Paukenschlag bei o2: Jetzt soll der Provider verkauft werden

Johann Philipp

Der spanische Mutterkonzern Telefónica denkt über den Verkauf des Mobilfunkanbieters o2 nach. Für die Kunden könnte das in Zukunft Vorteile bringen.

Paukenschlag bei o2: Jetzt soll der Provider verkauft werden
Bildquelle: Telefonica.de.

o2-Verkauf: Mobilfunkanbieter verdient zu wenig Geld

Telefónica erwägt den Verkauf von o2, berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Branchenkreise. Damit würde sich der spanische Konzern aus dem deutschen Mobilfunkmarkt zurückziehen. Die Gründe für die bisher vagen Pläne sollen die hohen Verluste von o2 sein. Telefónica hatte dem Anbieter einen harten Sparkurs verordnet, der bisher nicht aufgeht: Der Umsatz von o2 ging im letzten Jahr um 2,8 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zurück. Der Verlust stieg auf 381 Millionen Euro.

Als Käufer von o2 kämen ausländische Netzbetreiber oder ein Finanzinvestor infrage. Konkrete Namen gibt es noch nicht. Dass einer der großen deutschen Konkurrenten o2 übernimmt, ist mehr als unwahrscheinlich – das Kartellamt würde den Kauf verhindern, damit kein Monopol entsteht.

Für kleine Anbieter ohne eigenes Netz könnte eine Übernahme aber interessant sein. Ralph Dommermuth erklärte jedoch in der WirtschaftsWoche, nicht mit der Telefónica zu verhandeln. Er ist Chef von United-Internet, zu dem Marken wie 1&1 gehören.

Wer auch immer bei einem möglichen Verkauf zuschlägt, müsste erst einmal in die Infrastruktur investieren, um auf das Niveau der Konkurrenz zu kommen. o2 beschreibt immer wieder die Probleme, die bei der Fusion der beiden Netze von o2 und E-Plus entstehen. Das Ergebnis spiegelt sich auch in aktuellen Netztests wider. Beim Connect-Test von 2018 landet o2 mit weitem Abstand auf dem dritten Platz hinter der Telekom und Vodafone. Welche Anbieter welches Netz nutzen, erfahrt ihr in unserem Video.

Deutsche Mobilfunknetze.

Was ändert sich für o2-Kunden bei einem Verkauf?

Welche Folgen ein möglicher Verkauf für die Kunden hätte, lässt sich bisher noch nicht abschätzen. Erst einmal dürfte sich wenig ändern. Sollte allerdings ein finanzkräftiger Investor in den Ausbau des o2-Netzes investieren, könnten die Kunden von schnellerem Internet und einer besserer Verfügbarkeit profitieren. In anderen Ländern steht der Start eines superschnellen 5G-Netzes bevor, bei uns ist nicht einmal flächendeckend LTE verfügbar. Ein Ausbau wäre dringend nötig.

Quelle: Wirtschaftswoche

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