Samsung: Enttäuschende Quartalszahlen aufgrund von starker Konkurrenz aus China

Tuan Le 29

Samsung ist zwar im Moment unangefochtener Marktführer in Sachen Smartphones, doch könnte dem südkoreanischen Unternehmen in Zukunft ein ähnliches Schicksal wie seinerzeit Apple widerfahren: Wie der zweite Quartalsbericht 2014 zeigt, blieben die Einnahmen von Samsung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Schuld daran ist nicht etwa ein fehlender Erfolg der Flaggschiffe, sondern ausgerechnet das Low-Budget-Segment - vor allem chinesische Hersteller wie Lenovo und Huawei machen Samsung mit günstigen Smartphones zu schaffen.

Bevor nun gleich die Schwarzmalerei beginnt, sei vorab gesagt, dass mit einem Gewinn von immerhin 7,12 Milliarden US-Dollar in diesem Quartal sicherlich noch niemand in der Führungsabteilung von Samsung in Schweißausbrüche geraten ist. Allerdings ist die Bilanz im Vergleich zu den erwarteten 8,2 Milliarden US-Dollar ziemlich enttäuschend und dass man sich um 1 Milliarde US-Dollar bei einer Prognose verrechnet, ist bei einem derart großen Unternehmen eher ungewöhnlich. Tatsächlich entspricht die aktuelle Bilanz einem Absturz von 24,5 Prozent im Vergleich zu dem Gewinn von 9,43 Milliarden US-Dollar im selben Quartal des Vorjahres 2013 - einen solchen Fall hat es bei Samsung seit 2011 nicht mehr gegeben.

Samsung selbst nannte einen härteren Konkurrenzkampf sowie die damit einhergehenden größeren Werbeausgaben als Gründe für die enttäuschenden Zahlen. Vor allen Dingen die Mid- bis Low-End-Smartphones von Samsung verkaufen sich allem Anschein nach nur noch schlecht, denn Konkurrenten wie Lenovo, Huawei oder natürlich auch der ebenfalls südkoreanische Rivale LG bieten hier zum Teil weitaus leistungsstärkere und hochwertigere Geräte zum gleichen oder gar kleineren Preis. Auch in Europa scheinen Geräte wie das Nexus 5 (Test) und das Moto G (Test) den günstigeren Samsung-Geräten schwer zu schaffen zu machen. Der Analyst Lee Seung-Woo von IBK Securities brachte es mit folgendem Statement gut auf den Punkt (Übersetzung von uns):

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Die Bilanzen verpassen Samsung einen harten Realitätscheck, der zeigt, dass man nicht Apple, sondern Samsung ist. Die Strategie, Smartphones zu einem hohen Preis zu verkaufen wird nicht mehr funktionieren, da chinesische Konkurrenten gleich gute Smartphones zu einem viel besseren Preis anbieten.

Nach Meinung der Analysten nach hat sich Samsung klar verkalkuliert: Der Fokus wurde zu stark auf die Mid- bis High End-Geräte gelegt; dafür wurde es versäumt, Smartphones mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis auf den Markt zu bringen. Der Preis stellt aber ein immer wichtigeres Merkmal bei der Kaufentscheidung dar, sodass Samsung sich nicht langfristig allein durch den Verkauf von teuren Geräten als Marktführer halten könne. Kurzum: Selbst wirtschaftlich lukrative und zweifelsohne starke Flaggschiffe wie das Samsung Galaxy S5 können über den Misserfolg der für die gebotene Leistung zu teuren Samsung-Smartphones in unteren Preisregionen nicht hinwegtäuschen.

Samsung hofft dennoch im dritten Quartal aufgrund des Samsung Galaxy Note 4 weiter reduzierten Marketing-Kosten und natürlich Anlässen wie den Black Friday und dem Weihnachtsfest einen Aufschwung zu erfahren. Zu dem Zeitpunkt könnte allerdings Apple mit dem erwarteten iPhone 6 für weitere Konkurrenz sorgen. Sofern der südkoreanische Konzern nicht im Low-End-Sektor nachbessert, werden die wirtschaftlichen Probleme – sofern man sie denn so nennen möchte – andauern, so der Analyst Greg Roh von HMC Investment.

Was sagt ihr zu Samsungs Quartalszahlen? Wo liegt eurer Meinung nach die Lösung des Problems? Sagt es uns einfach unten in den Kommentaren.

Quelle: Newswire [via Engadget, Reuters]

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