Apple vs. Samsung: Weniger Samsung-Teile im neuen iPhone

Philipp Süßmann 9

Am Mittwoch nächster Woche wird das neue iPhone 5 vorgestellt. Und auch wenn es sich abgesehen von der Materialwahl und der Länge wohl wenig von seinen Vorgängern unterscheiden wird, hat sich im Inneren von Apples Top-Produkt wohl einiges getan. Am auffälligsten ist, dass Samsung diesmal deutlich weniger Komponenten liefert, als bei den bisherigen iPhone-Modellen. Hat das etwas mit den juristischen Streitigkeiten der beiden Firmen zu tun?

Apple vs. Samsung: Weniger Samsung-Teile im neuen iPhone

Der internationale Kapitalismus ist ein kompliziertes Geflecht. Und in diesem Geflecht gibt es wiederum große Konzerne, die in verschiedensten Bereichen tätig sind und diese Bereiche haben oftmals wenig bis gar nichts miteinander zu tun - Samsung ist hierfür ein perfektes Beispiel. Wer glaubt, Samsung stellt hauptsächlich Handys, Tablets und Fernseher her, der ist schief gewickelt. Der koreanische Konzern ist eines der größten Unternehmensgruppen weltweit mit über 200 Milliarden Doller Jahresumsatz und hat seine Finger in so ziemlich jeder Branche drin, die man sich vorstellen kann. Von Computerchips und anderen Hardware-Komponenten, über Maschinenbau und der Schwerindustrie, über Chemie- und Ölproduktion, bis hin zu Versicherungen und Finanzgeschäften, selbst Freizeitparks gehören zu diesem gigantischen Firmenimperium.

Betrachtet man mal die Dimensionen zwischen den Konzernen Apple und Samsung, werden die Verhältnisse schnell klar: Auch wenn Apple momentan von einem Aktienrekord zum nächsten hechelt und die wertvollste Marke der Welt ist - im Vergleich zur gigantischen Samsung Group ist der iPhone-Produzent ein kleiner Fisch im weltweiten Wirtschaftskreislauf.

Apple designt und verkauft elektronische Geräte - die Bestandteile dieser Geräte werden allerdings von ganz anderen Firmen hergestellt - zum Beispiel Samsung. Die Koreaner gehörten bislang zu den größten Zulieferern der Kalifornier und fertigen für die bisherigen iPhone-Modelle Prozessoren, Speicher und Displays. Das wird sich jetzt ändern, denn für das iPhone 5 wird Apple auf andere Zulieferer setzen: Das Display kommt von LG Display, Sharp und Japan Display KK, Speicherchips werden künftig von Toshiba Corp, Elpida Memory und SK Hynix geliefert. Komplett verbannt wurde Samsung aus der Zulieferliste allerdings nicht, die Prozessoren des neuen iPhones stammen weiterhin von den Südkoreanern.

Dass diese Maßnahme etwas mit den Prozessstreitereien und daraus entstandenen Spannungen zwischen den beiden Firmen zu tun hat, ist schnell vermutet. Bei Apple will man davon allerdings nichts wissen: Dieser Schritt hätte mit den Prozessen gar nichts zu tun, sondern man habe sich einfach nicht auf einen akzeptablen Preis einigen können, verkündet man in Kalifornien: Apple möchte außerdem in Zukunft auf mehrere verschiedene Zulieferer setzen und so flexibler und unabhängiger in ihren Optionen sein, anstatt sich zu stark auf einzelne Handelspartner zu konzentrieren.

Eine Erklärung, die durchaus Sinn macht und stimmen kann. Verlorene Prozesse und Strafzahlungen sind eine lästige Angelegenheit, aber die Show muss weitergehen. Samsung ist an Profit genauso interessiert, wie es Apple ist und einen der potentesten Abnehmer verprellt man nicht einfach so, selbst wenn einem dieser Abnehmer gerade „ans Bein pinkelt“. Samsung Mobile wird auf Apple mit Sicherheit nicht gut zu sprechen sein, aber das stört die Kreise von Samsungs Hardware-Division vermutlich eher wenig. Die haben ihre eigene Bilanz im Blick.

In diesem Fall bin ich also geneigt, Apple zu glauben und keinen drohenden Handelskrieg zwischen den Unternehmen heraufzubeschwören. Das Timing für derartige Ankündigungen ist nach den Ereignissen der letzten Wochen einfach nicht optimal. Geklagt wird natürlich weiterhin fleißig in alle Richtungen. Das steht allerdings wieder auf einem ganz anderen Blatt Papier …

[via Slashgear]

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