Qualcomm: Chromecast-Konkurrent mit Snapdragon 800 vorgestellt

Kaan Gürayer 5

Ein klassischer Flachbild-Fernseher bringt zwei, vielleicht drei HDMI-Anschlüsse mit. Doch immer mehr Geräte streiten sich um die begehrten Steckplätze, angefangen vom Sat-Receiver über den Blu-Ray-Player bis hin zu Spielkonsole und Streaming-Stick. Der Platz auf dieser elektronischen Reise nach Jerusalem könnte bald noch ein wenig enger werden: Chipentwickler Qualcomm hat mit dem „4K Streaming Adapter“ jetzt das Referenzdesign für einen Chromecast-Konkurrenten vorgestellt, der mit Snapdragon 800 und vollwertigem Android-OS Googles HDMI-Stick Beine machen soll. 

Was versteht man überhaupt unter einem „Referenzdesign“? Vereinfacht ausgedrückt ist das eine technische Blaupause, die es in diesem Fall Herstellern ermöglicht, unter eigener Marke Streaming Sticks auf Basis der Hardware- und Software-Konfiguration eben jenes Referenzdesigns zu fertigen und zu vertreiben. Dabei müssen sich die Hersteller aber nicht notwendigerweise an das komplette Design halten, sondern können dieses auch verändern.

Unscheinbar sieht der Streaming-Stick aus, von der feuerroten Farbe mal abgesehen, den Qualcomm als Referenzdesign jetzt präsentiert hat. Das fast schon langweilige Äußere sollte aber nicht über die inneren Werte des „4K Streaming Adapter“ genannten Sticks hinwegtäuschen, denn diese haben es in sich. Als Systemchip kommt beispielsweise der leistungsstarke Snapdragon 800-Prozessor zum Einsatz. Wieso nicht der neue Snapdragon 810, mag man sich da fragen. Qualcomms Streaming Stick-Referenzdesign wurde entwickelt, noch bevor das neue SoC verfügbar war. Über ein Upgrade auf den neuen 810 wird bei Qualcomm, so berichtet es SlashGear, aber diskutiert. Doch auch der Snapdragon 800 besitzt ausreichend Leistungsreserven, um jede Art von Streaming oder Game zu befeuern. Moment mal, Games? Ja - im Gegensatz zum Chromecast läuft auf dem Referenzdesign ein vollwertiges Android OS, wodurch auch jede übliche Android-App und jedes Spiel auf dem Stick installierbar sein sollte.

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Welches Interface aber auf fertigen Streaming Sticks landet, ist derzeit noch unklar; da es sich hier um ein Referenzdesign handelt, entscheiden die jeweiligen Hersteller, welche Oberfläche sie nutzen möchten. Einige werden dem Käufer möglicherweise das komplette Android OS zur Verfügung stellen, mit all seinen Einstellungen. Andere wiederum könnten den Streaming Stick als reines „Casting-Gerät“ anbieten und dem Nutzer beim Einschalten auffordern, ein Video oder Musikstück über das verbundene Smartphone oder Tablet auf den Stick zu schicken – ganz so, wie es auch der Chromecast macht. Neben WLAN beherrscht der Stick auch LTE-U, ein alternativer Übertragungsweg im von Mobilfunkanbietern ungenutzten, nicht lizenzierten 5-GHz-Frequenzband, der aktuell in den USA erprobt wird.

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Details zu Qualcomms Streaming-Stick noch unklar

Noch fehlen viele wichtige Details zu Qualcomms Referenzdesign: Wie viel RAM ist beispielsweise im Streaming Stick verbaut, welche Android-Version ist installiert und wie sieht es um die restliche Hardware-Ausstattung aus? Fragen, die die kalifornische Chip-Schmiede noch beantworten muss. Laut Qualcomm findet das Referenzdesign bei OEMs großen Anklang, doch das Unternehmen wollte nicht preisgeben, um welche Partner es sich handelt und wann die Serienproduktion der Sticks losgehen wird.

Allzu lange sollten sich der Chipentwickler und seine OEM-Partner aber nicht Zeit lassen. Googles HDMI-Stick kostet an sich nur 35 Euro, ist dank diverser Deal-Aktionen aber effektiv noch günstiger und wird mittlerweile von vielen Chromecast-Apps unterstützt.

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Quelle & Bild: SlashGear

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