Von Qualcomm, dem derzeit erfolgreichsten Halbleiterhersteller für Android-Smartphones und -Tablets, ist eine Roadmap seiner kommenden Prozessoren geleakt worden. Aus dieser geht hervor, womit wir in diesem und dem kommenden Jahr in Sachen SoCs noch so rechnen können. Ferner zeigt sich, dass passend zum Release von Android L mit ersten Qualcomm-Prozessoren und möglicherweise auch Geräten mit 64-Bit-Support noch in diesem Jahr zu rechnen ist.

Wenngleich Qualcomm seine ersten 64-Bit-Prozessoren in Form der Ober- und Mittelklasse-Snapdragon 610 sowie 615 und 410 und die High End-SoCs Snapdragon 808 und 810 bereits im April dieses Jahres ankündigte, gibt es außer ein paar Leaks zu Mittelklasse-Geräten keine konkreten Informationen über die mögliche Verfügbarkeit der nächsten SoC-Generation. Nun sind aber durch zwei durchgesickerte Roadmap-Dokumente neue Informationen zutage gefördert worden, die Auskunft über die Verfügbarkeit bereits bekannter Chips preisgeben. Demnach dürften neben Gerätenmit Snapdragon 410 auch Modelle mit dem Oberklasse-Chip Snapdragon 610 und 615 noch in diesem Jahr erhältlich sein.

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Dieser Roadmap zufolge, die auf der chinesischen Plattform Weibo veröffentlicht wurde, wird Qualcomms Prozessor-Modell letzten Jahres, der Snapdragon 600, der in der unteren Oberklasse verortet werden kann, zwei Nachfolger erhalten, die 64-Bit-Support bieten werden. Die Snapdragon-SoCs 610 (MSM8936) und Snapdragon 615 (MSM8939) sollen der Roadmap zufolge gegen Ende des dritten respektive Anfang des vierten Quartals verfügbar sein, sodass auch erste Smartphones oder Tablets mit diesen Chips ausgerüstet werden können. Beide Prozessoren werden im Unterschied zum Samsung Exynos 5430, der im 20 nm-Verfahren hergestellt wird, noch im 28 nm-Verfahren produziert. Ferner werden ihnen als Grafikeinheit eine Adreno 405-GPU zur Seite gestellt.

Die Unterschiede der beiden 6xx-Prozessoren liegen in erster Linie darin, das der Snapdragon 610 über vier Cortex A53-Rechenkerne mit einer Taktung von jeweils 1,8 GHz verfügt, während der Snapdragon 615 mit insgesamt acht Cortex A53-Kernen bestückt ist, von denen laut Hersteller vier mit maximal 1,7 GHz, vier weitere mit maximal 1 GHz getaktet sein werden.

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Mit der Premium-Klasse in Form der Snapdragon 808 und 810-SoCs kann gemäß der Roadmap erst im nächsten Jahr gerechnet werden. Beim Snapdragon 808 kommen vier A53-und zwei A57-Kerne und eine Adreno 418-GPU zum Einsatz. Der Snapdragon 810 verfügt über insgesamt acht Kerne, als GPU wird eine Adreno 430-GPU verbaut. Sowohl beim 810er, als auch beim 808er lassen sich alle Cores dank „Heterogenous Multi Processing“ (HMP) gleichzeitig ansteuern. Abgesehen von der unterschiedlichen Kernanzahl unterstützt der Snapdragon 810 4K-Video-Decoding hardwareseitig mit 60 fps, während der etwas schwächere Snapdragon 808 Hexacore-Prozessor „nur“ eine Auflösung von 2,5K mit 60 fps und 4K-Auflösung mit 30 fps unterstützt. Beide SoCs verfügen dann auch über CPU-Kerne, die mit 20 nm-Fertigungsbreite hergestellt sind.

Dank dieser beiden Roadmaps haben wir nun ein besseres Bild vor Augen, wann mit den nächsten SoCs und Smartphones gerechnet werden kann. Zudem sind wir darauf gespannt, wie gut sich die ersten 64-Bit-SoCs in Sachen Performance und Energieverbrauch schlagen werden.

Quelle Weibo [via G for GamesNotebookcheck]

Andreas Floemer
Andreas Floemer, GIGA-Experte.

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