Samsung: Hersteller will im nächsten Jahr 30 Prozent weniger Smartphone-Modelle vorstellen

Andreas Floemer 22

Bei Samsung Mobile steht offenbar ein Strategiewechsel bevor. Im Lichte der rapide sinkenden Umsatzzahlen und Marktanteile – vor allem in Asien ­– zieht der südkoreanische Hersteller erste Konsequenzen. Anstelle wie bisher nach dem Motto „Viel hilft viel“ zu verfahren, sollen 2015 25 bis 30 Prozent weniger Smartphone-Modelle auf den Markt geworfen werden. Überdies – und das ist schon länger bekannt – werde man die Namensgebung der Smartphones vereinfachen.

Samsung: Hersteller will im nächsten Jahr 30 Prozent weniger Smartphone-Modelle vorstellen

Samsung geht es nach wie vor recht gut, auch wenn spätestens die Zahlen des dritten Quartals die Alarmglocken bei den Südkoreaner laut haben schrillen lassen. Denn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum musste der Hersteller einen Gewinnrückgang von über 60 Prozent vermelden. Um diesem Negativ-Trend entgegenzuwirken, hat Samsung angekündigt, eine neue Produktpolitik zu fahren, teils um die sinkenden Gewinne in den Griff zu bekommen.

Im Zuge einer Präsentation in New York erklärte Robert Yi, Samsungs Head of Investor Relations, dass man im nächsten Jahr die Anzahl neuer Geräte um bis zu 30 Prozent senken wolle. Diese Reduzierung des Lineups solle vor allem das Einsteiger- und Mittelklasse-Segment betreffen. Ferner beabsichtige man, gleiche Komponenten in diesen Modellklassen verbauen, um Kosten zu sparen. Überdies könne man durch ein geringeres Kontingent an verschiedenen Geräten das Inventar sowie die Lieferketten besser verwalten.

Dies dürfte bedeuten, dass Samsungs Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte in Sachen Ausstattung in vielen Belangen ähnlich sein werden. Wirft man einen Blick auf die neuen Galaxy A-Modelle erkennt man diesen Trend bereits: Die beiden Geräte haben einen Snapdragon 410-Prozessor an Bord; in Sachen Design ähneln sie sich ebenso. Unterschiede sind indes in Größe des Arbeitsspeichers, Displaydiagonale und –Auflösung sowie den Kamerasensoren, des Akkus und den Abmessungen auszumachen. Selbstredend werden sich die Geräte auch im Preis unterscheiden. Möglicherweise wird Samsung zumindest für den chinesischen Markt hart an der Preisschraube drehen, um der neuen Nummer 1, Xiaomi, die Stirn bieten und Marktanteile zurückerobern zu können.

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Eines der vielen Derivate erfolgreicher Samsung-Modelle: Das Galaxy S3 Neo.

Es ist hinsichtlich des schrumpfenden Modellangebots zu hoffen, dass Samsung seine Produktpolitik auch auf dem High-End-Sektor überdenkt, seine Galaxy S-Reihe nicht weiter verwässert und aufhört, Derivate mit schwächeren Spezifikationen vorzustellen. Ob sich dieser fromme Wunsch bewahrheitet, werden wir wohl im Laufe des kommenden Jahres erfahren – frühestens zum Mobile World Congress 2015 dürfte Samsung sein Galaxy S6 oder Project Zero enthüllen. Mit diesem Gerät will man Gerüchten zufolge eine neue Ära einläuten.

Ob das nächste Smartphone-Flaggschiff überhaupt als Galaxy S6 vorgestellt werden wird, ist überdies fraglich, denn die Südkoreaner arbeiten derzeit daran, die eigene Namenskonventionen umzustellen. Erste Anzeichen dafür sind einerseits das Galaxy Alpha sowie die A-Serie. Man munkelt, dass bald weitere Geräte nach dieser neuen Namensgebung vorgestellt werden und so umständliche Namen wie Galaxy Note 3 Neo oder Galaxy S5 Broadband LTE-A irgendwann der Vergangenheit angehören.

Was haltet ihr von Samsungs neuer Produktstrategie für 2015 – längst überfällig oder schade um die große Auswahl?

Quelle: WSJ [via SamMobile, (2)]

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