Das spanische Mobilfunkunternehmen Telefónica erwägt Medienberichten zufolge eine strategische Partnerschaft mit der British Telecom (BT) eingehen: Dazu soll die britische Telefónica-Tochter O2 UK an die BT verkauft werden, im Gegenzug würde Telefónica 20 Prozent an der ehemals staatlichen Telefongesellschaft erhalten. Offenbar sollen mit der Partnerschaft Expansionsgelüste aus Übersee begegnet werden. 

Erst im Oktober hatte die EU-Kommission ihren endgültigen Segen zur Übernahme von E-Plus durch Telefónica gegeben, doch im europäischen Mobilfunkmarkt rumort es weiter: Wie die spanische Tageszeitung El Confidencial unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, stehen Telefónica und die British Telecom (BT) offenbar in Verhandlungen über eine strategische Partnerschaft. Die BT bestätigte am Montag entsprechende Verhandlungen, betonte jedoch gleichzeitig, dass nichts in trockenen Tüchern sei: „Alle Gespräche befinden sich in einem sehr frühen Stadium, und es gibt keine Gewähr dafür, dass es zu einer Transaktion kommt.“, hieß in einer Pressemitteilung. Die britische O2-Tochter soll an die British Telecom gehen, so der kolportierte Inhalt der Verhandlungen, während Telefónica im Gegenzug 20 Prozent an der BT erhält.

1985 wurde o2 übrigens von BT und Securicor als Gemeinschaftsunternehmen gegründet, 1999 ging das Unternehmen dann komplett an die British Telecom (BT). Im Jahr 2005 wurde O2 dann mit seinen Landestöchtern in Irland, Deutschland und den Niederlanden an Telefónica veräußert. Sollte es also tatsächlich zu einer Vereinbarung zwischen Telefónica und BT kommen, würde O2 ironischerweise wieder dorthin zurückkehren, wo das Mobilfunkunternehmen seinen eigentlichen Ursprung hat.

Eine entsprechender Deal würde zweifelsohne beiden Parteien nutzen: Telefónica besitzt kein Festnetz in Großbritannien, hat aber mehr als 20 Millionen Mobilfunkkunden. Die British Telecom (BT) hingegen ist stark im Festnetz verwurzelt und möchte das eigene Mobilfunkgeschäft durch Zukäufe ausbauen. Käme es tatsächlich zu einer Vereinbarung, wäre es wohl für beide Unternehmen eine Win-Win-Situation, zumal Telefónica auf dem britischen Mobilfunkmarkt dann auch endlich konvergente Produkte anbieten könnte, sprich: Mobilfunk und Festnetz.

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Eine europäische Allianz gegen US-amerikanische Expansionsgelüste von AT&T

Auch nach außen hätte die Partnerschaft zwischen Telefónica und der British Telecom (BT) Signalwirkung, vor allem in Richtung USA: Ende vergangenen Jahres wurde über Pläne des amerikanischen Netzbetreibers AT&T berichtet, Vodafone zu übernehmen, um damit einen Fuß auf den europäischen Mobilfunkmarkt zu bekommen. Letztendlich hat AT&T den Bericht zwar dementiert, doch Telefónica-CEO César Alierta hat bereits davor gewarnt, dass US-Anbieter auf den europäischen Markt drängen könnten. Eine Allianz zwischen Telefónica und BT, schreibt El Confidencial, könnte den Expansionsgelüsten der US-Amerikaner etwas entgegensetzen und einen wahren europäischen Telekommunikations-Riesen entstehen lassen.

Quelle: El Confidencial [via heise, Golem, Welt]

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