Samsung "Context": Endlich noch weniger Privatsphäre? (Kommentar)

Kamal Nicholas 6

Brauchen wir mehr Sicherheit? Ach quatsch. Und was ist mit Privatsphäre?  Interessiert doch keine Sau. Deshalb ist es auch kein Problem, dass Samsung mit dem Dienst „Context“ in Zukunft einen noch größeren Teil unserer Daten verteilt. Herrlich.

Samsung "Context": Endlich noch weniger Privatsphäre? (Kommentar)

Also manchmal denke ich ja, ich müsste mein Smartphone einfach in die Ecke werfen und mich aus diesem ganzen Internet ausklinken. Dann fällt mir aber wieder auf, dass ich das in meiner gegenwärtigen Situation gar nicht kann und eigentlich auch nicht wirklich will.

Dennoch bin ich ziemlich unzufrieden mit der Entwicklung der ganzen Privatsphäre- und Sicherheitsdebatte. NSA, Fingerscanner, gehackte Passwörter und so weiter, all das fühlt sich einfach nicht besonders gut an. Doch anstatt der ganzen Sache ein für alle Mal Einhalt zu gebieten, geht es immer weiter und wird eigentlich immer nur schlimmer.

Samsung Context: Mehr Daten für die Entwickler

Ein neuer Dienst von Samsung, der auf den Namen „Context“ hört, könnte hier nicht unwesentlich dazu beitragen. Denn durch diesen Dienst erhalten Entwickler wesentlich mehr Informationen über die Nutzer von deren Anwendungen. Laut der Webseite The Information arbeitet Samsung mit der „Context“ an einer App, die Informationen darüber sammelt, was für Apps der Besitzer eines Gerätes installiert hat und nutz, was er auf dem Gerät schreibt und welche Daten die Sensoren der Geräte  aufnehmen. Dadurch wäre es laut The Information in Zukunft möglich, dass ein Video-Dienst einer Person automatisch ein Sport-Video zeigen könnte, da diese Person regelmäßig nach Sport-Informationen sucht.

„Aber dann bekomme ich ja genau die Videos und Informationen vorgeschlagen, die mich sowieso interessieren“ mag der ein oder andere denken. Aber ich sage dazu „Nein!“. Ich will nicht, dass meine persönlichen Gesprächsfetzen, Apps und was auch immer mit einfach allen Entwicklern (die dafür sicherlich zahlen) geteilt werden, damit diese ein immer besseres Profil von mir erstellen können.

Ich weiß, dass wir in einer Zeit angekommen sind, in der es nicht mehr nachvollziehbar ist, welche persönlichen Infos wo landen und wie diese behandelt werden. Aber das heißt noch lange nicht, dass immer mehr Unternehmen sich die Freiheit nehmen dürfen, sich so zu verhalten und solche Dienste überhaupt angeboten werden dürfen. Da ist Samsung nicht alleine, auch Google macht einen unglaublich guten Job darin, uns immer besser „kennenzulernen“:

Google The Knowledge Graph.
Ich will bitte alleine entscheiden, was ich mir anschaue, wer meine Infos erhält und was mit diesen passiert. Warum? Weil ich ein Gehirn habe, das ich auch weiterhin zu nutzen gedenke und weil ich kein Profil in irgendwelchen kuriosen Datenbanken von Menschen haben will, die ich nicht einmal annähernd kenne. Wer weiß, vielleicht schmeiß ich mein Smartphone doch nochmal irgendwann weg.

 Quelle: The Information via The Verge, Artikelbild: Numrush

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