Snapdragon 820: Erste offizielle Details zu Qualcomms nächster Prozessorgeneration

Kaan Gürayer 2

Zurück zu den Wurzeln: Für den kommenden High End-Prozessor Snapdragon 820 verabschiedet sich Qualcomm von ARMs Standard-Design und setzt stattdessen auf die selbst entwickelte Kyro-Architektur. Die Massenfertigung des 64-Bit-SoCs soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

Im Rahmen des Mobile World Congress hat Qualcomm erstmals einige Details zur kommenden Chipgeneration Snapdragon 820 verraten. Laut Qualcomm setzt man beim Prozessor auf die selbst entwickelte Kyro-Architektur und verabschiedet sich damit vom ARM-Standard-Design, der unter anderem die Basis für die vorherigen SoCs wie beispielsweise dem Snapdragon 805 oder 810 darstellt. Bereits in der Vergangenheit implementierte Qualcomm mit der Krait-Architektur ein eigenes Chipdesign, das in älteren Prozessoren des kalifornischen Unternehmens Verwendung fand. Durch die Rückkehr zu einem eigenständigen Chipdesign erhofft sich Qualcomm eine bessere Optimier- und Anpassbarkeit der eigenen Computerarchitektur. Interessant wird zudem sein, ob sich Qualcomm mit dem Schritt auch von ARMs big.LITTLE-Technologie verabschiedet, die vier stromsparende Kerne mit vier leistungsstarken Kernen kombiniert, um einen Ausgleich zwischen Akkulaufzeit und Performance zu finden. Qualcomms neuestes Prozessor-Kind könnte also acht gleich starke Kerne besitzen und damit ein wahrer Octa Core-SoC werden, wie beispielsweise bei einigen Prozessor-Modellen von MediaTek. Einem älteren Leak zufolge soll der Chip die Adreno 530 als Grafikeinheit, LPDDR4-Arbeitsspeicher und ein LTE-A Cat10-Modem mit theoretischen Download-Geschwindigkeiten von 450 MBit/s, besitzen. Die Produktion des 64-Bit-fähigen und im 14nm-FinFET-Verfahren gefertigten Snapdragon 820 soll im zweiten Halbjahr 2015 beginnen, womit wir die ersten Smartphones und Tablets auf Basis des neuen SoC wohl Anfang 2016 erwarten dürften.

Daneben wurde mit „Zeroth“ auch die erste Cognitive-Computing-Plattform aus dem Hause Qualcomm vorgestellt, die im Zusammenspiel mit dem Snapdragon 820 für ein ganz neues Nutzererlebnis sorgen soll. Zeroth steckt noch in den Kinderschuhen, wird laut Qualcomm aber in Zukunft nicht nur in Smartphones und Tablets Einzug halten, sondern auch in Fahrzeugen. Was macht Zeroth nun so besonders? Das System lernt und passt sich selbstständig dem Nutzer an. Dazu hat es eine visuelle Wahrnehmung, eine Audioerkennung und kann aus den gewonnenen Daten Schlussfolgerungen ziehen, die das Leben des Nutzers einfacher und bequemer machen sollen. So soll ein Smartphone mit Zeroth-Technologie beispielsweise dabei helfen, geschossene Fotos zu kategorisieren und eigenständig erkennen, welche Person sich auf dem Bild befindet. Wann mit einem Marktstart von Zeroth gerechnet werden kann, verriet Qualcomm indes noch nicht.

Quelle: Pressemitteilung, Qualcomm

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