Trotz der ansehnlichen Verkaufszahlen für das Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge haben die vom Medienkonzern Thomson Reuters befragten Analysten die Erwartungen an die Umsätze für das vergangene Quartal um durchschnittlich 3,9 Prozent gesenkt. Insgesamt wird die Entwicklung des Konzerns zwar als durchaus positiv betrachtet, doch habe man insbesondere die Nachfrage nach dem Galaxy S6 edge unterschätzt und damit eine wichtige Chance verpasst.

 

Samsung Electronics

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Update 07. Juli: Von Samsung gibt es jetzt ebenfalls eine Vorhersage zu den im zweiten Quartal erreichten Zahlen. Die Umsätze betragen demnach 38,47 Milliarden Euro. An Betriebseinnahmen sollen dagegen zwischen 5,37 und 5,69 Milliarden Euro eingenommen worden sein, was sogar unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten liegt. Im Vergleich zum ersten Quartal, wo lediglich 4,8 Milliarden Euro erwirtschaftet worden sind, ist das zwar eine Steigerung. Dennoch erzielte man im zweiten Quartal des vergangenen Jahres mit 5,77 Milliarden Euro höhere Betriebseinnahmen.
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Bislang kursieren unterschiedliche Meinungen darüber, ob Samsung mit dem Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge wieder auf dem richtigen Wege ist oder nicht: Der Branchen-Primus stand vor dem Release der neuen Geräte aufgrund von immer weiter sinkenden Umsätzen – vor allem im asiatischen Raum – unter harscher Kritik und schien in Sachen Produktstrategie in eine Lethargie zu verfallen, die auf lange Sicht womöglich gar einen Verlust der Spitzenposition bedeutet hätte. Die beiden aktuellen Spitzen-Smartphones markierten schließlich eine absolute Neuausrichtung im Geräte-Design, was bislang auch durch gute Verkaufszahlen honoriert worden ist. Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch: Tatsächlich, so heißt es derzeit in Kreisen von Analysten, hätte der südkoreanische Smartphone-Hersteller das Momentum besser ausnutzen und bei weitem bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen können.

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Samsung: Umsätze nicht so hoch wie erwartet

Samsung Galaxy S6 Edge - Unboxing

Die Schätzungen für die in diesem Jahr erwirtschafteten Einnahmen belaufen sich zwar weiterhin auf umgerechnet 22,33 Milliarden Euro, was gegenüber den im vergangenen Jahr erwirtschafteten 19,28 Milliarden Euro ein beachtlicher Sprung nach vorne ist. Für den Zeitraum zwischen April und Juni sind die erwarteten Einnahmen von Analysten durchschnittlich auf etwa 5,78 Milliarden Euro reduziert worden, wohingegen zuvor noch bis zu 6,3 Milliarden Euro an Umsätzen angepeilt waren. Die endgültigen Zahlen für die vergangenen drei Monate wird Samsung erst gegen Ende Juli verkünden. In den letzten 30 Tagen haben dem Bericht von Reuters zufolge 20 von 39 befragten Analysten ihre Prognosen um rund 3,9 Prozent reduziert; das sind im Grunde genommen nur knapp mehr als die Hälfte, doch eine allgemeine Skepsis gegenüber dem Aufschwung des südkoreanischen Unternehmens scheint bei vielen Branchenkennern vorhanden zu sein.

Samsung hat Chancen nicht rechtzeitig genutzt – Apple bereits auf den Fersen

Den Analysten zufolge habe Samsung sich beim Galaxy S6 edge verkalkuliert und die Nachfrage nach der teureren, aber zugleich für viele Kunden interessanteren Variante mit dem gebogenen Display unterschätzt. Nach dem Release des Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge hieß es, dass unter den insgesamt 20 Millionen ausgelieferten Smartphones lediglich 5 Millionen Einheiten des edge-Modells waren. Das Kaufverhalten der Nutzer wurde demnach nicht korrekt eingeschätzt, entgegen den Erwartungen von Samsung schien vielerorts der Aufpreis für das innovative, an beiden Seiten gebogene Display wohlwollend in Kauf genommen zu werden. Laut Insiderinformationen, die dem Wallstreet Journal zugespielt worden sind, habe Samsung damit gerechnet etwa vier Samsung Galaxy S6 für jedes Galaxy S6 edge zu verkaufen. Tatsächlich wurden beide Modelle allerdings angeblich in gleichem Maße nachgefragt.

Schnell geriet Samsung infolgedessen in Lieferengpässe beim Galaxy S6 Edge und verlor, so zumindest die Analysten, unwiederbringlich einen nicht unbedeutenden Anteil an potenziellen Käufern. Obendrein herrscht ein Überfluss an Samsung Galaxy S6, vor allem in weißer Farbe. Zwar hat das Unternehmen mittlerweile ausreichend Kapazitäten, um den Bedarf für das edge-Modell zu decken, doch derweil sei das Interesse der Kunden wiederum schon wieder deutlich gesunken. Neben der verzögerten Verfügbarkeit des S6 edge ist auch die baldige Vorstellung des iPhone 6s ein Faktor, der sich negativ auf Samsungs Zahlen auswirken dürfte. Je nachdem, was Apple mit den neuen Modellen auf den Markt bringt, könnten auch die bisher noch recht rosigen Einschätzungen für die beiden kommenden Wirtschaftsquartale dieses Jahres – 5,8 respektive 6 Milliarden Euro an Betriebseinnahmen werden von Samsung erwartet – reduziert werden.

Quelle: Reuters, Samsung, WSJ 

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Tuan Le
Tuan Le, GIGA-Experte.

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