Samsung kauft Apple Pay-Konkurrenten LoopPay

Tuan Le 6

Wieder einmal ist ein Unternehmen aufgekauft worden: Diesmal hat sich der südkoreanische Elektronik-Riese Samsung dazu entschlossen, den Apple Pay-Konkurrenten LoopPay aufzukaufen. Das besondere an dem mobilen Bezahlservice: Die LoopPay-Technologie erfordert keinerlei spezielle Lesegeräte, sondern soll auch mit herkömmlichen Kartenlesern funktionieren.

Um auf dem stark umkämpften mobilen Markt bestehen zu können, scheint die Akquisition anderer Unternehmen zum Handwerkszeug großer Konzerne zu gehören. Neben Google schreckt auch Samsung nicht davor zurück, in dieser Hinsicht vielversprechende Investitionen zu tätigen: Mit der Akquisition des digitalen Bezahldienstes LoopPay könnte Samsung tatsächlich eine mehr als konkurrenzfähige Alternative zu Cupertinos Apple Pay sein eigen nennen, die vor allen Dingen durch ihre Einfachheit besticht.

LoopPay: Bezahlen mit dem Smartphone an jeder Kasse

LoopPay - Bezahlen mit dem Smartphone.

Das Problem von auf NFC basierenden Bezahlmethoden wie Apple Pay ist die Kompatibilität: Sogar Apple hat trotz zahlreicher Partner noch Mühe damit, sämtliche relevanten Handelsketten und deren Filialen zur Installation geeigneter Lesegeräte zu bewegen. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen Einzelhändlern, für die sich die Einführung der neuen Technik gar nicht rentieren würde. LoopPay verfolgt daher einen ganz anderen Ansatz, um Bankkarten künftig obsolet zu machen.

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Hierzu werden zunächst einmal die zu digitalisierenden Bankkarten registriert und in die Software des Android- oder iOS-Smartphones manuell eingespeist. Anstelle der Übertragung via NFC wird das magnetische Signal, das Kartenlesegeräte von regulären Bankkarten ablesen, nun nach Auswahl der jeweiligen Karte vom Smartphone an das Lesegerät übertragen. Dadurch ist keine besondere Technologie seitens der Händler notwendig, sodass LoopPay im Prinzip überall funktioniert, wo herkömmliche Bankkarten unterstützt werden.

Bislang ist für die Übertragung des magnetischen Signals allerdings noch eine spezielle Hülle notwendig, die Integration in eine Smartwatch oder ein Smartphone kostet laut LoopPay aber nicht mehr als 1 US-Dollar. Nach erfolgreicher Übernahme wird Samsung die Technologie sicherlich in Zukunft in den eigenen Smartphones ab Werk verbauen, das US-amerikanische Entwickler-Team von LoopPay soll jedoch vorerst weiterhin unabhängig agieren und nicht in Samsung integriert werden. Das Samsung Galaxy S6 wird wohl noch nicht mit der neuen Technologie ausgerüstet sein. Möglicherweise lässt sich diese aber durch ein optional erhältliches Backcover nachrüsten.

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LoopPay und PayPal könnten Samsung entscheidende Vorteile verschaffen

Paypal-Samsung

Samsung zeigte sich unter anderem bereits bei der Partnerschaft mit PayPal ambitioniert, das Bezahlen mit dem Smartphone – insbesondere dem Galaxy S5 – salonfähig zu machen. Nicht nur online lässt sich in Kombination mit dem Fingerabdruck-Sensor eines Samsung-Smartphones via PayPal fast überall bezahlen, sogar einige Läden bieten vor Ort die Bezahlung mit der digitalen Geldbörse an. Durch die Übermahme von LoopPay verschaffen sich die Südkoreaner in Sachen Mobile Payment ein zweites Standbein und könnten, da eine Partnerschaft von PayPal und Apple bereits scheiterte, Apple Pay erfolgreich die Stirn bieten.

Quelle: LoopPay via The Next Web

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