Samsung, LG, Sony und Co.: Vorgänger-Modelle der IFA-Neuheiten zum Teil deutlich günstiger [Übersicht]

Andreas Floemer 5

Die IFA 2014 ist vorüber und hat eine Vielzahl neuer Produkte hervorgebracht. Neben dem Samsung Galaxy Note 4, gab es unter anderem das Sony Xperia Z3, das Moto X (2014) und Moto G (2014) sowie einen Nachfolger der LG G Watch. Doch lohnt sich der Kauf der neuen Modelle überhaupt, wenn man die Geräte einem Direktvergleich mit dem jeweiligen Vorgänger unterzieht? Die älteren Modelle sind teils viel günstiger als die „frischen“ Geräte, man kann dabei eine Menge Geld sparen kann. Wir klären, wie viel man mit den Vorgängern sparen kann und ob diese ihr Geld wert sind.

Samsung, LG, Sony und Co.: Vorgänger-Modelle der IFA-Neuheiten zum Teil deutlich günstiger [Übersicht]

Samsung Galaxy Note 4: Warum nicht zum Note 3 greifen?

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Samsungs neues Phablet mit Eingabestift, das Galaxy Note 4, zeichnet sich in erster Linie durch sein WQHD-Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln aus und hat zudem mit dem auf maximal 2,7 GHz getakteten Snapdragon 805 den derzeit aktuellsten Prozessor aus dem Hause Qualcomm an Bord. Die neue 16 MP-Kamera mit optischem Bildstabilisator dürfte bessere Resultate als die 13 MP-Knipse erzielen, die im Galaxy Note 3 (Test) verbaut ist, wiewohl das Note 3 zumindest bei guten Lichtverhältnissen auch gute Fotos und sogar 4K-Videos aufnimmt. Ein Plus beim Note 4: Die bessere Verarbeitung. Hier unser Vergleichsvideo:

Das Ganze Note 4-Paket klingt gut, ist es mit Sicherheit auch, allerdings ist aus unserer Sicht ein WQHD-Display nicht zwingend erforderlich – auch bei einer Displaydiagonale von 5,7 Zoll. Ferner bringt der Snapdragon 805 keinen großen Leistungszuwachs gegenüber dem Snapdragon 800, der im Note 3 werkelt. Die darin enthaltene bessere Adreno 420-GPU dient im Note 4 in erster Linie dazu, das Mehr an Pixeln über das Phablet-Display zu schieben. Die bessere Kamera und die bessere Verarbeitung sind hingegen deutliche Pluspunkte für das Note 4.

Und der Preis? Das Galaxy Note 4 wird zum Marktstart im Oktober wohl 650 bis 700 Euro kosten, während das Note 3 derzeit nur noch mit rund 460 Euro zu Buche schlägt – eine ziemlich gewaltige Preisdifferenz für (überwiegend) Detailverbesserungen.


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Sony Xperia Z3: Wenige Unterschiede zum Xperia Z2

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Nicht nur von Samsung gab es Neues zu bestaunen, auch Sony hat mit seinem Xperia Z3 ein neues Topmodell hervorgezaubert. Das Z3 kann weitgehend als Modellpflege betrachtet werden. Im Vergleich mit dem Vorgänger, dem erst im Frühjahr 2014 erschienenen Xperia Z2, gibt es nominell keine großen Differenzen. Beim Display verbaut Sony bei beiden Modellen einen 5,2 Zoll in der Diagonale messenden Full HD-Screen, der Arbeitsspeicher misst weiterhin 3 GB und der interne Speicher, der mittels microSD-Karte erweitert werden kann, umfasst wie gehabt 16 GB. Beim Prozessor setzt Sony bei seinem neuen Modell auf ein Snapdragon 801-SoC mit 2,5 GHz, das Z2 hatte „nur“ einen 2,3 GHz Snapdragon 801 an Bord. In puncto Performance sind die Unterschiede marginal. Selbst die in beiden Geräte verbaute 20,7 MP- G-Lens-Kameras sind auf dem Papier identisch.

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Worin die beiden Geräte sich unterscheiden, sind eine etwas rundere Form beim Xperia Z3 sowie eine etwas schlankere und schmalere Bauform, die Sony durch einen reduzierten Rand zwischen Display und Gehäuse erreichen konnte. Im Vergleich: das Xperia 3 misst 146 x 72 x 7,3 Millimeter, das Xperia Z2 hingegen 146.8 x 73,3 x 8,2 Millimeter. Im Z2 steckt im ein 3.200 mAh-Akku, im neuen Flaggschiff ein 3.100 mAh-Energiespeicher.

Es gibt also – zumindest bei den Spezifikationen – kaum Unterschiede. Die Preise des Xperia Z2 sind allerdings mittlerweile etwas Geldbörsen-freundlicher, denn die Straßenpreise liegen unterhalb der 400 Euro-Marke, während das Xperia Z3 derzeit noch für 650 Euro angeboten wird.


Sony Xperia Z3 Compact: Das Sony Xperia Z1 Compact ist 150 Euro günstiger

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Sonys Xperia Z3 Compact ist eine konsequente Weiterführung des Z1 Compact. Im Unterschied zum Vorgänger verfügt das neue Modell über einen 4,6 Zoll in der Diagonale messenden Bildschirm, das Xperia Z1 Compact besitzt bei beinahe gleicher Baugröße einen 4,3 Zoll-Screen. Beide Displays lösen in HD, also mit 1.280 x 720 Pixeln auf. Auch der Akku ist beim Z3 Compact gewachsen: 2.600 mAh anstelle des 2.300 mAh sind nun an Bord – angesichts des größeren Screens sinnvoll.

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Was die restliche Ausstattung anbelangt, so sind die Unterschiede in Sachen Leistung und allgemeiner Ausstattung gering – selbst gegen Staub und Wasser geschützt sind beide Modelle. Für etwa 150 Euro weniger sind die geringen Kompromisse, die man beim Kauf des Z1 Compact eingeht, beinahe ein „No-Brainer“.


Moto X 2013: kleiner, kompakter; 2014er-Modell größer, edler, teurer

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Ein weiteres Topmodell des letzten Jahres wurde im Zuge der IFA 2014 gegen ein aktuelles ersetzt: das Moto X. Das 2013er Moto X (Hands-On) zeichnet sich durch seine Kompaktheit aus, die unter anderem durch ein 4,7 Zoll in der Diagonale messendes HD-Display erreicht werden kann.  Das 2014er Moto X Modell (Hands-On) ist hingegen im direkten Vergleich mächtig gewachsen, denn Motorola hat ein 5,2 Zoll Full HD-Display verbaut, sodass es sich in puncto Abmessungen zu den regulären Flaggschiffen der Mitbewerber gesellt. Auch die Ausstattung mit Snapdragon 801-SoC, 2 GB RAM und 13 MP-Kamera wird der eines 2014er-Topmodells gerecht. Leider soll die Kamera recht unzuverlässige Resultate erzielen, zudem misst der Akku lediglich 2.300 mAh. Im 2013er Moto X steckt ein angepasster Snapdragon S4 Pro mit 2 GB RAM, die einen flüssigen Betrieb ermöglichen, die Kamera besitzt einen 10 MP-Sensor, die auch mittelmäßige Ergebnisse erzielt. Der Akku des älteren Modells miss 2.100 mAh und ist somit marginal kleiner als der des neuen Moto X. Beide Geräte verfügen über allerhand smarte Funktionen wie Active Display und Sprachsteuerung bei ausgeschaltetem Display, mit denen sie sich von der Konkurrenz abheben.

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Anhänger eines kompakten und handlichen Smartphones dürften weiterhin gefallen am ersten Moto X finden, zumal es laut Hersteller auch künftig noch Software-Updates erhält, „solange es die Hardware zulässt“. Für 260 Euro ist das Moto X ein guter Deal, das neue, größere Modell mit seinem Metallrahmen kostet fast das Doppelte und ist ab 499 Euro erhältlich.


Moto G: Neuauflage des Preisbrechers mit großem Display

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Neben dem neuen Moto X hat Motorola auch seinen Mittelklasse-Bestseller, das Moto G (Test), mit einer Neuauflage versehen. Das Moto G (2014, Hands-On) unterscheidet sich unter der Haube kaum vom letztjährigen Preisbrecher: Beide besitzen einen 1,2 GHz Snapdragon 400 Quad Core-Prozessor, 1GB RAM und 8 GB internen Speicher, wobei das 2013er-Modell sogar noch mit 16 GB angeboten wird. Seit Juli dieses Jahres bekommt man das ältere Moto G sogar mit LTE-Modul, 8 GB Speicher und microSD-Karten-Erweiterung. Dem neuen Moto G fehlt LTE gänzlich, dafür lässt sich aber wenigstens der Speicher erweitern.

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Die größten Unterschiede liegen im Display und der Kamera. Denn während das 2013er Moto G mit einem 4,5 Zoll-HD-Display  (1.280 x 720 Pixel) versehen wurde, kommt das neue Gerät mit einem 5 Zoll in der Diagonale messenden Screen gleicher Auflösung daher und macht es um einiges größer und etwas weniger handlich. Ferner besitzt das neue Modell eine 8 MP-Hauptkamera, während das ältere Gerät mit 5 MP auskommen musste. Überdies besitzt das neue Modell einen Stereo-Lautsprecher auf der Vorderseite.

Kurzum: Die Verschiedenheiten sind in erster Linie bei Größe und Kamera auszumachen. Wer lieber zu einem handlicherem Gerät greift und mit einer relativ schlechten Kamera leben kann, macht mit dem älteren Moto G (2013) nichts verkehrt, zumal es selbst in der LTE-Variante unterhalb der 190 Euro-Grenze liegt. Einzig von der 8 GB-Variante ohne LTE/micro SD raten wir aufgrund des arg knappen Speichers ab. Das neuere Modell ist für Freunde größerer Bildschirme und einer brauchbaren Kamera zu empfehlen, die auf LTE verzichten können. Preislich sind die Unterschiede kaum relevant.



LG G Watch: Android Wear-Smartwatch für unter 160 Euro

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Ach wenn das Thema Android Wear-Smartwatches erst ein ganz Junges ist, hat LG im Grunde schon zwei Generationen vorgestellt. Die eckige LG G Watch (Test) und die runde LG G Watch R (Hands-On). Seit der Moto 360 stehen runde Smartwatches hoch im Kurs – das dachte sich LG möglicherweise auch – und hat kurzerhand zur IFA 2014 sein eigenes Device mit rundem Ziffernblatt/Display vorgestellt. Das bedeutet aber nicht, dass man die erste G Watch links liegen lassen sollte. Denn einerseits ist sie ein recht gutes Produkt, die sogar besser für manche Benachrichtigungen ausgelegt ist als Smartwatches mit runden Screens – bei letzteren werden Infos und Benachrichtigungen teils abgeschnitten. Andererseits gibt es die smarte Uhr um über die Hälfte günstiger als die zweite Generation, die mit 299 Euro zu Buche schlagen wird. Aktuelle Preise beginnen bereits bei 160 Euro, während bei ebay sogar schon Angebote um die 130 Euro kursieren. Dafür erhält man zwar eine deutlich weniger glamouröse Smartwatch – in Bezug auf die Qualität macht das freilich kaum einen Unterschied.

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Ob man wirklich immer das Neueste vom Neuen braucht, ist eine Frage der Philosophie. Sicher ist jedoch, dass Smartphones, die vor einem halben Jahr noch gut waren, nicht von einem auf den anderen Moment veralte. Produkte der zweitjüngsten Generation können häufig immer noch mithalten und dennoch deutlich wenige kosten – insbesondere in Zeiten wie diesen. Denn in Sachen Prozessor-Performance hat sich im Laufe der vergangenen 12 Monate wenig auf dem Markt getan. Die Chips, die vor allem in den Oberklasse-Geräte verbaut sind, sind immer noch auf dem Stand der Technik, sodass ein Snapdragon 800-SoC immer noch zur Oberklasse gehört.

Muss es für euch immer das neueste Gerät sein, oder könntet ihr euch heute guten Gewissens auch in die Arme der zweitneuesten Hardwaregeneration begeben? Habt ihr euch gar schon einmal bewusst ein Vorgängermodell geholt? Meinungen in die Kommentare.

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