Qualcomm: Snapdragon S4-Chips werden knapp

Frank Ritter 5

Qualcomm hat bekannt gegeben, dass man bis Ende des Jahres nicht in der Lage sei, die Hersteller-Nachfrage nach Chips decken zu können, die im 28 nm-Verfahren hergestellt wurden. Dieser Engpass könnte eklatante Folgen in der mobilen Industrie haben.

Am Rande einer Investorenkonferenz gab Qualcomm-COO Steve Mollenkopf zu Protokoll, dass man die Nachfrage nach Snapdragon-SoC unterschätzt habe, die im 28 nm-Prozess gefertigt werden. Erst gegen Ende des Jahres könnten die Fabriken, mit denen Qualcomm Herstellungsverträge habe, die komplette Nachfrage decken.

Man wolle nun für die Chipherstellung auch mit weiteren Fabriken Verträge eingehen. Mollenkopf äußerte aber Verständnis dafür, dass manche Hardware-Hersteller sich dadurch auch anderen Chipproduzenten zuwenden. Der Aktienkurs Qualcomms fiel nach der Ankündigung um bis zu 7 Prozent, erholte sich danach aber teilweise wieder.

qualcomm first world problem

Dass Qualcomm eine so hohe Nachfrage nach seinen SoCs erlebt, mag sich nach einem Luxusproblem anhören, könnte sich aber deutlich auf die gesamte Industrie auswirken: Denn Hersteller wie Sony und HTC setzen traditionell fast ausschließlich auf Snapdragon und werden sich jetzt nicht nur nach neuen SoC-Lieferanten umschauen müssen, sondern eventuell sogar Geräte neu designen müssen.

Das ist insofern problematisch, als dass Qualcomm mit den S4 Krait-Chips die bislang beste integrierte Lösung für Geräte mit LTE-Konnektivität anbot – Nvidias Tegra 3 ist in diesem Belang beispielsweise noch keine Alternative, wie man an den international unterschiedlichen Versionen des HTC One X sieht. Trotzdem werden jetzt natürlich Chiphersteller wie Nvidia und Texas Instruments profitieren. Selbst Samsung lizenziert seinen brandneuen Quad Core-Chip Exynos 4412 inzwischen an den chinesischen Hersteller Meizu – die Koreaner scheinen ihre Chipherstellung also in trockenen Tüchern zu haben. Keine schlechten Voraussetzungen für das Samsung Galaxy S3.

[via BBC News]

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