Nach Apple: Samsungs Gewinn bricht im Kerngeschäft drastisch ein

Simon Stich 2

Nun auch düstere Aussichten in Südkorea: Samsungs Gewinn ist in kurzer Zeit um fast ein Drittel eingebrochen. Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren gehen die Zahlen nach unten statt nach oben. Was ist da passiert?

Nach Apple: Samsungs Gewinn bricht im Kerngeschäft drastisch ein
Bildquelle: GIGA - Samsung Galaxy Note 9 und Galaxy S9 Plus.

Samsung: Gewinn um 28,7 Prozent eingebrochen

Samsung Electronics hat im letzten Quartal des vergangenen Jahres einen Gewinneinbruch von fast einem Drittel hinnehmen müssen. Nach einer vorläufigen Schätzung, die heute veröffentlicht wurde, ist der operative Gewinn im Vergleich mit dem letzten Quartal 2017 um satte 28,7 Prozent geringer ausgefallen. Das gab es bei Samsung zuletzt im Sommer 2016, als das Galaxy Note 7 wegen Brandgefahr vom Markt genommen werden musste. Auch der Umsatz ist um 10,8 Prozent eingebrochen.

Konkurrent Apple hatte vor Kurzem ebenfalls mit einer Umsatzwarnung geschockt. Das Weihnachtsgeschäft 2018 soll nicht ganz so erfolgreich verlaufen sein, wie erhofft. Im letzten Quartal 2018 dürfte der Umsatz bei Apple um mehrere Milliarden Dollar geringer ausfallen, gab Tim Cook vor wenigen Tagen bekannt. iPhones verkaufen sich schlechter als zuvor. Samsung steht also nicht alleine da.

In absoluten Zahlen gesehen muss sich Samsung allerdings noch keine Sorge machen. Der Gewinn lag im letzten Quartal 2018 immer noch bei umgerechnet 8,4 Milliarden Euro, der Umsatz bei etwa 46 Milliarden Euro. Es handelt sich um vorläufige Zahlen, die Samsung dann Ende Januar mit endgültigen Daten verfeinern wird. Der Konzern hat den vorläufigen Quartalszahlen ungewöhnlicherweise eine Erklärung beigelegt, um möglichen Spekulationen entgegenzuwirken. Samsung zufolge lag der Gewinnrückgang vor allem an der mangelnden Nachfrage nach Speicherbausteinen für Server. Auch Smartphones sollen nicht wie erhofft abgesetzt worden sein.

Das aktuelle Spitzenmodell von Samsung, das Galaxy Note 9, wurde in der Erklärung nicht erwähnt. Was wir von dem Top-Smartphone halten, seht ihr in unserem Video:

Samsung Galaxy Note 9 im Hands-On.

Samsung: Keine kurzfristige Verbesserung in Sicht

Für das gerade angebrochene erste Quartal 2019 sieht Samsungs eigene Prognose ebenfalls schlecht aus. Von einer kurzfristigen Verbesserung wird in Südkorea derzeit nicht ausgegangen, berichtet die FAZ. Erst in der zweiten Jahreshälfte soll zumindest das Geschäft mit den Speicherbausteinen wieder anziehen. Mit den Bausteinen soll der Konzern in den letzten Jahren bis zu drei Viertel des Gewinns erwirtschaftet haben. Der Boom scheint nun aber ein Ende gefunden zu haben. Insbesondere chinesische Kunden würden Samsungs Produkte weniger stark nachfragen als bisher. In der Erwartung weiter fallender Preise sollen Investitionen derzeit zurückgehalten werden, heißt es. Preise für NAND-Chips sind im letzten Quartal bereits um 15 Prozent gefallen. Für 2019 wird ein weiterer Preisverfall um 44 Prozent erwartet.

Smartphones von Samsung verkaufen sich ebenfalls nicht mehr so blendend wie zuvor. Hinzu kommt auch, dass der Smartphone-Markt weltweit eher stagniert und in manchen Regionen bereits rückläufig ist. Da viele andere Hersteller auf Bauteile von Samsung setzen – zum Beispiel bei OLED-Displays – trifft die Stagnation besonders Samsung. Salopp gesagt: Verkauft Apple also weniger iPhones, ist Samsung indirekt auch betroffen.

Diese Smartphones verkaufen sich dennoch besonders gut:

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Top-10-Handys: Aktuelle Smartphone-Bestseller in Deutschland.

Beim Marktanteil in Europa steht Samsung zwar weiter auf dem ersten Platz, doch die chinesische Konkurrenz von Huawei holt mit großen Schritten auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Smartphone-Anteil Samsungs um 14,6 Prozentpunkte gesunken, während Huawei um 55 Prozentpunkte zulegen konnte. Die Machtverhältnisse auf dem Smartphone-Markt scheinen sich deutlich zu verschieben.

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