Samsung Region-Lock: Per Update auch für alte Galaxy S3 und Note 2? [Gerücht]

Amir Tamannai

Seit einer Woche wird über eine mutmaßliche Regionen-Sperre im neuen Galaxy Note 3 berichtet und diskutiert, die es verbietet, ohne Weiteres eine SIM-Karte aus einer fremden Region in einem in Europa erworbenen Gerät zu benutzen. Zwar hat Samsung dies dementiert, inzwischen häufen sich aber Meldungen enttäuschter Nutzer, die diese Sperre aktuell auf ihren Geräten dennoch erleben. Heute nun kommt es noch schlimmer: Ein Samsung-Mitarbeiter hat durchblicken lassen, dass die abstruse Maßnahme Samsungs über ein künftiges Software-Update auch auf alte Galaxy S3- und Note 2-Geräte gebracht werden könnte.

Ein frischgebackener Note 3-Besitzer hat von einem Mitarbeiter des britischen Samsung Customer Service-Teams folgende Informationen erhalten und diese bei den xda-devlopers gepostet (Übersetzung von uns, teils gekürzt):

  • Der Aufkleber auf den Verkaufsverpackungen des Note 3 bedeutet tatsächlich, was er besagt: Das Note 3 ist nicht für die Benutzung mit SIM-Karten von außerhalb der Verkaufsregion vorgesehen. Auch wenn es Fälle gibt, in denen das funktioniert, war der Samsung-Mitarbeiter fest davon überzeugt, dass das europäische Note 3 von Samsung aus nicht mit SIMs, die nicht aus dem europäischen Wirtschaftsraum stammen, funktionieren soll — auch nicht nach erfolgreicher Erstaktivierung.
  • Das europäische Galaxy Note 3 ist damit ausschließlich für die Nutzung mit europäischen SIM-Karten gedacht, auch nach Erstaktivierung — auf wiederholte, explizite Nachfrage, beispielsweise ob ich mit meinem SIM-Lock-freien, 620 Pfund teuren Note 3 im Urlaub in Florida wirklich nur meine europäische SIM nutzen könne, bestätigte der Samsung-Mitarbeiter dies immer wieder.
  • Der Rollout von Android 4.4 KitKat soll diese Sperre auch auf bereits im Umlauf befindliche Galaxy S3 und Note 2-Geräte bringen. Die Fragen, ob das bei einem entsprechenden Software-Upgrade tatsächlich auch für mein bereits vor einem Jahr gekauftes, vollständig entsperrtes Galaxy S3 gelte und ob ich in diesem dann fortan auch keine regionsfremden SIM-Karten mehr benutzen könnte, bejahte der Samsung-Mitarbeiter jeweils.
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Bereits bekannt ist, dass Samsung vorhat, seine wie auch immer geartete und zu welchem Zweck auch immer mit dem Note 3 eingeführte regionale Sperre auch auf zukünftig ausgelieferte Geräte der Galaxy S3-, S4-, S4 mini und Note 2-Modellreihen zu bringen. Neu und erschreckend ist, dass auch bereits verkaufte und sich in Benutzung befindliche Exemplare nachträglich per Software-Update einen solchen Bärendienst erfahren könnten.

Dies sind natürlich offiziell unbestätigte Aussagen, die sich nachträglich auch als Fehlinformationen herausstellen könnten. Nichtsdestotrotz bieten sie Anlass zur Sorge, auch weil sie uns recht plausibel erscheinen — wir glauben weiterhin und mehr denn je, dass nicht der Aufkleber auf den Verkaufsverpackungen (siehe Titelbild) sowie das erste offizielle Statement Samsungs falsch formuliert waren (solche Schriftstücke durchlaufen in der Regel intern mehrere, auch juristische Prüfungen), sondern dass das Dementi, das uns später erreichte, ein hastiger Versuch der PR-Abteilungen des Unternehmens war, zu beschwichtigen. Insofern scheint es sehr wahrscheinlich, dass die regionale Sperre im Note 3 sehr wohl vorhanden ist und Samsung aktuell im besten Fall erwägt, wie mit dem aufkommenden Unmut aus der Community probat umzugehen ist.

Was den Rollout der Sperre für bereits verkaufte Geräte angeht: Auch dieser wäre — aus Sicht Samsungs — nicht völlig abstrus: Wenn bereits offiziell angekündigt ist, dass die Sperre auch auf künftige S3-, S4-, S4 mini- und Note 2-Modelle angewendet werden soll; warum dann nicht auch per Software-Update auf bereits im Umlauf befindliche Geräte? Was auch immer Samsung mit der Idee für ein Ziel verfolgt (darüber herrscht leider weiterhin völlige Unklarheit; wir haben maximal Theorien, die vom Schutz vor Grauimporten bis hin zu Geheimabkommen mit Providern reichen): Es wäre für das Unternehmen naheliegend, eine solche bereits entwickelte Sperre auf so viele Geräte wie möglich zu bringen.

Bis Android 4.4 KitKat (wir hoffen, dass wirklich 4.4 und nicht das kurz bevorstehende 4.3-Update gemeint ist) auf bestehende Geräte ausgerollt wird, wird allerdings noch einiges an Zeit vergehen. Gut möglich, dass Samsung aufgrund des aufkommenden Sh*tstorms von den Kunden noch gezwungen wird, umzuschwenken und das ganze Projekt zu begraben.

Hilfreich wäre bis dahin allerdings, wenn aus Korea endlich einmal eine klare Ansage zum Sachverhalt und eine Erklärung zu den Hintergründen und Zielen dieser kuriosen Maßnahmen kommen würde. Mit dem aktuellen Herumlavieren und damit, seine Kunden völlig im Dunkeln darüber zu lassen, was nun konkret und tatsächlich mit den genannten Geräten möglich und nicht mehr möglich ist, macht Samsung sich jedenfalls keine Freunde in der interessierten und aufgeklärten Smartphone-Community — von etwaigen rechtlichen Folgen, die diese Geschichte für das Unternehmen haben könnte (EU, ick hör‘ Dir trapsen ..!), ganz zu schweigen.

Quelle: xda-developers [via Android Authority], wir bedanken uns bei den zahlreichen Tippgebern, ganz besonders aber bei Hugo!

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