Samsung: Galaxy Note 4 mit neuem Formfaktor, Smartwatch mit Android Wear kommt

Kaan Gürayer 10

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hat Yoon Han-kil, Samsungs Senior Vice President für Produktstrategie, seltene Einblicke in die Strategie des Branchenprimus gegeben. Demnach plant Samsung noch im Laufe dieses Jahres eine Smartwatch mit Android Wear auf den Markt zu bringen, möchte mit dem hauseigenen Tizen OS 15 Prozent Marktanteil erobern und verspricht einen „neuen Formfaktor“ beim Galaxy Note 4

Samsung: Galaxy Note 4 mit neuem Formfaktor, Smartwatch mit Android Wear kommt

Smartwatch mit Android Wear kommt noch im Laufe dieses Jahres

Nachdem Google im vergangenen Monat mit Android Wear seine Vision für ein Smartwach-Betriebssystem vorgestellt hat und Motorola sowie LG mit der Moto 360 und G Watch direkt zwei intelligente Uhren auf Basis der modifizierten Android-Version angekündigt haben, war es um Samsung vergleichsweise ruhig geworden. Der südkoreanische Hersteller hatte auf dem Mobile World Congress Ende Februar zwar gleich drei neue Smartwaches vorgestellt, doch Gear 2, Gear 2 Neo und die schicke Gear Fit laufen alle auf der hauseigenen Entwicklung Tizen OS und nicht auf Android.

Android-Wearables-Devices-Developer Preview

Nach Aussagen von Yoon Han-kil wird sich Samsung bei Smartwatches aber nicht komplett von Android verabschieden. Im Laufe des Jahres werde man wieder eine Smartwatch mit Android als Basis auf den Markt bringen, so der Manager. Ob es sich dabei um Android Wear handelt, wurde zwar nicht explizit erwähnt, dürfte aber die wahrscheinlichste Option sein.

Alle, die mit den Samsung-Smartwatches liebäugeln, aber keines der über 20 offiziell unterstützten Samsung-Smartphones oder -Tablets besitzen, dürfen sich freuen: Die bisher auf Tizen basierenden Smartwatches sollen, so Yoon, langfristig mit allen Android-Geräten kompatibel werden und so aus dem Käfig der Samsung-Exklusivität befreit werden.

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15 Prozent Marktanteil mit Tizen

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Smartphone-Prototyp mit Tizen OS (Bild: Cnet)

Um Tizen OS als Erfolg verbuchen zu können, müssten mindestens 15 Prozent aller Smartphone-Verkäufe des Herstellers auf der selbst entwickelten Plattform laufen, wie Yoon zu Protokoll gibt. Samsungs erstes Tizen-Smartphone soll Ende des zweiten Quartals auf den Markt kommen und ein High-End-Modell werden. Mit dem zweiten Smartphone auf Basis von Tizen möchte Samsung hingegen die Smartphone-Mittelklasse in Angriff nehmen. Zwar versichert Yoon, dass Android weiterhin das erste Smartphone-Standbein des Unternehmens bleiben werde, aber Tizen oder Windows Phone sollen in den Märkten Erfolg bringen, die Android bisher nicht ansprechen konnte. In welchen Ländern genau Samsung seine Tizen-Smartphones auf den Markt bringen will, verriet der Manager indes nicht. Der Vorstoß mit Tizen ist aus Sicht des Unternehmens verständlich, denn sollte Samsung auf lange Sicht tatsächlich Erfolg mit seiner Eigenentwicklung haben, würde der Hersteller nicht nur das Duopol von Android und iOS brechen, sondern hätte sich durch den Verkauf von Drittanbieter-Apps auch eine zusätzliche Einnahmequelle gesichert.

In diesem Kontext darf man aber nicht vergessen, dass Samsung bereits schon einmal mit seinem OS Bada eine Android-Alternative auf die Beine stellen wollte – allerdings mit wenig Erfolg.

„Weniger ist mehr“-Strategie & neue Details zum Galaxy Note 4

Auch zum Samsung Galaxy S5 verlor Yoon Han-kil ein paar interessante Worte und erläuterte einen Strategiewechsel im eigenen Unternehmen. So sei man etwa beim Galaxy S4 der Überzeugung gewesen, dass sich Smartphones nicht nur auf Hardware konzentrieren, sondern auch mit einer Menge an zusätzlichen Software-Features und integrierten Services ausgestattet sein sollten. Der Meinung sei man beim Galaxy S5 grundsätzlich zwar immer noch, entschied sich aber dieses mal, beim Nachfolger nur noch die Software-Features und Services zu integrieren, die der User aus Sicht von Samsung auch wirklich haben wolle. Als Beispiel für diese „Weniger ist Mehr“-Strategie wurde die Zahl der installierten Anwendungen genannt, mit der die Geräte ausgeliefert wurden. Waren es beim Galaxy S4 (Test) und seinen Vorgängern noch über 50 an vorinstallierten Apps, seien es beim Galaxy S5 „nur“ noch 40.

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Ohne näher darauf einzugehen, kündigte Yoon im Interview auch noch die Vorstellung des Samsung Galaxy Note 4 für die zweite Jahreshälfte an. Bisher sind die mit einem Stylus bewaffneten Phablets immer im Rahmen der IFA vorgestellt worden und auch dieses Jahr dürfte Samsung wohl an dieser Tradition festhalten. Interessant ist zudem die Erwähnung eines „neuen Formfaktors“, den das Note 4 mitbringen soll. Ob es sich hier schlicht um die obligatorischen 0,1 oder 0,2 Zoll handelt, die das Galaxy Note von Jahr zu Jahr wächst oder ob Samsung seinem Vorzeige-Phablet tatsächlich ein Wraparound-Display verpasst (Foto), kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden.

Was meint ihr, wird sich Samsung mit seiner Strategie als Nummer 1 am Markt behaupten können? Und was ist mit diesem neuen „neuen Formfaktor“ wohl gemeint? Sagt es uns in den Kommentaren.

Quelle: Reuters

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