Snapdragon 820 in Qualcomm-Roadmap geleakt [Gerücht]

Lukas Funk 7

Seit einiger Zeit herrscht scheinbar Stillstand in der Entwicklung neuer Prozessoren und Systems-on-a-Chip (SoC) für Mobilgeräte. Ein Blick auf die mutmaßlich geleakte Roadmap Qualcomms zeigt aber, wohin die Reise geht – und wie sehr Apples 64 Bit-Prozessoren den Markt durcheinander gewirbelt haben.

Mit Qualcomms Snapdragon 810 steht dieser Tage ein neues SoC in den Startlöchern, das den mittlerweile ein Jahr alten Snapdragon 805 ablösen soll, aber scheinbar von Problemen geplagt wird. Grund für diese Probleme könnte sein, dass Qualcomm im Snapdragon 810 seit langem auch in der Oberklasse wieder auf ARM-Prozessoren statt der eigenen Krait-Architektur setzt und deshalb weniger Kontrolle über das Zusammenspiel der Komponenten hat. Diese Notlösung hat mutmaßlich damit zu tun, dass Hersteller nach der Vorstellung von Apples A7-Chip auf 64 Bit-Prozessoren gepocht haben, Qualcomms eigene Architektur aber noch nicht zur Veröffentlichung bereit war.

Mit dem Snapdragon 820 zurück zu alter Stärke

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Mit dem nächsten High End-Chip, offenbar dem Snapdragon 820, will Qualcomm einer geleakten mutmaßlichen Roadmap zufolge aber wieder zurück zu alter Stärke finden. Dieser basiert nämlich auf der eigenen T2-Architektur, dem Nachfolger von Krait (T1), die im 14 nm-Verfahren gefertigt wird und somit bei gleicher Leistung weniger Strom verbraucht. Der Snapdragon 820 soll einen Octa Core 64 Bit-Prozessor besitzen, neben dem eine Adreno 530 GPU, LPDDR4-Arbeitsspeicher und ein LTE-A Cat10-Modem mit theoretischen Download-Geschwindigkeiten von 450 MBit/s verbaut sind.

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Im Gegensatz zum Snapdragon 810, der mit 4 langsameren ARM Cortex-A53 und 4 schnellen Cortex-A57 läuft, werden im Snapdragon 820 außerdem 8 High End-Kerne verbaut sein. Wie genau Qualcomm deren Stromverbrauch regulieren wird, ist noch nicht bekannt.

Noch vor dem Snapdragon 820 soll mit dem Snapdragon 815 aber ein Upgrade des Snapdragon 810 erscheinen. Dieser setzt auf die bekannte big.LITTLE-Architektur, verwendet aber statt generischen ARM- hauseigene Krait-Chips der T1 und T1i-Familie, die noch im 20 nm-Verfahren gefertigt werden.

Aufrüstung im mittleren Preissegment mit Snapdragon 616, 620, 625 und 629

Doch nicht nur für High End-Smartphones und -Tablets wird Qualcomm in diesem Jahr Neuerungen liefern. Stattdessen soll fast das gesamte mittlere Preissegment mit Octa Core-CPUs ausgestattet werden. Der Snapdragon 616 Arbeitet mit 8 A53-Prozessoren mit 1,8 GHz bis 2,2 GHz, die im 28 nm-Verfahren gefertigt werden und bekommt eine Adreno 408-GPU zur Seite gestellt, der Snapdragon 620 dagegen basiert auf der hauseigenen Taipan-Architektur mit 4 Kernen und 2 GHz bis 2,5 GHz Taktrate sowie Adreno 418-GPU, die Modelle 625 und 629 dagegen gleichen sich architektonisch mit acht nicht näher spezifizierten Kernen, die im 20 nm-Verfahren gefertigt werden sollen, und einer Adreno 418-GPU.

Obwohl die Roadmap mutmaßlich das Programm für 2015 darstellt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige der genannten Chips erst 2016 in Smartphones und Tablets Anwendung finden werden. Insbesondere mit dem Snapdragon 820 rechnen wir aller frühestens Ende des Jahres – sofern die Roadmap sich überhaupt als authentisch entpuppt.

Quelle: Tom’s Hardware, via Phone Arena

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