Apple verklagt Qualcomm auf 1 Milliarde US-Dollar

Florian Matthey 3

Die US-Handelsbehörde ermittelt wegen mutmaßlich wettbewerbswidrigen Verhaltens des Apple-Zulieferers Qualcomm – obwohl sich Apple öffentlich nie über ein solches beklagt hatte. Doch jetzt verklagt Apple den Chip-Hersteller.

Qualcomm und Apple: Exklusiv-Deal erpresst?

Bis zur Veröffentlichung des iPhone 7 im vergangenen Herbst kamen in den Apple-Smartphones jahrelang ausschließlich Mobilfunk-Chips von Qualcomm zum Einsatz. Im iPhone 7 befinden sich zum Teil aber auch Modems von Intel. Dass dies zwischen 2011 und 2016 nicht der Fall war, lag an einem Exklusiv-Deal zwischen Apple und Qualcomm – in den Qualcomm Apple mutmaßlich auf nicht zulässige weise drängte.

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Die US-Handelsbehörde hatte letzte Woche Ermittlungen gegen Qualcomm wegen möglicherweise wettbewerbswidriger Praktiken eingeleitet: Qualcomm habe Hersteller – allen voran Apple – dazu gebracht, Exklusiv-Deals einzugehen, indem man ihnen erklärte, dass andernfalls keine Lizenzierung wichtiger Qualcomm-Patente zu attraktiven Konditionen möglich sei. Die Behörde glaubt, dass der Hersteller die Grenze des Zulässigen hiermit überschritten hat; Qualcomm sieht das wenig überraschend anders.

Apple wirft Qualcomm exzessive Lizenzgebühren vor

Wenige Tage später hat Apple offiziell Klage gegen Qualcomm eingereicht. Der iPhone-Hersteller verlangt rund eine Milliarde US-Dollar von seinem Zulieferer. Qualcomm verlange Lizenzgebühren für Technologien, die dem Unternehmen nicht zustünden. Qualcomm sei nur einer von über einem Dutzend Unternehmen, dem geistiges Eigentum bezüglich Mobilfunk-Standards gehöre. Dennoch verlange Qualcomm mehr als das Fünffache dessen, was alle anderen Hersteller zusammen verlangten. Als Apple begonnen habe, mit koreanischen Wettbewerbshütern zu kooperieren, habe Qualcomm plötzlich eine Milliarde US-Dollar als „Racheaktion“ zurückgehalten.

Qualcomm: Apple stellt Fakten absichtlich falsch dar

Wenig überraschend erklärt Qualcomm in einer Stellungnahme, dass Apples Anschuldigungen ohne Basis seien. Apple stelle Abkommen und Verhandlungen zwischen den Unternehmen und den Wert der Qualcomm-Innovationen und Technologien absichtlich falsch dar. Apple habe Angriffe durch Behörden gegen Qualcomm auf der ganzen Welt durch die falsche Darstellungen von Fakten und Zurückhaltung von Informationen „unterstützt“. Man begrüße die Möglichkeit, dies jetzt alles in einem Gerichtsverfahren klären zu lassen.

Quellen: CNBC, Qualcomm

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