Man soll ja nicht auf jemanden eintreten, der bereits am Boden liegt. Allein, die Juristerei kennt keine solchen Sinnsprüche. Der Konzern Oracle hatte sich in seinen Patent-Vorwürfen gegen Google sehr weit aus dem Fenster gelehnt, den Prozess auf ganzer Linie verloren. Nun kommen auf Oracle noch weitere Kosten zu, denn der Konzern muss einen Teil der juristischen Kosten von Google übernehmen.

Zur Vorgeschichte: Oracle warf Google vor, mit Android Java-Patente zu verletzen, die man durch den Kauf von Sun erworben hatte - obgleich Java quelloffen zur Verfügung steht. Neben den Geschworenen erwies sich auch Richter William Alsup als vernunftbegabt. Alsup, der privat programmiert und für den Prozess sogar ein wenig Java gelernt hatte, schmetterte die Ansicht Oracles ab, dass die Java-APIs urheberrechtlich geschützt werden könnten. Ergebnis: Eine Niederlage für Oracle auf ganzer Linie.

Nun kommt eine weitere Demütigung für Oracle hinzu. Denn Richter Alsup hatte bei deren dritten Versuch, den Fall zu Gericht zu bringen, festgelegt, dass Oracle im Falle einer Niederlage einen Teil der Prozesskosten von Google tragen müsse. Das war als indirekte Strafe gedacht, denn Alsup warf Oracle bereits zu diesem Zeitpunkt vor, die Zeit des Gerichtes zu verschwenden. Nun ist genau das eingetroffen, Oracle muss Google über 300.000 US-Dollar zahlen. Eine Oracle-Sprecherin lehnte es ab, dies zu kommentieren.

Natürlich sind 300.000 Dollar fast ein Betrag aus der Portokasse für Oracle. Viel schlimmer wiegt die Demütigung, die Häme und damit auch der Image-Verlust, den der Konzern nun erdulden muss. Der gesamteProzess, nebst dieser amüsanten Fußnote kann dann auch als Sieg der Vernunft und Kampfansage gegen die ausufernden Klagen aufgrund von Patenten und Pseudo-Anrechten auf Ideen („geistiges Eigentum“) gewertet werden. Hoffen wir, dass diesem Urteil noch weitere mit ählicher Stoßrichtung folgen werden, denn das Ausmaß der Rechtstreitigkeiten, insbesondere von Tech-Firmen und deren Anwälte-Armadas untereinander, haben in den letzten Jahren längst die Grenze zum Lachhaften überschritten.

Gerichtsdokument [via Android Authority, Phone Arena]

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