Apple vs. Samsung: 30 bis 40 Dollar Lizenzkosten pro Gerät gefordert

Frank Ritter 9

Aus dem großen Prozess von Apple gegen Samsung, der zurzeit in den USA stattfindet, dringen mal wieder interessante Details nach außen: So hatte Apple in der Vergangenheit Samsung bereits vorgeschlagen, dass man die Patente, deren angebliche Verletzung derzeit verhandelt werden, einfach lizenziert. Dafür forderte Apple 30 Dollar pro Samsung-Smartphone, 40 Dollar pro Tablet.

Apple vs. Samsung: 30 bis 40 Dollar Lizenzkosten pro Gerät gefordert

Nach außen sind über den Clinch von Samsung und Apple in den letzten Jahren überwiegend Nachrichten von Knatsch und Klagen, Verfügungen und Verkaufsverboten gedrungen. Hinter den Kulissen gab es offenbar aber durchaus Verhandlungen zwischen den Elektronikgiganten. Obwohl Apple offensichtlich über die - aus Sicht von Cupertino - dreisten Verletzungen von Patenten und Geschmacksmustern verärgert war, bot man Samsung im Oktober 2010 - zu einem Zeitpunkt, da das Ur-Galaxy S einige Monate auf dem Markt und das erste Galaxy Tab gerade vorgestellt war - einen Lizenzdeal an.

Das Angebot beinhaltete, dass Samsung 30 US-Dollar für Smartphones und andere Touchscreen-basierte Geräte hätte zahlen müssen - egal ob mit Windows, Android oder Bada-Betriebssystem. Für Tablets wären 40 Dollar zu zahlen gewesen. Apple hätte bei einem Zustandekommen dieser Vereinbarung aber auch Nachlässe gewährt, etwa für Patente in Windows Mobile/Phone-Geräten, die schon von lizenzierten Microsoft-Patenten abgedeckt waren, Cross Licensing-Deals, bei denen Apple Samsung-Patente hätte mitnutzen dürfen, sowie wenn Geräte geringere Ähnlichkeit mit dem iPhone (etwa Smartphones mit Hardware-Tastatur) aufwiesen.

Grund dafür, dass Apple überhaupt ein solches Angebot an Samsung machte, war offenbar, dass die Koreaner als „strategischer Zulieferer“ eingeschätzt wurden - Speicherchips und Prozessoren in Apple-Geräten stammen häufig von Samsung.

Dass ein solcher Deal nicht zustande kam, ist Geschichte. Offenbar sah es Samsung nicht als gegeben an, dass die eigenen Geräte eine solche Ähnlichkeit mit Apple-Devices aufböten, dass Lizenzgebühren in dieser Höhe legitim wären. Am Rande erwähnt sei, dass Samsung keine prinzipielle Abneigung gegen die Lizenzierung von Technologien anderer Hersteller hat - so zahlen die Koreaner etwa für die Benutzung von patentierten Technologien an Microsoft.

Hätte Samsung seinerzeit auf das Angebot von Apple eingehen sollen? Oder findet ihr es richtig, dass die Koreaner nicht klein beigeben? Meinungen in die Kommentare.

Quelle: The Verge

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