Nicht nur direkt wirkt sich der am Wochenende in Kalifornien gefällte Urteilsspruch auf Samsung aus: Nach der Verurteilung zu Strafzahlungen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar musste das südkoreanische Unternehmen auch an der Börse herbe Verluste hinnehmen: Samsungs Börsenwert sank um 12 Milliarden Dollar.

Nach dem Urteilsspruch, der Samsung in mehreren Fällen der Verletzung von Apples Patenten schuldig sah, wurde am Wochenende schon viel über dieAuswirkungendiskutiert. Samsung selbst hat inzwischen angekündigt, das Urteil der Jury, das eine Strafzahlung von 1 Milliarde US-Dollar vorsieht, sobald wie möglich anzufechten. Ungeachtet dessen konnten die Koreaner einen mittelschweren wirtschaftlichen Schaden vorerst nicht abwenden: Zur heutigen Eröffnung der Börsenwoche verlor das Unternehmen 7 Prozent an Wert, umgerechnet 12 Milliarden US-Dollar.

Allzu große Sorgen muss man sich um Samsung deswegen aber nicht machen. Kurzfristige, heftige Reaktionen sind an der Börse die Regel und müssen nicht unbedingt einen anhaltenden Trend anzeigen – wie der Fall des iPad zeigt: Nach der Vorstellung der ersten Generation des Tablets sank Apples Aktie zunächst ob der Ratlosigkeit, für was dieses Gerät denn gut sei; Witze über einen überdimensionierten iPod folgten. Was nach dem vorübergehenden Wertverlust kam, ist Geschichte.

Auch im Falle Samsungs ist auf Dauer nicht mit einem konstanten Wertverlust zu rechnen. Die Modelle, um die es in der Gerichtsverhandlung ging, und die eventuell von einem Verkaufsstopp betroffen sein könnten, entstammten allesamt nicht der aktuellen Generation der Galaxy-Serie. Wohl aus Vorsicht wählte Samsung bei neueren Geräten wie dem Galaxy S3 eine andere Designsprache, die sich deutlich vom Design Apples abhebt. Dennoch übertraf eben jenes Gerät mit seinen Verkaufszahlen alle vorherigen und zeigt damit: Man muss nicht wie Apple aussehen, um sich wie Apple zu verkaufen.

Quelle: Reuters