Samsung Exynos ModAP: Quad Core-Prozessor mit integriertem LTE-A-Modul vorgestellt

Andreas Floemer 1

Samsung hat seine Exynos-Prozessor-Familie erweitert: Mit dem Exynos ModAP bringt das südkoreanische Unternehmen den ersten hauseigenen Prozessor mit integriertem LTE-Modul auf den Markt. Anstelle von acht Kernen, wie sie bei Samsungs Oberklasse-Serie in letzter Zeit zum Einsatz kommen, setzt man im ModAP-SoC lediglich vier Kerne ein, die im 28 nm-Verfahren gefertigt wurden.

Samsung Exynos ModAP: Quad Core-Prozessor mit integriertem LTE-A-Modul vorgestellt

Der Exynos ModAP-Prozessor ist der erste Prozessor aus dem Hause Samsung, bei dem ein LTE-Modem direkt auf dem Chip integriert ist. Bislang musste sich der Hersteller damit behelfen, ein LTE-Modul separat zu verbauen – oder auf Snapdragon-Prozessoren von Qualcomm setzen. Zumeist wurde sich für letzteres entschieden. Mit dem neuen Chip, der möglicherweise für Mittelklasse-Smartphones und -Tablets gedacht ist, scheint Samsung sich von Qualcomm ein wenig emanzipieren zu wollen.

Samsung hat nicht allzu viele Details über seinen neu angekündigten Chip offenbart – als gesichert gilt allerdings, dass das LTE-Modul LTE Advanced nach Cat4 unterstützt und somit im mobilen Datennetz Downloadraten von bis zu 150 MBit/s erreichen kann. Mit dieser Technologie ist Samsung allerdings noch nicht auf einem Level mit Qualcomm, denn der US-amerikanische Chipspezialist verbaut mittlerweile schon Cat6-LTE-Module, mit denen  Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s erreicht werden können. Ein solches ist beispielsweise im Samsung Galaxy S5 Broadband LTE-A zu finden, bei dem ein Snapdragon 805-Prozessor verbaut ist. Cat6-LTE ist für den europäischen Markt aber ohnehin noch Zukunftsmusik. Interessant: Das im Exynos ModAP-Chip verlötete LTE-Modul ist mit allen LTE-Netzen weltweit kompatibel.

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Bislang ist noch unklar, auf welche ARM-Architektur Samsung bei seinem ModAP-Chip setzt. Der Hersteller bestätigt derzeit lediglich, dass ein Image Signal Processor (ISP) an Bord ist, der Videodaten mit 8 Megapixel bei 30 FPS zu verarbeiten in der Lage ist. Ferner wird eine Daten-Transfergschwindigkeit des Speichers mit bis zu 6,4 GB pro Sekunde angegeben, um „grafisch aufwändige Apps zu genießen“.

Angesichts der bislang bekannten technischen Spezifikationen kann Samsungs neues SoC grob mit einem Snapdragon 800-Prozessor verglichen werden, der ebenso LTE-Support On-Die besitzt. In welchem Gerät dieser Prozessor zuerst zum Einsatz kommen wird, ist derzeit nicht bekannt. Dass das Galaxy Note 4 mit diesem Prozessor bestückt werden wird, ist recht unwahrscheinlich, denn letzten Informationen zufolge soll das Oberklasse-Phablet sowohl mit einem Exynos 5433 Octa Core-Chip als auch mit einem Snapdragon 805-SoC im Zuge der IFA im September vorgestellt werden. Wir können allerdings damit rechnen, dass Samsung mit Sicherheit ein Gerät in der Pipeline hat, das mit dem neuen Prozessor bestückt sein wird.

Quelle: Samsung Exynos 1, 2

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