Qualcomm: ICS auf 100 Euro-Geräten dank neuer Treiber [UPDATE]

Frank Ritter 10

Qualcomm setzt seine Open Source-Offensive fort: Nachdem der Konzern kürzlich Treiber für seine Adreno 2XX-GPUs an die Entwickler-Community übergab, folgen nun die Adreno-Treiber für SoCs der MSM7000-Serie. Das bedeutet, dass die Chance für zahlreiche ältere und Low End-Smartphones steigt, eine Community-Portierung von Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ zu erhalten.

Qualcomm: ICS auf 100 Euro-Geräten dank neuer Treiber [UPDATE]

[UPDATE/RICHTIGSTELLUNG:] Anders als in unserem Artikel behauptet, hat Qualcomm die Treiber nicht quelloffen zur Verfügung gestellt, sondern „nur“ als speziell für Android 4.0 angepasste Binaries. Wir bitten um Entschuldigung für die Falschinformation. [/UPDATE]

Es gibt weltweit wohl kein größeres und beliebteres Community-Projekt als die CyanogenMod, um aktuelle Android-Versionen auf alte oder nicht-offiziell mit Android laufende Geräte zu bringen. Die Portierung ist freilich nicht immer einfach: Neben verschlüsselten Bootloadern haben die CyanogenMod-Devs vor allem mit Treibern für die Telefon-Hardware zu kämpfen, denn diese müssen zumeist mit Hilfe von Tricks eingebunden oder aufwändigem Reverse Engineering dazu gebracht werden, mit der Alternativ-Firmware zusammenzuarbeiten – vor allem beim Wechsel von Android 2.3 auf die neue Grafikarchitektur von Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ ein sehr schwieriges Unterfangen. Deutlich einfacher wird es, wenn die Hardwarehersteller den Quellcode für ihre Treiber zur Verfügung stellen und Devs den Quelltext so modifizieren und selbst kompilieren können.

Leider sind Treiber-Quellcodes immer noch eher die Ausnahme denn die Regel bei den Herstellern. Bislang ging Texas Instruments bei den Android-relevanten Herstellern mit bestem Beispiel voran und veröffentlichte seine Treiber häufig mit Quellcode. Es wird gemunkelt, dass das auch der Grund war, warum Google sich für einen TI OMAP-SoC im Galaxy Nexus entschied. Nun legt Qualcomm aber nach, und zwar gehörig: Letzte Woche wurden bereits erste Treiber-Quellcodes für die Adreno 2XX-GPUs veröffentlicht. Gestern wurden erneut Treiber-Quellen geöffnet – und zwar für die ältere MSM7000-Plattform mit ARMv6-CPU. Das heißt nicht weniger, als dass Ice Cream Sandwich mit Hardware-beschleunigter Grafik nun auch auf älteren und gebrechlicheren schwächeren Geräten wie HTC Wildfire S, Samsung Galaxy Ace, BASE Lutea 1 und 2 und Huawei Ideos X3 (in der Wikipedia gibt es eine umfangreichere Liste) möglich ist – zumindest theoretisch. Ob sich Freiwillige finden, die eine Portierung auf die genannten Devices vornehmen, steht auf einem anderen Blatt Papier; eine gute Grundlage ist das allemal.

Das LG Optimus One wird wohl mit ziemlicher Sicherheit Ice Cream Sandwich in Form der CyanogenMod 9 erhalten. Ricardo Cerqueira, der bereits ICS auf das LG Optimus 3D gebracht hat, zeigt in einem aktuellen Video, dass Android 4.0 auf dem Gerät läuft – und zwar gar nicht schlecht, zumindest was den Boot, das Scrolling auf dem Homescreen und die YouTube-App angeht.

Wir finden, das sind gute Aussichten für ältere Androiden. Für welches Smartphone wünscht ihr euch Ice Cream Sandwich? Wir freuen uns über eure Kommentare.

Quelle: Qualcomm DevNet [via Android Community, (2)]

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