Samsung: Brasilien klagt wegen schlechter Arbeitsbedingungen

Daniel Kuhn 10

Samsung steht eine neue Gerichtsverhandlung ins Haus — diesmal klagt allerdings kein Konkurrent gegen angebliche Verletzungen irgendwelcher Patente, sondern die brasilianische Regierung wegen Verstößen gegen das Arbeitsschutzrecht in einer Samsung-Fabrik in Manaus: Die dortigen Arbeitsbedingungen sollen zu ernsten Gesundheitsschäden bei über 2.000 Angestellten geführt haben.

Samsung: Brasilien klagt wegen schlechter Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen unter denen Smartphone, Tablets und andere technische Gerätschaften hergestellt werden, stehen schon lange in der Kritik. Bisher haben zumeist Apple und Foxconn die Schlagzeilen dominiert, nun trifft es allerdings auch Samsung: In einer Fabrik im brasilianischen Manaus, in der Smartphones für den koreanischen Konzern zusammengebaut werden, wurden über längere Zeit Verstöße gegen das brasilianische Arbeitsschutzrecht beobachtet, gegen die das Arbeitsministerium des Landes nun vor Gericht vorgehen will.

Die Regierung wirft Samsung vor, dass einige Angestellte in der besagten Fabrik mehr als 15 Stunden-Schichten pro Tag arbeiten und andere bis zu 10 Stunden im Stehen arbeiten müssen. Insgesamt leiden 2.018 Arbeiter an Folgen dieser Arbeitsbedingungen, zum Beispiel mit Rückenproblemen. Die als Kompensation für die leidenden Arbeiter geforderte Schadenssumme beläuft sich auf 108 Million Dollar.

In einer Stellungnahme äußerte Samsung sich wie folgt:

Sobald uns die besagte Klage vorliegt, werden wir eine sehr genaue Prüfung der Vorwürfe vornehmen und vollständig mit den brasilianischen Behörden kooperieren. Wir sind sehr darauf bedacht, ein Arbeitsplatzumfeld bereitzustellen, das die höchsten Industriestandards für Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden unserer Angestellten auf der ganzen Welt bietet.

Leider steht Samsung nicht das erste Mal wegen derartiger Vorwürfe in der Kritik: Bereits 2011 wurden in Brasilien die schlechten Arbeitsbedingungen angeprangert, damals konnte Samsung allerdings noch einen Vergleich in Höhe von 200.000 Dollar erwirken. Sollten sich die erneuten Vorwürfe als wahr herausstellen, ist allerdings zu bezweifeln, dass der koreanische Konzern erneut so glimpflich davonkommt.

Quelle: Reporter Brasil [via The Guardian]

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