Samsung könnte schon bald Chips für Qualcomm fertigen: Wie eine südkoreanische Nachrichtenagentur vermeldet, sind beide Parteien bereits in Gesprächen. Die amerikanische Firma Qualcomm besitzt bekanntlich keine eigenen Fertigungshallen, nach TSMC und GlobalFoundries könnte nun Samsung als nächstes Fertigungsunternehmen für die beliebten Snapdragon-Prozessoren einspringen.

Samsung selbst plant bekanntlich verstärkt auf seine eigenen Exynos-Prozessoren – und damit gleichzeitig weniger auf die Qualcomm-Chips – zu setzen, was für Qualcomm auf der Suche nach neuen Partner aber offenbar keine allzu große Rolle spielt. Bestätigt ist zwar noch nichts, glaubt man aber der Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, sind sich die beiden Parteien bereits einig geworden. Wird der Deal abgeschlossen, würden zwei der marktführenden Unternehmen am Smartphone-Markt auch weiterhin zusammenarbeiten.

Auch Apple könnte bei dem Deal eine Rolle spielen: Bislang setzt auch der Kult-Hersteller aus Cupertino auf SoCs von Samsung, es gilt aber als offenes Geheimnis, das Apple lieber heute als morgen den Chip-Hersteller wechseln möchte. Sollte es wirklich so weit kommen, hätte Samsung in Qualcomm den optimalen Ersatz – ein Win-Win-Situation für alle Parteien.

Der südkoreanische Smartphone-Hersteller soll ab dem nächsten Jahr Chips für Qualcomm im 14 nm-Verfahren produzieren, während aktuelle Snapdragon-Prozessoren noch im 28 nm-Verfahren gefertigt werden. Die geringere Fertigungsbreite ermöglicht energieeffizientere Prozessoren und/oder höhere Taktraten. Dabei kämpfen die meisten Hersteller aber noch mit einigen Kinderkrankheiten: Die Transistoren für die Prozessoren müssen in der sogenannten „FinFET“-Bauweise verwendet werden, einen sparsamen Fertigungsprozess hat bislang aber noch kein Unternehmen zu bieten – und schon gar nicht in den benötigten Mengen. Qualcomm erhofft sich offenbar, sich durch die frühzeitige Festlegung auf einen Partner langfristig Kapazitäten zu sichern.

Quelle: Yonhap [via Golem]

Oliver Janko
Oliver Janko, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?