnote 12 der Preisliste heißt es: „Video-Streaming-Inhalte können bei drohender Überlastung einer Funkzelle mit einer mobilfunkoptimierten Auflösung von bis zu 480p (SD-Qualität, vergleichbar DVD-Qualität) übertragen werden.“

Wer also meint, mit dem neuen Tarif stundenlang HD-Videos über sein Handy zu schauen, könnte enttäuscht werden. In Großstädten könnte eine Funkzelle zudem häufig überlastet sein, sodass man im schlimmsten Fall nur noch Videos in niedriger Qualität schauen kann.

Auch Telekom-Nutzer sind bei ihren unbegrenzten Tarifen von einer ähnlichen Drosselung betroffen. Wenn eine Funkzelle überlastet ist, wird die Geschwindigkeit auf 1,7 MBit/s reduziert.

Welche Tarife die GIGA-Redaktion nutzt, zeigen wir in unserer Bilderstrecke:

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Mobilfunk-Datenvolumen: Diese Pakete nutzt die GIGA-Redaktion (2018).

Weitere Einschränkung bei o2 Free Unlimited: E-Plus-Kunden surfen langsamer

Neben der möglichen Videodrosselung untersagt o2 auch die Nutzung der SIM-Karte in einem Router. Der Tarif darf „nur mit Smartphones, Tablets oder sonstigen Geräten genutzt werden, die eine mobile Nutzung unabhängig von einem permanenten kabelgebundenen Stromanschluss ermöglichen“.

Damit möchte der Provider vermeiden, dass man den Tarif als Ersatz oder Erweiterung für seinen heimischen Internetanschluss verwendet. Vor allem in Gebieten mit schlechtem DSL-Ausbau sind Festnetz-Optionen über das Mobilfunknetz gängig. Auch o2 bietet diese Option an, allerdings nur im 20 Euro teureren „My All in One“-Tarif.

Eine weitere Beschränkung überliest man fast. Sie betrifft ehemalige E-Plus-Kunden. Beim neuen Tarif surfen nur „echte“ o2-Kunden mit der vollen Geschwindigkeit von maximal 225 MBit/s. Wer als ehemaliger E-Plus-Kunde zu o2 gekommen ist, bekommt nur 50 Mbit/s.

Richtigstellung:
In einer vorherigen Version des Artikels behaupteten wir, dass die Konkurrenz die Geschwindigkeit nicht drosselt. Das ist nicht korrekt. Die Telekom behält sich ebenfalls vor, bei einer Überlastung der Funkzelle, die Surfgeschwindigkeit zu reduzieren. Der Artikel wurde nachträglich angepasst und die entsprechende Stelle korrigiert.

Quelle: Teltarif, Preiliste o2

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