Akku-Angriff auf Tesla: Wird Samsung Elektroautos bauen?

Johann Philipp 1

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main hat Samsung einen Akku für Elektroautos vorgestellt, der Tesla ins Schwitzen bringt.

Akku-Angriff auf Tesla: Wird Samsung Elektroautos bauen?
Bildquelle: Renault Samsung Motors.

Elektroautos haben aktuell zwei große Nachteile: Sie sind teuer und bieten vergleichsweise geringe Reichweiten. Viel Hoffnung wird auf die Entwicklung neuer Akkus gesetzt, um die Elektromobilität voranzubringen. Samsung SDI, ein Tochterunternehmen der weltbekannten koreanischen Marke stellt auf der heute startenden IAA einen Akku für Elektroautos vor, der bis zu 700 Kilometer Reichweite bringen soll.

Große Akkus vs. kleine Zellen

Bei der Entwicklung von neuen Akkus wählen Hersteller aus zwei unterschiedlichen Konzepten: Nissan und GM setzen auf große Akkupacks, die viel Energie speichern können, aber nicht flexibel erweiterbar sind. Samsung und Tesla bauen ihre Akkus aus kleinen, zylindrischen Zellen zusammen, um sie somit besser an unterschiedliche Fahrzeuge anzupassen. Auch der neue Akku ist modular aufgebaut.

Samsung rechnet vor: Wenn 20 Module in einer großen Limousine verbaut sind, können bis zu 700 Kilometer erreicht werden. Ein Mittelklassewagen mit 10 bis 12 Modulen würde 300 Kilometer schaffen.

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Wird Samsung zum Elektroauto-Hersteller?

„Unsere auf der Messe vorgestellten Produkte sollen die Popularisierung von Elektroautos vorantreiben“, sagte Samsung SDI-Präsident Jun Young-hyun. „Wir werden mit unserer konkurrenzlosen Technologie weiterhin die führende Batterieindustrie bleiben.“ Da hat die Konkurrenz wohl noch ein Wort mitzureden. Doch Apple hat seine Pläne zum eigenen Auto schon aufgegeben, daher schaut Samsung jetzt Richtung Tesla.

Samsung ist nicht unerfahren: Als Teilhaber des Unternehmens „Renault Samsung Motors“ ist der Technologiekonzern bereits seit Jahren im regionalen Automarkt vertreten, etwa mit dem SUV Samsung QM5 oder die Limousine Samsung SM7 (siehe Titelbild).

2016 hat der Samsung-Konzern mit der Übernahme des Auto-Elektronik-Anbieters Harman für Aufsehen gesorgt und für die beiden Elektroautos i3 und i8 von BMW, ist Samsung exklusiver Akku-Lieferant. Der Weg zum eigenen Elektroauto ist eigentlich nicht mehr weit. Doch in einer Pressemitteilung zur IAA heißt es: „Samsung wird nicht in die Automobilproduktion einsteigen, sondern sich auf die Zusammenarbeit mit Automobilherstellern und Unternehmen im Mobilitätssektor konzentrieren.“ Vorerst werden wir also kein Samsung-Auto in Europa sehen.

Tesla gegen Samsung

Beide Konzerne haben in riesige Batteriefabriken investiert. Samsung SDI errichtet für 358 Millionen Dollar eine Elektroauto-Batteriefabrik in Ungarn. Sie soll ab 2018 Batterien für 50.000 Elektroautos von BMW und Co liefern. Tesla hat die Gigafactory in der Wüste von Nevada, wo in Kooperation mit Panasonic Akkus für die eigenen Elektroautos hergestellt werden.

Beide Unternehmen haben viel Erfahrung mit der Akkutechnik sammeln können, doch nur Tesla hat bereits eigene Autos auf der Straße. Um den Erfolg von Samsung-Akkus zu sichern, kommt es allerdings nicht nur auf eine große Reichweite an, sondern auch auf die Kosten, Haltbarkeit und Entsorgung.

Quelle: Samsung SDI, Electrek, der Aktionär

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