Mancher Smartphone-Besitzer hat im Laufe des Monats mit einer Drosselung der Datengeschwindigkeit nach Verbrauch des im Tarif enthaltenen Highspeed-Volumens zu kämpfen. Um das zu verhindern, muss mit Argusaugen stets überwacht werden, wie viel an Daten bereits verbraucht worden ist. Da kommt die App Opera Max von den Entwicklern einer der beliebtesten Web-Browser sicherlich gelegen: Eine Reduzierung des Datentraffics um 50 Prozent soll die App angeblich für den Nutzer erwirken können – sofern man gewillt ist, den Umweg über die Server des Anbieters zu gehen.

 

Opera

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Opera Max ist kein Browser, sondern eine VPN-App. Das Prinzip dahinter: Anstatt dem Nutzer Daten bei einer 3G- oder LTE-Verbindung direkt zu übermitteln, werden die angeforderten Daten zunächst einmal über ein VPN (Virtuelles privates Netzwerk) zu den Servern von Opera geschickt. Dort werden die Informationen nach Möglichkeit komprimiert und für die Anzeige auf dem Smartphone angepasst. Auf diese Art und Weise lässt sich in der Theorie der Datenverbrauch drastisch reduzieren – vor allem Apps wie Instagram, Flipboard oder aber natürlich Webbrowser wie Google Chrome, profitieren davon, denn Opera Max komprimiert vor allem Bilder – und spart daher vor allem in grafiklastigen Apps viel Traffic. Opera Max erledigt die Komprimierung nicht nur effizient, sondern bietet als App auch eine sehr ansprechend gestaltete Oberfläche mit einem genauen Überblick darüber, wie viel Traffic denn nun eingespart worden ist.

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Es gibt hierbei allerdings auch einige Einschränkungen: So werden sowohl verschlüsselte Daten als auch bereits durch eine andere App komprimierte Inhalte beziehungsweise Bilder, die ohnehin schon eine sehr niedrige Qualität besitzen, nicht von Opera Max reduziert. Zudem können Downloads nicht weiter komprimiert werden, bei einer aktiven WLAN-Verbindung ist eine Optimierung der Daten ebenfalls nicht möglich. Das ist etwas ärgerlich, wenn man etwa einen tragbaren Hotspot verwendet, bei dem man ebenfalls auf das verbrauchte Datenvolumen achtgeben muss. Zudem ist muss man dem Unternehmen vertrauen entgegenbringen, schließlich kann Opera dank des Umwegs über deren Server theoretisch Einblicke in den gesamten unverschlüsselten Datentraffic des Nutzers nehmen. Die Bildqualität in Instagram und Co. leidet durch den Dienst übrigens kaum, wohingegen der reduzierte Datenverbrauch sich definitiv bemerkbar macht. Zwar befindet sich Opera Max noch in der Beta, funktioniert aber unseren ersten Einschätzungen nach bereits sehr gut.

Neu ist das Konzept nicht: Der Opera-Browser, Chrome und andere Webbrowser haben ähnliche Technologien implementiert, die sich freilich auf das Surfen auf Webseiten beschränken. Die App Onavo Extend besitzt hingegen ein ähnliches, VPN-basiertes, Konzept wie Opera Max und kann neben Browser-Traffic auch Daten in anderen Apps einsparen.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

Würdet ihr Opera Max zum Einsparen von Traffic verwenden oder ist euch der Dienst zu unsicher? Meldet euch unten in den Kommentaren zu Wort.

[Update:] Die App ist nicht neu, wie zunächst von uns angenommen, sondern existiert in der Betaversion schon einige Monate. Wir haben den Text entsprechend angepasst, um das Missverständnis auszuräumen.