Google entfernt Adblocker für Samsung-Browser aus dem Play Store

Kaan Gürayer 6

Das ging schnell: Nur wenige Tage, nachdem Samsungs hauseigener Internetbrowser den Support für Werbeblocker erhalten hat, schritt Google zur Tat und hat Adblock Fast aus dem Play Store entfernt. Die entsprechende App verstoße gegen Abschnitt 4.4 der Entwickler-Richtlinien, so der Internetkonzern. Tatsächlich dürften für den Rauswurf aber andere Gründe ausschlaggebend gewesen sein. 

Dass sich ein Unternehmen wie Google, das noch immer rund 90 Prozent seines Umsatzes durch Werbung generiert, durch Werbeblocker bedroht fühlt, sollte auf der Hand liegen. Dementsprechend haben wir bereits vor einigen Tagen prophezeit, dass Samsungs Entscheidung, im eigenen AOSP-Browser Adblocker zuzulassen, möglicherweise für böses Blut zwischen den beiden Konzernen führen könnte. Doch statt sich die Südkoreaner vorzuknöpfen, hat Google Adblock Fast nun kurzerhand aus dem Play Store verbannt.

Die App des Entwicklerstudios Rocketship integriert eine Browser-Erweiterung in Samsungs Internetbrowser, der die Auslieferung unerwünschter Inhalte und Werbung verhindert. Das, argumentiert Google, verstoße gegen die Richtlinien im Play Store, denen sich alle Entwickler zu unterwerfen haben, sofern sie ihre Apps in Googles Software-Laden zum Download anbieten möchten. In Abschnitt 4.4 heißt es konkret:

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„Sie dürfen im Hinblick auf den Store keine Handlungen einschließlich der Entwicklung und des Vertriebs von Produkten vornehmen, durch welche Geräte, Server, Netzwerke oder sonstiges Eigentum oder sonstige Dienstleistungen von Dritten beeinträchtigt, gestört oder beschädigt werden oder auf sie in unerlaubter Weise zugegriffen wird.“

Auch wenn die Richtlinien etwas vage sind und durchaus Interpretationsspielraum bergen, dürften darunter ganz ohne Zweifel auch Adblocker fallen, da sie die Auslieferung von Werbung verhindern und damit „Dienstleistungen von Dritten“ beeinträchtigen und stören. Im Jahr 2013 hat sich Google bereits auf den gleichen Abschnitt in den Entwickler-Richtlinien berufen, um andere Adblocker-Apps aus dem Play Store zu entfernen. Merkwürdig ist indes, dass mit Crystal noch immer ein anderer Adblocker für Samsungs Internetbrowser im Play Store verfügbar ist. Möglicherweise ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Google auch hier den Stecker zieht.

Google: Sinkende Einnahmen durch Werbeblocker

Als Betreiber des Play Stores hat Google selbstverständlich jedes Recht der Welt, zu bestimmen, welche Apps dort zum Download angeboten werden und welche draußen bleiben müssen. Das schnelle und harte Durchgreifen in Mountain View lässt aber die Vermutung zu, dass Google nicht allein die Entwickler-Richtlinien im Auge hatte, sondern sich vor sinkenden Werbeeinnahmen schützen wollte. Samsung ist immerhin der mit Abstand größte Android-Hersteller der Welt und selbst wenn nur ein Bruchteil der Nutzer einen Adblocker verwendet, dürfte Google das im Portemonnaie spüren.

Quelle: The Next Web

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