Nichts zu verkaufen: Qualcomm hat Apple keine Chips mehr geliefert

Holger Eilhard 3

In den aktuellen iPhone-Modellen kommen ausschließlich die Mobilfunkchips von Intel zum Einsatz. Wie sich im Streit zwischen Apple und Qualcomm nun herausstellte, hat dies einen ganz einfachen Grund.

Nichts zu verkaufen: Qualcomm hat Apple keine Chips mehr geliefert

LTE-Modems im iPhone: Keine neuen Chips von Qualcomm

Im weltweiten Patentstreit zwischen Apple, Qualcomm und den Aufsichtsbehörden, der bereits seit dem Jahr 2017 brüht, sagte gestern Abend Apples COO Jeff Williams vor dem Gericht in San Jose, Kalifornien aus. Im aktuellen Fall geht es um ein Verfahren der US-Handelskommission Federal Trade Commission (FTC) gegen Qualcomm. Die Behörde wirft Qualcomm vor, dass es seine marktbeherrschende Position missbraucht habe. Apple selbst legte damals wenige Tage später eine eigene Klage gegen den Mobilfunkspezialisten ein.

Wie Cnet (via 9to5Mac) berichtet, sagte Williams, dass man ursprünglich auch für die aktuellen iPhone-Modelle geplant hatte, zum Teil Mobilfunkchips bei Qualcomm zu ordern. Im iPhone 4s bis zum iPhone 6s und 6s Plus kamen ausschließlich die Modems von Qualcomm zum Einsatz. Im iPhone 7, 7 Plus, iPhone 8, 8 Plus und dem iPhone X wurden dann Chips von Qualcomm und Intel verbaut.

Mit der Vorstellung des iPhone XS, XS Max und XR wollte man laut Williams eine ähnliche Strategie verfolgen und entwickelte die Smartphones in Kooperation mit Qualcomm in diese Richtung. Am Ende soll sich das Unternehmen jedoch geweigert haben, Apple die benötigten Chips zu verkaufen.

Im iPhone XS, wie auch dem XS Max und iPhone XR, kommen nur noch Intels LTE-Modems zum Einsatz:

iPhone XS im Test: So gut ist Apples Top-Smartphone.

Kampf um Mobilfunkchips im Smartphone: Apple musste Intel um Hilfe bitten

Laut Williams musste man kurzfristig Intel damit beauftragen, doppelt so viele Chips zu liefern, wie zunächst geplant. Williams sagte weiter, dass man sehr gerne weiterhin Zugriff auf Qualcomms Technologie haben würde.

Wie Cnet berichtet, könnte die Aussage von Williams der von Qualcomm-CEO Steve Mollenkopf möglicherweise widersprechen. Am vergangenen Freitag sagte dieser aus, dass man noch im Frühjahr vergangenen Jahres erfolglos versucht hatte, einen neuen Vertrag mit Apple zur Lieferung der Chips abzuschließen. Einen aktuelleren Bericht zum Stand der Geschäfte zwischen Apple und Qualcomm durfte der Qualcomm-Chef aber nicht nennen.

In Deutschland streiten sich Qualcomm und Apple ebenfalls vor Gericht. Dies führte dazu, dass Apple den Verkauf von iPhone 7 und iPhone 8 in den eigenen Apple Stores eingestellt hatte. Das iPhone X ist ebenfalls betroffen, wird von Apple selbst aber bereits seit der Vorstellung der jüngsten Smartphone-Modelle nicht mehr verkauft. Apple legte in diesem Fall bereits Berufung ein. Andere Händler verkaufen die betroffenen iPhones weiterhin.

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