o2 und E-Plus: Bewegungsdaten der Kunden sollen verkauft werden [Update: So widersprecht ihr]

Stefan Bubeck 12

Unternehmen und Behörden werden beim Mobilfunkanbieter o2 zukünftig die Bewegungsprofile seiner Kunden kaufen können. Ein dreistufiger Algorithmus soll die Anonymisierung der weitergereichten Daten sicherstellen, verspricht Mutterkonzern Telefónica.

o2 und E-Plus: Bewegungsdaten der Kunden sollen verkauft werden [Update: So widersprecht ihr]
Update, 23.09.2016, 09:55 Uhr: Der Mutterkonzern Telefónica bietet Kunden aller Marken in den Netzen von o2 und E-Plus eine Widerspruchs-Webseite an, die es ermöglicht, dem Sammeln der Bewegungsdaten einen Riegel vorzuschieben. Wer nicht möchte, dass seine Bewegungsdaten gesammelt und verwertet werden, kann hier unter Angabe seiner Telefonnummer die Einstellungen ändern.

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Geschäftsmodell versus Datenschutz

Die Nutzungsdaten der Mobilfunkkunden eignen sich dazu, detaillierte Bewegungsprofile zu erstellen. Interessant ist das beispielsweise für Shoppingcenter-Betreiber, die so die Kundenströme innerhalb eines Einkaufszentrums erfassen und bewerten könnten. Es geht also um eine spannendes Geschäftsfeld – aber auch um die Frage, ob man hier mit der Dauerbeobachtung und ihren Möglichkeiten nicht einen Schritt zu weit geht.

Datenschützer beobachten mit Skepsis, dass Telekommunikationskonzerne Daten über ihre Kundschaft sammeln, um irgendwie damit Geld zu verdienen. Der spanische Mobilfunkriese Telefónica – hierzulande eher bekannt unter den Marken o2  und E-Plus – hatte bereits 2012 versucht, Kundendaten in Erlöse umzuwandeln. Damals gab es neben heftigen Proteste seitens der Datenschützer auch eine Schelte vom Bundeswirtschaftsministerium, das Unternehmen musste seine Pläne zurückstellen.

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o2-Kundennummer herausfinden – So geht's.

Anonymisierung als Argument, Rabatte als Belohnung

Jetzt also der nächste Versuch – diesmal scheint man aber dazu gelernt zu haben. Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender Telefónica Deutschland, hat sich gegenüber der Wirtschaftswoche zu den Plänen geäußert: „Wir werden uns nicht noch mal die Finger verbrennen.“ Man habe gelernt, dass „Datenschutz ein ganz kritischer Punkt“ sei. Mit den zuständigen Behörden sei ein dreistufiger Algorithmus abgestimmt worden, der die Anonymisierung der Kundendaten sicherstellen soll. „Jetzt sind wir an dem Punkt, dass wir starten können“, so Dirks.

Die Mobilfunkkunden sollen selbst darüber entscheiden können, welche Informationen verkauft werden dürfen – man wolle den Kunden die „Herrschaft über ihre Daten zurückgeben.“ Wer brav mitmacht, dem werden bereits Rabatte oder andere Belohnungen in Aussicht gestellt: „Wenn wir Daten nutzen dürfen und daraus Werte entstehen, dann kann der Kunde natürlich partizipieren.“

Quelle: wiwo

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