Qualcomm: „Äh ... 64 Bit sind doch kein Unsinn — im Gegenteil“

Amir Tamannai 21

Vor genau einer Woche polterte Qualcomms Senior Vice President Anand Chandrasekher noch gegen Apples A7-Prozessor, der das iPhone 5s dank seiner 64 Bit-Architektur in neue Leistungsphären katapultieren soll. Zwar gaben und geben wir Herrn Chandrasekher insofern recht, als dass es bislang keine Software-seitige Unterstützung für 64 Bit auf mobilen Geräte gibt, die das Potenzial der Architektur ausschöpfen könnte — dennoch erschien uns seine Kritik etwas doppelzüngig, schließlich arbeitet Qualcomm selbst an entsprechenden Chipsätzen. Und nun rudert das Unternehmen selbst zurück und preist 64 Bit als sinnvolle Technik von morgen an.

„I think they are doing a marketing gimmick. There’s zero benefit a consumer gets from that. (zu deutsch: Ich glaube, das ist ein nur ein Marketing-Trick. Für den Kunden bringt das keinerlei Vorteil.)“ — so äußerte sich Anand Chandrasekher vergangenen Woche wörtlich zu den 64 Bit-Fähigkeiten des A7-Chips im neuen iPhone 5s. Wir wunderten uns ein wenig, denn auch Qualcomm setzt in Zukunft wohl auf 64 Bit, wie aus einer in der Vergangenheit getätigten Erklärung Chandrasekhers, der gleichzeitig auch Qualcomms Marketing-Chef ist, deutlich wird:

Aus der Sicht der effizienten Software-Entwicklung ist dies einfach sinnvoll. Besonders Entwickler von Betriebssystemen werden früher oder später [64 Bit-Prozessoren] wollen.

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Nun scheint dieses Paradoxon in der Kommunikation zum Thema 64 Bit auch in der Chefetage von Qualcomm sauer aufgestoßen zu sein und so hat heute ein Sprecher des Unternehmens per E-Mail Folgendes erklärt (Übersetzung von uns):

Die Aussagen von Anand Chandrasekher, Qualcomm CMO, zum 64-Bit Computing waren nicht korrekt. Das mobile Software- und Hardware-Ökosystem bewegt sich bereits in Richtung 64-Bit und die Evolution dieser Technologie wird Nutzererfahrungen wie am Desktop-Rechner auf mobile Geräte bringen und mobilen Prozessoren und mobiler Software erlauben, ganz neue Kategorien von [mobilen] Rechnern anzutreiben.

Das klingt doch schon ganz anders. Apple selbst hatte sich zum „Vorwurf“ Chandrasekher nicht offiziell geäußert, ob es zu Gesprächen im Hintergrund zwischen beiden Unternehmen kam, ist nicht bekannt — wie eine Entschuldigung nach Cupertino klingt das obige Statement jedenfalls nicht; eher wie die Folge der Einsicht, dass man mit den widersprüchlichen Aussagen zum Thema am eigenen Image gekratzt hat beziehungsweise zukünftig bei der Vermarktung der eigenen 64 Bit-Produkte in Argumentationsnöte kommen könnte.

Wo sich Apple und Qualcomm nun also einig sind, dass 64 Bit für mobile Geräte „the next big thing“ sind, können wir uns ja zurücklehnen und abwarten, wann wir als Kunden und Nutzer denn tatsächlich davon profitieren werden — denn zumindest mit der Aussage, dass weder iPhone 5s-Besitzer noch solche, in deren Geräten künftig ein solcher Chip von Qualcomm werkelt, aktuell etwas davon haben, hatte Chandrasekher ganz recht.

Quelle: TechHive [via mobiFlip]

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